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Liste veröffentlicht: Madoff beziffert Vermögen auf über 800 Millionen

Der wegen Betrugs unter Anklage stehende Ex-Nasdaq-Chef Bernard Madoff hat in einer Liste seiner Vermögenswerte offen legen müssen.

Bernard Madoff steht in New York wegen Betrugs vor Gericht. Quelle: dpa
Bernard Madoff steht in New York wegen Betrugs vor Gericht. Quelle: dpa

rtr NEW YORK. Der geständige Milliardenbetrüger Bernard Madoff und seine Frau haben ihr Vermögen laut Gerichtsakten auf über 823 Mio. Dollar beziffert. Die Liste der Vermögenswerte, die der frühere Nasdaq-Chef im Dezember der US-Aufsichtsbehörde SEC übergeben musste, wies allein den Wert der von Madoff geführten Firma mit 700 Mio. Dollar aus. Das zuständige Gericht hatte die Liste am Wochenende öffentlich gemacht.

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Der 70-jährige hatte zuvor Berufung gegen die Entscheidung des Richters eingelegt, ihn bis zur Urteilsverkündung am 16. Juni hinter Gitter zu schicken. Madoff droht eine Strafe von insgesamt 150 Jahren Gefängnis.

Viele der angegebenen Vermögenswerte laufen auf Ruth Madoffs Namen, darunter auch das Luxus-Appartement, in dem ihr Ehemann bis zu Prozessbeginn am Donnerstag unter Hausarrest gestanden hatte. Der Wert des Eigenheims in Manhattan wurde mit sieben Mio. Dollar angegeben. Zudem waren Grundstücke im Gesamtwert von 19 Mio. Dollar in Long Island in New York sowie in Florida und Südfrankreich auf Ruth Madoff ausgewiesen. Möbel und Kunstgegenstände in den vier Anwesen des Ehepaares schlugen mit rund zehn Mio. Dollar zu Buche.

Anfang März hatten die Anwälte von Ruth Madoff vor Gericht erklärt, ihr gehörten Vermögenswerte in Höhe von 69 Mio. Dollar, darunter das Appartement in New York. Da in der jetzt veröffentlichten Liste auch Wertpapiere in Höhe von 45 Mio. Dollar auf ihrem Namen aufgeführt sind, war diese Summe offenbar als zu niedrig angesetzt. Die Anwälte der Madoffs wollten die Veröffentlichung der Daten nicht kommentieren. Das private und geschäftliche Vermögen von Bernard Madoff wurde nach seiner Festnahme im Dezember eingefroren.

Gegen die Abweisung seiner Kaution von zehn Mio. Dollar hat Madoff Berufung eingelegt. Damit wehrte er sich dagegen, dass er nach dem Willen des Gerichts bis zur Verkündung des Strafmaßes am 16. Juni hinter Gitter bleiben soll und nicht weiter unter Hausarrest in seinem New Yorker Appartement gestellt wird. Über die Beschwerde Madoffs soll am Donnerstag verhandelt werden.

Madoff hatte sich zum Prozessauftakt am Donnerstag im größten Betrugsfall in der Geschichte der Wall Street in allen elf Anklagepunkten schuldig bekannt. Madoff räumte ein, über 20 Jahre hinweg ein gigantisches Schneeballsystem betrieben und so Tausende Anleger um bis zu 50 Mrd. Dollar geprellt zu haben. Die Anklageliste umfasst unter anderem Wertpapierbetrug, Fälschung von Briefen, Computerbetrug, Geldwäsche und Meineid. Banken und Anlegern rund um den Globus drohen Milliardeneinbußen. Viele jüdische Wohltätigkeitsorganisationen, die ihr Geld von Madoff haben verwalten lassen, stehen vor dem Aus.

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