
DüsseldorfFünf Millionen Euro sind Benchmark als Jahreseinkommen für Vorstandsvorsitzende führender deutscher Konzerne. Jeder zweite Chef schafft es regelmäßig über diese Hürde. Im Durchschnitt verdienten die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne 5,57 Millionen Euro, ein Jahr zuvor lag ihr Gehalt nur ganz knapp darüber. Das ergibt die Auswertung der vorliegenden 20 Dax-Geschäftsberichte durch das Handelsblatt (Freitagausgabe).
Angesichts der heftigen Debatte um ausufernde Managergehälter wäre das eigentlich eine beruhigende Nachricht, würde sich hinter den Zahlen nicht Bemerkenswertes verbergen. Nach einer Analyse des Vergütungsberaters Heinz Evers für das Handelsblatt setzen sich die Jahresvergütungen inzwischen neben dem Fixgehalt aus bis zu fünf Variablen zusammen.
Der Kosmetikkonzern Beiersdorf etwa listet Ebit-, Sales- und persönliche Boni auf. Und das in den Kategorien kurz- oder langfristig. Dazu gibt es eine Wertbeteiligung am Unternehmen in drei Varianten: Base, Covered oder Matching Virtual Units. Für Aktionäre und selbst Aufsichtsräte ist das kaum noch verständlich.
Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.
Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).
Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.
Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.
Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.
Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).
Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.
Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).
Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.
Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).
Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.
Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).
Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.
Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.
Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.
Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).
Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner
Der Experte Evers vermutet hinter solchen Konstruktionen „risikodämpfende Systeme, die irgendwie immer einen Ausgleich schaffen“. Sinkt ein Bonus, steigt eine Tantieme an anderer Stelle. „Diese Tendenz“ hält er „für gefährlich“, weil es die Vergütungen der Manager stabilisiert und damit vom Geschäftserfolg abkoppelt. Dabei sollten gerade die Erfolgsbeteiligungen ein Leistungsmaßstab für gute Arbeit sein.
Bedenklich auch der seit einigen Jahren andauernde Trend, die Grundvergütung anzuheben. Noch nicht allzu lange ist es her, da galt eine halbe Million Euro Fixum als Schallmauer. Inzwischen liegt der Durchschnitt bei 1,34 Millionen Euro – Tendenz steigend. Mehrere Dax-Vorstände wie Daimler-Chef Dieter Zetsche oder Siemens-Chef Peter Löscher haben zwei Millionen Euro in der Tasche – egal wie das Geschäftsjahr läuft.

@MartinGer
>>> Solang das unternehmen profitabel ist und Werte für seine Aktionäre schafft, ist das doch in Ordnung. <<<
Ist es nicht ! Niemand mit einem Restfünkchen an Empathie würde sich in armen Ländern...bzw. in Ländern mit einer armen Bevölkerung, mit 'ner Gänsestopfleber auf den Marktplatz setzen und den Anderen wat vorkauen.
Dekadenz ist widerlich und spaltet die Gesellschaft.

MIT DURSCHNITTSWERTE SCHNEIDET SICH DIE MENSCHHEIT INS EIGENE FLEISCH !
Beispiel EU-Krise:
Mit Durchschnittswerte in Europa der Arbeitslosezahlen werden kurzfristig die betroffene länder besser gestellt...damit erleichtet man zwar den Ruf des landes aber dem bürger ist nicht geholfen.
Bei DAX-Bosse mit Durchnittswerte erleichtet man nur an solche wie Winterkorn zuviel zu behalten während die die weniger verdienen dann automatisch besser gestellt werden ohne einen einzigen cent mehr bekommen zu haben als bisher.
Somit schadet man deren Bosse die weniger und eher angemässener verdienen.
Mit Durschnittswerte bei Bankeinlagen oder ersparte Beträgen gibt man jedem Hartz4 einem betrag über 50 000 Euro als besitz an...hätte der betroffener dieser gelder würde man keinen hartz4 beziehen.
MAN BLOCKIERT DIE POLITIK MIT DURCHSCHNITTSWERTE...
da dann die die man unter der Lupe nehmen sollte und muß dann davon geschont weg kommen.
Schluß mit Durchschnittswerte, her mit Realzahlen, ran an die Problematik und endlich her mit mehr Gerechtigkeit.
Erst dann kann ein mensch beginnen zu erkennen daß sich im Fall Gerechtigkeit tatsächlich etwas besser geschieht als vorher...und erst dann macht der Mensch auch wieder mit.

Soll das mal einer verstehen warum der Pöbel gegen diese Gehälter sind. Ich verstehe es nicht. Solang das unternehmen profitabel ist und Werte für seine Aktionäre schafft, ist das doch in Ordnung. Weder Politik, noch der Pöbel oder andere sollten sich einmischen. Aktionäre und der Aufsichtsrat beschließen die Gehälter und tragen sie mit. Solang das unternehmen profitabel arbeitet, geht das total in Ordnung.
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