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Gerhard Bruckermann, Chef der Depfa: Goldener Abgang

Gerhard Bruckermann kann sich freuen: Der Depfa-Chef verdient mit dem Verkauf der Bank an Hypo Real Estate rund 120 Millionen Euro. Anstelle der Arbeit an der Spitze eines international agierenden Finaninstituts mit Sitz in Dublin, tritt nun eine ruhigere Beschäftigung: Die Apfelsinenzucht.

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Kann sich zurücklehnen: Depfa-Chef Gerhard Bruckermann.
Kann sich zurücklehnen: Depfa-Chef Gerhard Bruckermann.

FRANKFURT. Gerhard Bruckermann hat alles richtig gemacht. Mit Geschick hat er die ehemalige „Preußische Landespfandbriefanstalt“ zum global operierenden Finanzunternehmen Depfa Bank plc umgebaut. Seine Vision vom Finanzierungsgeschäft für Staaten und Kommunen rund um den Globus setzte der bei der WestLB und der Deutschen Bank gestartete Jurist ab 1991 mit einer strammen Internationalisierungsstrategie um. Dazu gehörte die Gründung des heutigen Depfa-Hauptquartiers in Dublin und der Investmentbank im zypriotischen Nikosia. Geringe Steuern, niedrige Kosten und Zugang zum angelsächsischen Kapitalmarkt waren die Hauptgründe.

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Gleichzeitig trieb er die Entwicklung des Jumbo-Pfandbriefs mit voran, der bis heute für die Refinanzierung der Staats- und Immobilienfinanzierer nicht wegzudenken ist. „Die Staatsfinanzierung war ein ungeschliffener Juwel, der sichtbar gemacht werden musste“, beschrieb Bruckermann diese Zeit einmal in einem Interview.

Das richtige Händchen bewies der gebürtige Solinger vor allem, als er sich bei der Abspaltung des Immobiliengeschäftes 2001 die Rosinen herauspickte und die notleidenden Baukredite der Konzernschwester Aareal überließ. Während der damalige Aareal-Chef Karl-Heinz Glauner wenige Jahre später wegen des unbewältigten Erbes gehen musste, baute Bruckermann seine Depfa kontinuierlich aus.

In den vergangenen Jahren kam der Depfa-Wachstumsmotor allerdings ins Stottern. Die Depfa kämpfte wegen der einseitigen Ausrichtung stärker als andere Banken mit der flachen Zinsstrukturkurve. Die Gewinne der Bank speisten sich vor allem aus dem geschickten Verkauf von Anleihen. Das Neugeschäft lahmte und der Einstieg ins US-Kreditversicherungsgeschäft scheiterte. Der für unorthodoxe Methoden bekannte Bruckermann trat dann vor gut einem Jahr angesichts lauter werdender Spekulationen über die Bank die Flucht nach vorne an. „Die Frequenz und die Ernsthaftigkeit der Anfragen wegen einer Fusion oder einer Übernahme nehmen zu“, sagte er in einem Handelsblatt-Interview und sandte damit ein unmissverständliche Botschaft in den Markt: Die Bank steht zum Verkauf.

Wenige Monate vor seinem 60. Geburtstag nun versilbert Bruckermann die Depfa an die Hypo Real Estate (HRE) und beschert sich damit einen goldenen Abgang. Für seine gut acht Mill. Depfa-Aktien erhält er 54 Mill. Euro in bar und HRE-Aktien im aktuellen Gesamtwert von 70 Mill. Euro.

Bruckermann selbst scheint damit den Rückzug ins Private vorzubereiten. Dafür spricht jedenfalls, dass er „nur noch“ stellvertretender Aufsichtsratschef der HRE sein wird. Das heißt, er wird in Zukunft mehr Zeit für seine Frau und seine drei Kinder haben. Öfter als in Dublin oder Frankfurt dürfte man in also in Zukunft auf seine Anwesen in der südspanischen Provinz Huelva antreffen. Dort widmet er sich der Zucht von Apfelsinen.

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