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Grundvergütung: Steigende Festgehälter erfreuen Manager

Die Folgen des Konjunktureinbruchs bekommen die meisten Dax-Vorstände deutlich zu spüren. Finanzielle Sorgen müssen sie sich jedoch nicht machen - denn seitdem Bonuszahlungen in die Schusslinie geraten sind, steigen ihre Grundgehälter. Besonders der Dax-Neuling schießt dabei den Vogel ab. Das Handelsblatt zeigt, welche Chefs trotz Krise mehr verdienen und wie die Politik darauf reagiert.

Der Top-Verdiener 2008: Siemens-Chef Peter Löscher erhielt 2008 Gesamtbezüge in Höhe von 11 Mio. Euro. Quelle: ap
Der Top-Verdiener 2008: Siemens-Chef Peter Löscher erhielt 2008 Gesamtbezüge in Höhe von 11 Mio. Euro. Quelle: ap

DÜSSELDORF. K+S-Chef Norbert Steiner profitiert wie kein anderer vom Aufstieg des Düngemittelkonzerns in die Spitzenliga der deutschen Börsenwerte und vom Unternehmenserfolg. Um satte 161 Prozent sind Steiners Vergütungen gestiegen, auf knapp vier Mio. Euro. Die anderen drei Vorstandsmitglieder des Dax-Neulings buchten immerhin noch ein Plus von 56 Prozent.

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Dass hier etwas nicht stimmen kann, scheint dem K+S-Management selbst aufgefallen zu sein. Um die Bezüge nicht noch heftiger steigen zu lassen, verzichteten sie gemeinsam auf eine Mio. Euro Boni. Für die Zukunft haben sie bereits mit dem Aufsichtsrat neue Tantieme-Regeln festgelegt, um solche Ausreißer zu vermeiden.

So einsichtig geht es nicht immer zu. Porsches Topmanager kassieren erneut Jahreseinkommen in zweistelliger Millionenhöhe. Insgesamt gibt es für das sechsköpfige Zuffenhausener Führungsgremium 143 Mio. Euro, davon erfolgsbezogen 139 Mio. Euro. Ein unerreichter Spitzenwert unter Deutschlands Konzernen – dabei ist das Unternehmen nicht einmal Mitglied der Börsenelite Dax. Grund dafür ist aber nicht etwa das boomende Geschäft mit Sportwagen, sondern die Optionsgeschäfte Porsches mit VW-Aktien.

Generell bekommen die Dax-Vorstände die Folgen des massiven Konjunktureinbruchs deutlich zu spüren. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Vergütungsexperten Heinz Evers für das Handelsblatt. Bis heute liegen 23 Dax-Geschäftsberichte vor. Die Bezüge der Vorstände für das Geschäftsjahr 2008 sind um bis zu 50 Prozent im Vorjahresvergleich gefallen. Auslöser: Erfolgsabhängige Boni brechen ein oder bleiben wie bei der Deutschen Post sogar komplett aus weil Gewinne und andere Erfolgskomponenten sich negativ entwickelten.

Allerdings sichern sich die Vorstände der Dax-Konzerne finanziell ab. Die Festbezüge steigen und garantieren damit vielen Managern ein sicheres Einkommen – unabhängig von der Geschäftsentwicklung. Der fixe Anteil an der Gesamtvergütung liegt inzwischen häufig zwischen 40 und 50 Prozent. Damit verfestigt sich ein Trend der vergangenen Jahre, das Grundgehalt zulasten variabler, erfolgsabhängiger Anteile aufzustocken.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich die Regierungskoalition darauf verständigt, durch gesetzliche Änderungen kurzfristige Erfolgsvergütungen zu begrenzen. Gefordert wird dagegen ein Ausbau langfristiger Erfolgskomponenten. „Die Kritik an kurzfristiger Erfolgsorientierung in der Managervergütung darf jetzt aber nicht dem Ausbau der Festbezüge dienen“, warnt Evers.

Der Top-Berater hält maximal einen Anteil des Fixgehalts von einem Drittel für angemessen. Dietmar Hexel, Mitglied des DGB-Bundesvorstandes und der Regierungskommission Corporate Governance Kodex, sieht das anders. Mindestens 60 Prozent der Vergütung, so die Forderung des Gewerkschafters, sollten aus Festvergütung bestehen.

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