Köpfe

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Klaus Rosenfeld: Herkulesaufgabe bei Schaeffler

Klaus Rosenfeld musste in den vergangenen Wochen eine der kniffligsten Aufgaben lösen, die es für einen Finanzvorstand in Deutschland derzeit wohl geben kann: Er machte aus dem bislang verschwiegenen Familienkonzern Schaeffler ein transparentes Unternehmen.

Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld legte erstmals detaillierte Zahlen vor. Quelle: dpa
Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld legte erstmals detaillierte Zahlen vor. Quelle: dpa

MÜNCHEN. Wenn Klaus Rosenfeld einmal so richtig den Kopf freibekommen will, dann trainiert er für den Triathlon. Schwimmen, Rad fahren, rennen bis zum Anschlag, das ist ganz nach dem Geschmack des Schaeffler-Finanzvorstands. Den Triathlon von Kitzbühel musste er vor zwei Wochen allerdings trotz Anmeldung sausen lassen. „Did not start“, steht in den Ergebnislisten.

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So ganz verwunderlich ist das nicht, denn Rosenfeld – ohnehin als Workaholic bekannt – musste in den vergangenen Wochen eine der kniffligsten Aufgaben lösen, die es für einen Finanzvorstand in Deutschland derzeit wohl geben kann: Erst Ende Juni war die neue Schaeffler GmbH gegründet worden, in der das operative Geschäft des Familienkonzerns aus Herzogenaurach gebündelt ist. Gestern nun legte er erstmals in der Schaeffler-Geschichte ein detailliertes Zahlenwerk vor. „Für einen Bilanzierer ist das schon ein Leckerbissen“, sagt einer aus Rosenfelds Umfeld.

Der Kraftakt, er ist Rosenfeld wieder gelungen. Zuvor hatte er bereits eine andere Herkulesaufgabe gestemmt und mit den Gläubigerbanken eine Verlängerung und Neuaufteilung der Kredite ausgehandelt. Nur deshalb hat der angeschlagene Industrie- und Autozulieferer-Konzern noch Luft zum Atmen. Kein Wunder, dass Rosenfeld derzeit bei allen Beteiligten – der Familie, dem Unternehmen, den Gläubigern und bei der Beteiligung Continental – wohlgelitten ist.

Ob sein Chef Jürgen Geißinger auch einmal den künftigen Schaeffler-Conti-Konzern führen wird, bezweifeln inzwischen manche. Viel Porzellan ist in den vergangenen beiden Jahren bei der Übernahme des größeren Conti-Konzerns zerschlagen worden. Doch dass Rosenfeld eine zentrale Rolle spielen wird, dass ist derzeit unstrittig.

Es ist ein sportliches Duo, das da gestern auf dem Podium eines Münchener Luxushotels sitzt. In der zentralen Position Schaeffler-Boss Geißinger. Ein wenig angespannt wirkt er, doch die Augen des ehemaligen Handballers blitzen kampfeslustig auf wie eh und je.

Und daneben der Triathlet Rosenfeld, ein ganz anderer Typ. Wie ein Finanzvorstand und Ex-Banker wirkt er ja nicht unbedingt. Die Haare sind etwas länger, als man sie unter seinesgleichen in der Regel trägt. Ein wenig schöngeistig wirkt das, dazu passt auch gut das Hobby Geigenspiel. Auch hat er sich ein Faible für auffällige Krawatten bewahrt, diesmal ist sie von fröhlichem Grün. Mit ruhiger, sonorer Stimme trägt Rosenfeld die Zahlen vor. Darf er bei Nachfragen einmal nicht konkreter werden, antwortet er schon einmal mit einem lässigen: „Sorry, ne.“

In der Stunde der größten Not war Rosenfeld einst von der Commerzbank zu Schaeffler gekommen. Die Gläubigerbanken brauchten einen Ansprechpartner, dem sie vertrauten. Und die Schaefflers suchten einen Finanzvorstand, der die verschachtelte und verschwiegene Gruppe fit machte für den Kapitalmarkt. Denn ohne die Aufnahme externer Investoren wird der immense Schuldenberg aus der Conti-Übernahme kaum abzubauen sein.

Rosenfeld war der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt. Er hatte seit seiner Ausbildung bei der Dresdner Bank gearbeitet, es bis in den Vorstand geschafft. Nach der Übernahme durch die Commerzbank war er auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

Das Zusammenspiel mit Geißinger, beteuern Leute im Umfeld der beiden, läuft trotz der unterschiedlichen Charaktere gut. Es ist von Vorteil, dass die Felder klar abgesteckt sind.

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