
New YorkDer milliardenschwere Hedgefonds-Manager Paul Tudor Jones hat sich mit einer Bemerkung über Frauen an der Wall Street kräftig in die Nesseln gesetzt. Bei einer Diskussionsrunde der Universität von Virginia gab er seine Ansicht zum Besten, warum es mehr Männer im Börsenhandel gebe. Frauen, so seine These, seien mit der Geburt eines Kindes für dieses nervenaufreibende Geschäft einfach nicht mehr zu gebrauchen.
„Sobald die Lippen des Babys die Brust der Frau berühren, kannst Du es vergessen“, erklärte er. „Jede einzelne Investmentidee, jeder Wunsch zu verstehen, warum dieses oder jenes hoch oder runter geht, wird von der schönsten Erfahrung überlagert, die ein Mann niemals teilen kann - von der Verbindung zwischen der Mutter und ihrem Baby.“ Er habe das „immer und immer wieder“ erlebt. „Man gibt dann einen Scheißdreck drauf, was der Dollar oder der Yen machen.“
Tudor Jones reagierte damit auf die Anmerkung des Moderators der Diskussionsrunde, es säßen nur „reiche, weiße, mittelalte Männer“ auf der Bühne. „Er hat eine ehrliche Antwort gegeben“, pflichtete ihm ein anderer Teilnehmer bei. Die Veranstaltung fand bereits im April statt. Sie sorgte aber erst jetzt für Aufsehen, nachdem die „Washington Post“ am Donnerstag ein Video davon online stellte.
Das Schlusslicht ist Portugal. Hier gibt es nur 4,7 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten. Der Anteil bei Neubesetzungen liegt bei 22,2 Prozent.
Eine ganz niedrige Frauenquote hat Österreich: 8 Prozent. Der Frauenanteil bei Neubesetzungen beträgt 12,5 Prozent.
11,8 Prozent beträgt der Frauenanteil in Spanischen Top-Etagen. Bei Neubesetzungen wurden in 22,7 Prozent Frauen berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Deutschland befindet sich schon in der unteren Hälfte der Tabelle. Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten: 12,8 Prozent. Frauenanteil bei Neubesetzungen: 40,7 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Europa 15,6 Prozent in Vorständen und Aufsichtsräten. Der Frauenanteil bei Neubesetzungen liegt bei 30,8 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
In Dänemark liegt der Frauenanteil bei 17 Prozent unter den Vorständen und Aufsichtsräten. Dafür geben die Skandinavier bei Neueinstellungen Gas: Hier wurden in 50 Prozent Frauen eingestellt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
In England arbeiten 18,2 Prozent Frauen als Vorstand und Aufsichtsrat. Bei Neubesetzungen liegt der Frauenanteil bei 31,6 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
In den Führungsetagen der Franzosen liegt der Anteil der Frauen bei 20,5 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 52,7 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Bei den Finnen beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten 27,1 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 23,1 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ).
Der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten beträgt in Norwegen 36,4 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 21,4 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Sie fühle sich an die 1950er Jahre erinnert, sagte Alexandra Lebenthal, Chefin der Investmentfirma Lebenthal & Company, auf dem Sender MSNBC. Stephanie Ruhle, Moderatorin bei Bloomberg TV und ehemalige Investmentbankerin, twitterte: „Ich bin so enttäuscht von den Äußerungen von Paul Tudor Jones über Frauen, aber ich bin zu beschäftigt mit dem Stricken von Babyschühchen, als dass ich meine Gedanken dazu äußern könnte.“
Tudor Jones genießt eigentlich den Ruf des Wohltäters. Vom Magazin „Forbes“ wird sein Vermögen auf 3,6 Milliarden Dollar geschätzt (2,8 Mrd Euro). In einem Brief an US-Medien relativierte er seine Äußerung: Er habe aus dem Stegreif gesprochen und nur den Handel mit Wertpapieren auf Basis gesamtwirtschaftlicher Daten gemeint. „Ereignisse wie Geburt, Scheidung, der Tod eines geliebten Menschen oder andere emotionale Hochs und Tiefs behindern den Erfolg in diesem speziellen Feld.“

Also ich sage dazu auch ganz ehrlich:
was sich dieser Tudor Jones hier erlaubt hat, geht in der heutigen Berufswelt einfach gar nicht mehr! Sowas ist nicht nur Chauvinismus, nein sowas ist widerlicher Sexismus!! Was bilden sich die Männer heutzutage eigentlich ein??
Können es solche Männer nur nicht ab, dass Frauen eben nun mal erfolgreicher sind als sie oder was?? Außerdem: warum sollen Frauen mit Kinde nicht ebenso erfolgreiche Börsen-Spezialisten sein? Außerdem: Frauen würden niemals solche gefährlichen Zockerspiele eingehen, wie es diese Bankster in der Banken- und Finanzkrise getan haben!! Frauen denken da etwas vernünftiger!!
Schämt euch, ihr Bankster und Börsen-Gurus!!
Und diese "Entschuldigung" von Herrn Tudor Jones war auch nur halbherzig und damit nicht ausreichend!!

Ich habe selten so einen geistigen Müll gelesen wie hier. Sie alle stellen sich auf die gleiche chauvinistische Stufe wie dieser auf dem Niveau eines Kleinkindes stehengebliebene Investmentbanker.
Die Lobeshymnen auf Männer sind so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara. Männer waren es im Übrigen die das weltweite Finanzsystem ins Wanken gebracht haben. Männer sind es, die Kriege führen und sich für unwiderstehlich halten. Männer glauben, sie haben die Weissheit mit Löffeln gefressen und Männer sind es, die grosskotzig über das Wohl und Wehe einer Gesellschaft richten.
Männer können auch im 21.Jahrhundert nicht damit umgehen, dass sich Frauen mit ihnen messen können, oftmals klüger agieren und so erfolgreicher sind. Ich bin überzeugt, dass alle die Männer, die sich hier über Frauen aufregen und diesen wirklich absonderlichen Mist auf die HB Leserwelt nieder prasseln lassen, in ihrem Leben nichts zu Stande gebracht haben.

Warum koennen wir nur hinsichtlich Berufswelt so schwer akzeptieren, dass es grundlegende Unterschiede zwischen Maennern und Frauen gibt?
Wie groß ist der % an erfolgreichen Frauen im "regel-/barrierelosen internet? 1 zu 10? Sind daran auch die Maenner schuld? Das erscheint mir kaum nachvollziehbar. Oder spricht der Neid gegenüber erfolgreichen Menschen aus (meist) Damen, welche derartige Aussagen kritisieren?
Ich wuerde gerne mal eine vernuenftige Analyse dazu lesen - bislang habe ich es noch nicht.
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