
FRANKFURT, LONDON. Diesen Mann hatte kaum jemand auf der Rechnung. Mal wieder. Der scheidende Philips-Chef Gerard Kleisterlee wird im Juli Verwaltungsratsvorsitzender des britischen Mobilfunkriesen Vodafone. Er löst dann den bisherigen Amtsinhaber und Ex-Bankchef bei HSBC, John Bond, ab. Seit gestern ist das offiziell. Als die ersten Gerüchte aufkamen, reagierten einige Vodafone-Investoren verschnupft. Gerard wer?
Damit wiederholt sich die Geschichte: Als Kleisterlee vor zehn Jahren zum Chef des niederländischen Elektronikkonzerns Philips aufstieg, war das selbst innerhalb des Unternehmens eine Riesenüberraschung. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte Kleisterlee da bereits bei Philips gearbeitet und sich über Jahre im Ausland verdient gemacht. Dass er mal an die Spitze rücken würde, hatte aber kaum jemand erwartet.
Heute stellt den 64-Jährigen keiner mehr infrage. In seiner Amtszeit hat er das Unternehmen kräftig umgekrempelt. Kleisterlee entpuppte sich schnell als strenger Sanierer. Die Fixkosten zu senken, das hatte bei ihm viele Jahre höchste Priorität. Er schloss oder verkaufte unrentable Geschäftseinheiten wie etwa die Halbleitersparte NXP. Konsequent konzentrierte er Philips auf die drei Sparten mit Wachstumspotenzial - Medizintechnik, Beleuchtung und Konsumelektronik.