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Manfred Fuchs: Der Gründer des Satellitenbauers OHB kämpft um seinen Ruf

Am Ende blieb dem Patron keine andere Wahl. Manfred Fuchs, Gründer, Mehrheitsaktionär und Aufsichtsratschef des Bremer Technologiekonzerns OHB, warf seinen wichtigsten Angestellten Berry Smutny raus. Der Chef der überaus erfolgreichen Satellitentochter stolperte über die Enthüllungsplattform Wikileaks und muss nach nur 18 Monaten das Unternehmen verlassen.

Berry Smutny ist als erster Top-Manager in Deutschland nach Wikileaks-Veröffentlichungen entlassen worden. Quelle: dpa
Berry Smutny ist als erster Top-Manager in Deutschland nach Wikileaks-Veröffentlichungen entlassen worden. Quelle: dpa

MÜNCHEN. Der Schritt sei "alternativlos", um Schaden von dem Konzern abzuwenden, teilte OHB mit. Smutnys Posten übernimmt jetzt Marco Fuchs, Sohn des Firmengründers.

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Smutny, einst vom Konkurrenten Astrium abgeworben, stolperte über die Enthüllungsplattform Wikileaks. Die norwegische Zeitung "Afterposten" veröffentlichte Aussagen Smutnys aus einer Depeschensammlung, die der OHB-Manager gegenüber US-Diplomaten gemacht haben soll. Unter anderem soll Smutny das geplante europäische Satellitenprojekt "Galileo", das vor allem den Interessen Frankreichs diene, als "Geldverschwendung" bezeichnet haben.

Brisant ist dabei, dass sich OHB erst Anfang 2010 für 566 Millionen Euro den Zuschlag für den Bau der Galileo-Positionssatelliten gesichert hatte. Smutny erklärte zwar unter Eides statt, die Aussagen nie gemacht zu haben. Aber es half nicht. Manfred Fuchs musste häufig zum Telefon greifen, um aufgeregte Gemüter aus der Branche und der Politik zu beruhigen. Sein Ruf und sein Lebenswerk standen auf dem Spiel.

Fuchs und seine "Orbitale Hochtechnologie Bremen" sind untrennbar miteinander verbunden. Fuchs hat gemeinsam mit seiner Frau Christa aus der ehemaligen Werkstatt für Hydraulikmaschinen einen schillernden Technologiekonzern geformt, der auf den Bau von Kleinsatelliten sowie Datenübertragung spezialisiert ist. OHB setzte damit 2009 rund 320 Millionen Euro um und hat nun - dank Galileo - Aufträge für über eine Milliarde Euro in den Büchern stehen. Dem ehemaligen Ingenieur der MBB Erno, eines EADS-Vorläufers, halfen bei seinem Aufstieg technische Fähigkeiten ebenso wie sein Geschick, gut funktionierende Netzwerke in der Politik aufzubauen.

Fuchs gilt als "bester Strippenzieher der Branche". So hat sich OHB die Raumfahrttochter der MAN gesichert und ist mit der MT Aerospace in Augsburg der größte deutsche Zulieferer für Ariane-Raketen. 2008 hätte OHB beinahe drei deutsche Airbus-Werke gekauft.

Im Satellitengeschäft gelangen Fuchs gleich mehrere Geniestreiche. OHB baute die ersten Spionagesatelliten für die Bundeswehr und sicherte sich den Auftrag für das neue europäische Meteosat-Projekt. Der Zuschlag für die Galileo-Satelliten war der bislang größte Erfolg, der nun auf keinen Fall gefährdet werden darf. Das Recht, Galileo "Geldverschwendung" zu unterstellen, hat eben nur die Politik. Keinesfalls ein Auftragnehmer.

  • 21.01.2011, 11:07 UhrAnonymer Benutzer: Orwell

    Den Franzosen die Wirtschaftsspionage in die Schuhe zu schieben, war sicherlich eine bewusste Täuschung der Amerikaner. Für diese Täuschungstaktik ist Smutny zu recht entlassen worden. Aufrichtiger war sein Nachfolger Marco Fuchs. Dieser hat in einem interview mit Welt online zugestanden, dass die bundeswehrsatelliten Taliban in Afghanistan überwachen. Mit dieser Technik kann man natürlich auch die Chefs der großen deutschen Unternehmen überwachen. Seitdem bremer bürger gegen die Anwendung der Satellitentechnologie gegen Menschen öffentlich protestiert haben, behauptet Manfred Fuchs, er wisse nicht, wofür die bundeswehrsatelliten eingesetzt würden. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass Manfred Fuchs auch zurücktritt…

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