Bei Teldafax schmeißt der nächste Chef hin

Hans-Gerd Höptner
Bei Teldafax schmeißt der nächste Chef hin

Kürzlich verlor Teldafax an einem Tag 45.000 Kunden auf einen Schlag in dem Liefergebiet von Vattenfall in Hamburg und Berlin. Zuvor hatten zwei Eon-Gesellschaften Teldafax vom Netz genommen - hier waren 58.000 Kunden betroffen. Insgesamt haben mehr als 100 Netzbetreiber Teldafax wegen Säumigkeit gesperrt. "Wir beobachten Teldafax sehr sorgsam", sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur dem Handelsblatt.

Zweifel am Neuanfang

Weitere Nachrichten nähren die Zweifel an dem im März ausgerufenen Neuanfang. Zuletzt sorgte die Beförderung von Frank Müller-Breithaupt, der bisherige kaufmännische Leiter, zum Geschäftsführer der wichtigsten Konzerntochter, der Teldafax Energy GmbH, für Negativschlagzeilen. Dem Handelsblatt liegen interne Dokumente vor, die Müller-Breithaupt als Mitwisser und Beförderer äußerst fragwürdiger Praktiken ausweisen. Es sind Praktiken, die inzwischen die Staatsanwaltschaft Bonn beschäftigen. Dazu zählte es, Guthaben zurückzuhalten, die den Kunden von Teldafax vertraglich zustehen.

Im April sorgte Teldafax für Aufsehen, weil das Unternehmen Rechungen an Kunden schickte, die es gar nicht mehr beliefern konnte. Teldafax gab an, es handele sich um ein Versehen. Preisvergleichportale wie Check24 haben Teldafax wegen der unklaren Liefersituation ausgelistet.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät den bestehenden Kunden zu äußerster Vorsicht. Wer durch Verschulden von Teldafax in die teurere Grundversorgung falle, solle seinen Vertrag mit Teldafax umgehend kündigen. Die Mehrkosten in der Grundversorgung könnten bei Teldafax als Schadenersatz geltend gemacht werden, sagt Energieexperte Christian Michaelis.

Kommentare zu "Bei Teldafax schmeißt der nächste Chef hin"

Alle Kommentare
  • Wo erfahre ich wenn die Insolvenz von Deltafax amtlich wird um meine Anspüche an den Insolvenzverwalter zu stellen?
    Danke

  • Die Geltendmachung der Grundversorgungsmehrkosten dürfte nur interessant sein, wenn man in der glücklichen Lage ist, daß bei der Endabrechnung Forderungen seitens Teldafax entstehen, was aber nur bei gezahlten Monatsabschlägen der Fall sein könnte, wohl kaum aber bei vorausgezahlten Jahresbeträgen. Dann wäre das Geld wahrscheinlich sowieso verloren. Wie aber verhält es sich mit den vertraglich vereinbarten Boni nach Ablauf des ersten Vertragsjahres, in meinem Falle Neukundenbonus plus Onlinebonus von zusammen € 250.--, wenn das Jahr wegen Durchleitungssperre des Netzbetreibers noch nicht vollendet ist ? Ich meine, daß man diesen Betrag zumindest anteilig ebenfalls Teldafax von seiner Forderung in Abzug bringen müßte. Gibt es hierzu vielleicht eine Meinung ?

  • Liebe Reporter des Handelsblatt, passiert in der Welt so wenig, dass man immer nur von einem Unternehmen schreiben muss. Schon ein bisschen nervig, vor allem wenn immer wieder über die gleich Scheiße schreibt. Wann kommt den mal was neues? Naja wahrscheinlich kann sich das Handelsblatt nur noch mit solchen Artikeln über Wasser halten, wo in der heutigen Welt nur noch wenige Leute Zeitungen kaufen.

  • Geld zurück von Teldafax? Kein Problem!

    Sie fahren nach Troisdorf in die Mottmannstraße 2, sagen dort am Empfang, Sie kämen von den Stadtwerken xyz und hätten Herrn Dr. Höptner einen Scheck zu überbringen - bla, bla, bla, Ausgleichszahlung aus nicht in Anspruch genommenen Durchleitungsrechten oder so irgendwas, Hauptsache, die Tussi am Empfang fällt darauf rein.
    Sie holt dann einen Herrn des Vorstandes herbei, den verhaften Sie in der Empfangshalle und fordern Cash sofort. Lassen Sie sich nicht abspeisen oder vertrösten, treten Sie in Wildwest-Manier auf. Man holt dann eine Dame der Buchhaltung, die sofort das Geld in bar auszahlt. Kein Problem, nur eine etwas "heiße" Nummer.
    So gelaufen bei mir vor ein paar Tagen. Schadensersatzforderungen werde ich ggf. auf dieselbe Methode einklagen, inclusive der Fahrtkosten, Porto und Telefongebühren, die ich sinnlos mit Mahnungen verschwendet habe. Keinen Cent wird mir Teldafax schuldig bleiben!!
    Wenn Sie mehr wissen wollen: 06195 976210

  • wenn es doch nur so einfach wäre, durch abberufung möglicher persönlicher haftung wegen insolvenzverschleppung zu entgehen ...
    das reicht bis zu den mandatsträgern zurück, die das in der zeit waren als schmerzliche wege hätten gegangen werden müssen.
    deswegen schon beinahe bewundernswert oder tapfer, wie die sich gegen den untergang stemmen - oder gibt es niedere motive für diesen kampf?? die bilanzen sind bestimmt nicht einfacherer durchzuwinken, wenn massive kundenverluste zu berücksichtigen sind

  • Teldafax verschickt auch Mahnungen an ehemalige Kunden, die nicht mehr beliefert werden können und die deshalb den Vertrag gekündigt haben.

  • Nicht alles, was billig ist, ist auch gut. Die Versprechungen, die Teldafax seinen Kunden gegeben hat, konnte das Unternehmen nur halten, indem Teldafax offene Rechnungen für die Nutzung von Leitungen der örtlichen Lieferanten nicht mehr bezahlt hat. Dadurch werden nach wie vor tausende von Kunden in die Grundversorgung der örtlichen Netzbetreiber geschoben. Das hat mit Kundenservice nichts mehr zu tun. Die Insolvenz des Unternehmens ist nur noch eine Frage der Zeit.

  • Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff...

    Wenn man schon als Teldafax-Kunde den Eindruck hat, dass bei dem Unternehmen nichts mehr geht, wie mag das wohl erst sein, wenn man als Chef hinter die Kuslissen der Chaos-Company schaut.

    Hr. Höptner macht aber sicher das Richtige, und springt kurz vor der Insolvenz ab. Das ist klug und ich hätte es genauso getan, dann dann macht man sich wenigstens nicht wegen Insolvenzverschleppung persönlich haftbar.

  • Gerhört der neue Teldafax-Boss Gernot Koch nicht zu "alten Garde", die das Fiasko zu verantworten hat? Das klingt alles sehr merkwürdig. Höptner war docjh jetzt angeblich in Moskau, um neue Finanzquellen zu erschließen. Was ist da rausgekommen und warum hört er jetzt auf? Komisch...

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