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Mehdorn folgt Hunold: „Höchste Zeit für einen Neustart“ bei Air Berlin

Paukenschlag bei Air Berlin: Nach den schlechten Zahlen heute hatte Vorstandschef Joachim Hunold offenbar keine Wahl mehr und tritt zurück. Fast noch spannender: Sein Nachfolger wird der ehemalige Bahnchef.

Hartmut Mehdorn (r.) übernimmt den Chefsessel bei Air Berlin von Joachim Hunold (l.) Quelle: dapd
Hartmut Mehdorn (r.) übernimmt den Chefsessel bei Air Berlin von Joachim Hunold (l.) Quelle: dapd

Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold legt seinen Posten zum 1. September nieder. Das kündigte er am Donnerstag in einer Telefonkonferenz in Berlin mit. Der Verwaltungsrat (Board of Directors) von Air Berlin nahm den entsprechenden Vorschlag Hunolds am Donnerstagnachmittag an, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist eine Aktiengesellschaft (plc) nach britischem Recht.

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Hunold schlug für einen Übergangszeitraum den früheren Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn als neuen Vorstandschef von Air Berlin vor. Auch dem stimmte der Verwaltungsrat zu. Damit löst Mehdorn in zwei Wochen Hunold ab.

Hunolds Rücktritt Tragische Notlandung

Seine hemdsärmelige, zupackende Art hat Joachim Hunold die größten Erfolge beschert. Doch nun wuchs dem Selfmade-Unternehmer die Herausforderung über den Kopf. Für Air Berlin geht es um alles oder nichts. Ein Kommentar.

Hunolds Rücktritt: Tragische Notlandung

Das Gremium zollte Hunold Respekt und erklärte, „ohne sein konsequentes, langfristig ausgelegtes Wirken“ wäre Air Berlin nicht zur Nummer zwei in Deutschland und Nummer sechs in Europa geworden. Hunold werde der Gesellschaft als Non-Executive Director verbunden bleiben, hieß es weiter. Die Berufung Mehdorns habe die Voraussetzungen „für eine schnelle und umfassende Anpassung“ der Gesellschaft an das veränderte Marktumfeld gegeben.

Hunold sagte, er habe für sich entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Air-Berlin-Spitze gekommen sei. Ein Nachfolger können nun „unbelastet“ den eingeleiteten Sparkurs fortsetzen. Air Berlin hatte auch im zweiten Quartal einen Verlust geschrieben. Das Unternehmen kündigte Einschnitte ins Streckennetz an und will seine Flotte verkleinern.

Hartmut Mehdorn Der Abgeschriebene ist zurück

Hartmut Mehdorn entwickelte sich als Bahn-Chef zum Prügelknaben der Republik. Doch jetzt ist er wieder da - als Übergangschef der Fluggesellschaft Air Berlin. Was viele nicht wissen: Die Branche kennt er gut.

Hartmut Mehdorn: Der Abgeschriebene ist zurück

Obwohl Mehdorn den Vorstandsposten nur für eine Übergangszeit einnehmen werde, wolle er Entscheidungen treffen, sagte er am Donnerstag: „Ich habe schon die Absicht, da etwas zu bewegen. Ich versuche da mal, die Fäden zusammenzuknoten.“ Was er konkret angehen wolle, könne er aber erst in einigen Wochen sagen, erklärte Mehdorn.

Mehdorn zollte Unternehmensgründer Joachim Hunold dafür Respekt, dass er von sich aus zurückgetreten sei. „Ich finde das toll, er ist einer der ganz wenigen Unternehmensführer, der sagt, ich habe das aufgebaut, und jetzt ist eine andere Zeit und jetzt sollen das andere machen“, sagte Mehdorn. Hunold habe sich seit längerem mit dem Gedanken getragen. „Ich finde das grandios, mich hat das tief beeindruckt.“ Hunold und Mehdorn sind seit längerem befreundet.

Mit Blick auf Air Berlin sagte Mehdorn dem Berliner „Tagesspiegel“: „Da muss eine Menge passieren, um wieder profitabel zu werden.“ Genaueres könne er aber erst in einigen Wochen sagen. Schwierige Aufgaben hätten ihn aber „noch nie geschreckt“.

Bahn Mehdorns Pleiten, Pech und Pannen

  • Bahn: Mehdorns Pleiten, Pech und Pannen
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Er selbst freue sich, dass er die Führung einer Fluggesellschaft übernehmen könne. Die Luftfahrt sei trotz fast zehn Jahren an der Bahn-Spitze seine Lieblingsbranche geblieben, sagte der 69-Jährige. „Ich bin ja kein junger Mann mehr, ich bin ja aus dem Alter raus, wo man Karriere machen will oder muss.“ Die ersten beinahe 30 Jahre seiner Laufbahn hatte der Ingenieur Mehdorn bei Flugzeugherstellern verbracht.

Die Air-Berlin-Aktie drehte nach Hunolds Ankündigung ins Plus und legte binnen Minuten um 4,4 Prozent zu. Air Berlin hatte nach Jahren der Expansion und hohen Verlusten zuvor beschlossen, sein Streckennetz auszudünnen.

  • 02.09.2011, 10:59 UhrAnonymer Benutzer: wolfram.kuehn.83043@t-online.de

    Wer entsorgt endlich den Versager Mehdorn. Was der mit der Bahn gemacht hat ist ja wohl für jedermann sichtbar. Bei der jetzigen EADS wurde er gottseidank rechtzeitig weggelobt, und konnte so die Fa. nicht nachhaltig ruinieren, war aber auf dem besten Wege dorthin. Ich habe ihn damals hautnah erlebt, und kann den AIR BERLIN Mitarbeitern nur mein Mitgefühl aussprechen. Der hat von nichts eine Ahnung, das aber gründlich. Er zerschlägt nur funktionierende Fa. Strukturen dort, wo es der Fa. richtig weh tut. Der gehört in eine Reihe mit seinen Mitversagern gestellt, wie Schremmp, Lopez und Co. Schade um AIR BERLIN.

  • 18.08.2011, 17:02 UhrDiamant

    Oha...ich glaub, alle die ind Start- oder Einflugschneisen leben sollte sich ganz schnell ne Gute Versicherung suchen^^
    Wenn die AB ab jetzt die Wartungen so durchführen wie die Bahn früher in Berlin, na dann Prost Mahlzeit - dann wirds bald Flugzeuge regnen^^

  • 18.08.2011, 15:47 Uhroeconom

    Herr Mehdorn hätte mal die Deutsche Bahn "bewegen" sollen. Statt dessen hat er mit Duldung der Politik die Deutsche Bahn in einen unzuverlässigen Saftladen mit peinlichen Problemen heruntergewirtschaftet. Er ist grandios gescheitert. Und jetzt Air Berlin ?? Wer sucht diese Leute aus ??

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