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Haniel-Krise: Jürgen Kluge tut sich schwer

Ex-Berater Jürgen Kluge wollte den gebeutelten Traditionskonzern Haniel auf Vordermann bringen. Doch nichts ist passiert. Die Umbaupläne waren offenbar etwas zu forsch. Jetzt zeiht Kluge die Konsequenzen.

Haniel-Vorstandsvorsitzender Jürgen Kluge Quelle: dpa
Haniel-Vorstandsvorsitzender Jürgen Kluge Quelle: dpa

DüsseldorfJürgen Kluge startete als Hoffnungsträger: Nur vier Monate nach seinem Amtsantritt in Duisburg hatte der Ex-Berater versprochen, den 255 Jahre alten Traditionskonzern Haniel gründlich umzubauen. Schließlich hatte Amtsvorgänger Eckhard Cordes, der inzwischen an die Spitze der Metro AG gewechselt war, die Firma durch kostspielige Zukäufe in eine schwierige Lage gebracht.

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Die drei Milliarden Euro, die Cordes 2007 ausgab, um Haniels Beteiligung an der Metro von 18,4 auf 34,2 Prozent auszubauen, beschädigten die bis dahin ausgezeichnete Bonität des Familienunternehmens.

Denn drei Viertel des Beteiligungsvermögens war nun in der Metro und in der zweitgrößten Beteiligung, dem Pharmahändler Celesio, gebunden. Ein Klumpenrisiko war entstanden, das sich schon bald als gefährlich erwies.

In bester Beratermanier entwickelte Kluge deshalb einen Plan: Nur noch die Hälfte der Beteiligungen solle aus börsennotierten Unternehmen bestehen. Zudem versprach der Haniel-Chef, in Zukunftsbranchen zu investieren - allen voran in die Recycling-Industrie. Eine Liste von 200 interessanten Unternehmen werde man deshalb nach Übernahmezielen durchforsten, kündigte er an, um bis Dezember 2010 Ergebnisse zu präsentieren.

Den Haniels missfiel, dass der Manager überhaupt strategische Ankündigungen machte - aber es ärgert sie maßlos, dass bislang nichts geschehen ist. "Wir wissen nicht, weshalb der Umbau stecken geblieben ist", monierte ein hochrangiges Familienmitglied schon vor wenigen Monaten gegenüber dem Handelsblatt.

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