
FRANKFURT. Am Dienstag war so ein Tag, an dem Doris Schröder-Köpf mal wieder viel telefonieren musste. Ob sie als Ehegattin des ehemaligen Kanzlers vielleicht zu ihren Vorstellungen in Sachen Karstadt, wo sie seit dieser Woche im Aufsichtsrat sitzt, etwas sagen möchte? Nein, beschied sie, das wolle sie Karstadt-Chef Andrew Jennings überlassen, der allerdings noch zu neu im Amt ist, um etwas Handfestes zu berichten.
Ob ihr Mann ihr zu dem Job verholfen habe? Auch dazu wollte sie andere sprechen lassen. Die bestätigten dann, dass sich Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und Gerhard Schröder kennen und schätzen, seitdem der Ex-Kanzler Mitglied im Rat des New Yorker Nicolas Berggruen Institutes ist, das Regierungen wie jüngst die des Pleitestaats Kalifornien berät.
Und auf die letzte Frage, was sie an Erfahrung einbringe, konnte sie auf ihren neuen Kollegen Alain Caparros, Rewe-Chef und Aufsichtsratsvorsitzender bei Karstadt, verweisen: Schröder-Köpf werde dem Unternehmen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung "zusätzliche wichtige Perspektiven geben".
So, so. Tatsächlich hat Berggruen mit seinem Vorschlag, die 47-jährige gelernte Journalistin ins Kontrollgremium zu wählen, einen Aufmerksamkeitspunkt erzielt. Solange es inhaltlich noch wenig Neues von Karstadt zu berichten gibt, lassen sich so wenigstens die Personalienspalten füllen. Denn dazu taugt die zierliche Frau allemal. Sie war die erste Kanzlergattin, die ein eigenes Büro im Berliner Machtzentrum ihres Mannes bezog, von wo aus sie Politik- und Eheberatung gleichermaßen betrieb. Sie war die berühmteste alleinerziehende Mutter der Nation, bevor sie die berühmteste Adoptivmutter des Landes wurde.
Und apropos Mutter der Nation: Mit ihrer Nachfolgerin von der anderen Partei in der öffentlichen Mutterrolle, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, verbindet die gebürtige Bayerin, dass sie inzwischen nicht mehr wegzudenken ist in jenem erfolgreichen Hannover-Geflecht, dem Deutschland mit Schröder erst einen Kanzler und mit Christian Wulff nun auch noch einen Bundespräsidenten zu verdanken hat. Im weitläufigen heimatlichen Bekanntenkreis der Schröders tummeln sich auch die Maschmeyers. Der Gründer des Versicherungsvertriebs AWD, Carsten Maschmeyer, ist ein Mann, der eine gute Investition nicht scheut und auch über das nötige liquide Kapital dazu verfügt. Darin ist er wiederum Berggruen nicht unähnlich. Wer weiß also, was sich da noch zusammenfindet.
öööhm,
also, da ja DiE Frau Schröder-Köpf jetzt im Aufsichtsrat von (Noch)Karstadt sitzt, denke ich das DER Herr Schröder eh derjenige sein wird, der ihr sagt, was sie da zu tun oder zu sageb hat!
Weiterhin bin ich der Meinung, das Karstadt nichts, aber auch wirklich nichts aus ihrer insolvenz gelernt hat. Der "Wasserkopf" wird wieder aufgeblasen, nur mit anderen Leuten, die Dekadenz der gesamten Unternehmung geht weiter, alá Wir sind KARSTADT wer will uns was.
Wenn ich überlege (und ich weiss es, ich bin quasi indirekt bei dem Unternehmen) das kurz nach der insolvenz die ersten Container kamen um platz zu machen für neue Möbel usw. dann ist das für mich auch ein beweiss für absolute inkompetenz.
Diese Firma wird es noch max. 3 Jahre geben, danach wird der (Nicht)Samariter seinen Gewinn mitnehmen und es wird eine "Deutsche Warenhaus AG" geben!
in diesem Sinne, wer gross rumflennt, gewinnt in der Regel nicht!
Gruss aus Köln
Ein blick in die heutige Süddeutsche Zeitung lohnt: mit Frau Schörder-Köpf wird die 40%-Frauenquote im Aufsichtsrat bei Karstadt erreicht. Ein Paradebeispiel also, zu welch abstrusen Ergebnissen die Quote führt. Man würde darüber lachen, wenn die Quote - die früher oder später auch in Deutschland kommen wird bzw. faktisch auf Grund des Drucks aus der Politik längst gelebt wird - nicht zur Diskriminierung unzähliger qualifizierter Männer führen würde. Mehr Frauen in Führungspostionen? Gerne, aber bitte durch Leistung und nicht durch Quote, sonst drohen uns noch mehr Aufsichtsrätinnen die durch geschickte Heirat und Druck der Politik in Ämter kommen, die sie sonst nie und nimmer bekommen würden.
Welche befähigung bringt Frau Doris Schröder-Köpf mit, außer die die Gattin des ehemaligen bundeskanzlers zu sein, für eine so wichtige Funktion.
Erhält der ehemalige bundeskanzler Schröder und jetzige Gehaltsempfänger (in Diensten von Gazprom) zu wenig Gehalt?
Muss seine Gemahlin nun wider Arbeiten?
Für mich ist dies ein Skandal, eine Person in den Aufsichtsrat zu schicken, die für diese Aufgabe nicht qualifiziert ist.
Es zeigt wieder über deutlich, die wo richtig geheiratet haben, kommen in wichtige Funktionen.
Danke
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