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Kritik an Deutsche-Bank-Chef: Ackermann schürt die Diskussion um die Frauenquote

Der Kampf um mehr Frauen in Führungspositionen gewinnt an emotionaler Schärfe: Mit seiner Ablehnung der Frauenquote und unbedachten Äußerungen, Frauen würden die Vorstände "farbiger und schöner" machen, provoziert Deutsche-Bank-Chef Politikerinnen wie Unternehmerinnen. Eine Exklusiv-Umfrage zeigt jetzt: Die Mehrheit der deutschen Führungskräfte lehnt die Frauenquote ab.

Josef Ackermann: Mit seiner Äußerung zur Frauenquote sorgte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank mal wieder für Empörung. Quelle: DAPD
Josef Ackermann: Mit seiner Äußerung zur Frauenquote sorgte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank mal wieder für Empörung. Quelle: DAPD

HB DÜSSELDORF. Deutschlands Politikerinnen und Unternehmerinnen sind auf den Barrikaden: „Wer es farbiger und schöner mag, soll auf eine Blumenwiese gehen oder ins Museum“, ereifert sich Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Auch die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin hate dem Bankchef bereits empfohlen, sich Bilder an die Wand zu hängen, wenn er mehr Farbe haben wolle. Und die Chefin des Pro-Sieben-Sat-1-Senders Sixx, Katja Hofem-Best sagt: "Frauen machen Gremien nicht nur farbiger und schöner - das ist ein angenehmer Begleiteffekt - sie machen Gremien vor allem effektiver und erfolgreicher. Es wird Zeit, dass weibliche Kompetenz dahin kommt, wo sie hingehört: also auch in die Führungsetagen."

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Es war gar nicht seine Ablehnung einer generellen Frauenquote, für die Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann diese Schelte bezieht. Mit wenigen, aber provozierenden Sätzen hatte er die Frauen gegen sich aufgebracht. Er und sein Vorstand hätten ein Projekt gestartet, „wo wir immer wieder Frauen ganz speziell auch in Gruppen zusammenfassen, Ausbildung vermitteln, Coaching, dass sie Projekte mitbetreuen, dass sie auch an Führungskonferenzen teilnehmen, auch wenn es vielleicht von der Positionierung nicht immer so wäre“, sagte er in einer Pressekonferenz und ergänzte: Leider sei es bisher nicht gelungen, eine Frau für das Group Executive Committee zu finden, also die Ebene unter dem Vorstand: „Aber ich hoffe, dass das irgendwann dann farbiger sein wird und schöner auch."

Seitdem bemüht sich die Bank, den Schaden zu begrenzen. Sein Sprecher betont, alle Äußerungen seien aus dem Kontext gelöst und die Frauenförderung sei der Bank ein wichtiges Anliegen. Mit Zigarre und Herrenklub habe das Frauenbild des Chefs nichts zu tun.

Doch die Äußerung ist in der Welt und auch Julia Klöckner, CDU-Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz, kann sich leichten Spott nicht verkneifen: „Da Herr Ackermann lautstark den leistungsbezogenen Aufstieg von Frauen propagiert, kann es nicht mehr lange dauern, bis die Führung der Deutschen Bank weiblicher wird.“

Doch der Weg dahin ist weit. Der Frauenanteil im Vorstand beträgt derzeit null Prozent. Offenbar haben die zahlreichen Frauenförderungsprogramme der Bank noch nicht die durchschlagende Wirkung. So waren insgesamt im Jahr 2009 44,3 Prozent der Beschäftigten der Deutschen Bank Frauen, aber nur 16,1 Prozent schafften es in eine Führungsfunktion.

  • 08.02.2011, 20:12 UhrStefan Wischniowski

    Unter dem Deckmantel der Weltverbesserung ist schon so manche Katastrophe angezettelt worden. Die Verletzung unserer basisgrundwerte ist eine solche Katastrophen und wie immer, wenn die verblendete Volksseele ihr Heil in neuen ideen und Strukturen sucht, werden diese Universalrechte verhandelbar oder deren Reduzierung „alternativlos“.
    Skurril ist bei jeder Quotierung von Arbeitsplätzen nach angeborenen Eigenschaften die Akzeptanz einer offensichtlich die Zielrichtung selbst kompromittierenden Lösung. Die Gleichheit soll durch Diskriminierung erreicht werden. Planzielherstellung vor gesetzlicher Grundlagenschaffung.
    Die Grundlagen sind die Vereinbarkeit von Familie und beruf und können bestimmt verbessert werden. Es bleibt jedoch jedem Einzelnen die staatlich unbeeinflusste Entscheidung der entsprechenden Kombination. Selbstredend kann sich niemand im Stande fühlen Leistungen entsprechend eines Jahresgehalts von über 1 Mio. zu erbringen und gleichzeitig die Kinderbetreuung zu übernehmen. Das wäre sowohl ungerecht den Vollprofis gegenüber als auch unter der Annahme gleicher Arbeitsleistung schlicht weltfremd.
    Es ist bezeichnend, wenn eine Gesellschaft sich ihre ureigenen Grundwerte streitig machen lässt und die geschlechtsbezogene Diskriminierung zulässt. Ob damit die frauenfeindlichen islamisten fluchtartig zum Rückzug bewegt werden sollen oder es eigentlich nur um Aufsichtsratsposten für unbrauchbare Politikerinnen geht, bleibt abzuwarten.

  • 07.02.2011, 18:26 UhrAugenlicht

    Man muß es ihm nachsehn. Er ist halt Schweizer. Wann wurde da doch gleich das Frauenwahlrecht eingeführt.
    Der alte Mann kommt der Zeit einfach nicht mehr hinterher. Zeit für den Nachwuchs. Am beste ein F...

    ceterum censeo : out of Euro

  • 07.02.2011, 17:25 UhrGeorge Best

    Frauen in banken entspricht auch den Studienfächern (bWL, Jura, VWL) in der Modebranche der Neigung. Aber einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist der Maschinen- und Anlagenbau. in meinem Studium hatten wir 3 Frauen bei 150 Männern. Sicher, das ist jetzt 20 jahre her, aber ich behaupte dass sich so viel nicht geändert haben wird. Wenn also Frauen in den Vorstand sollen, dann müssen sie erstmal in der Ebene darunter auftauchen und dann erstmal Abteilungsleiterin werden und vorher Projektleiterin und davor ingenieurwissenschaft studieren.....

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