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Mit Mode: Diese Frau soll Ebays Zukunft sichern

Miriam Lahage soll beim Online-Marktplatz Ebay für Wachstum und Umsatz sorgen und damit die Zukunft des Konzerns sichern. Keine leichte Aufgabe, die die Managerin mit Mode lösen will. Ihre Erfahrung hilft ihr dabei.

von Christoph Kapalschinski
Miriam Lahage: Die Managerin will Ebay wieder zum Trend machen. Quelle: Ebay
Miriam Lahage: Die Managerin will Ebay wieder zum Trend machen. Quelle: Ebay

FrankfurtMiriam Lahage beendet das Gespräch mit einem Scherz: "Wenn Sie über mich schreiben, machen Sie mich doch bitte ein paar Zentimeter größer." Schließlich sei doch ihre Aufgabe alles andere als klein: Sie soll als Mode-Managerin den Online-Marktplatz Ebay, oft verschrien als bessere Kleinanzeigenbörse, für Markenhersteller attraktiver machen - und so für Wachstum beim Umsatz sorgen. Denn in Sachen Wachstum ist Ebay zuletzt hinter den Konkurrenten Amazon zurückgefallen, der sich immer mehr als Internetkaufhaus und Online-Handelsplattform etabliert.

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Was Lahage von London aus aufbaut, ist somit entscheidend für die Zukunft von Ebay. Das Unternehmen legte am Mittwoch nach Redaktionsschluss Quartalszahlen vor. Das ursprüngliche Geschäftsmodell, Online-Auktionen für Privatleute und kleine Händler, ist längst ausgereizt. Jetzt geht es darum, große Marken und Handelsriesen auf die Plattform zu bekommen. Lahage reist durch Europa und die USA, um solche Anbieter davon zu überzeugen, dass sich Ebay neu erfunden hat.

Kuriositäten Skurrile Ebay-Auktionen

  • Kuriositäten: Skurrile Ebay-Auktionen
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Marken wie Triumph und Runners Point nutzen bereits die Möglichkeit, Restposten mit größeren Bildern und exklusiverer Aufmachung anzubieten. "Bei Mode geht es um die Magie des Kaufens", sagt Lahage. Die Kunden seien hier weniger vernunftgesteuert als bei Elektronik, entsprechend müssten die Seiten anders aussehen. 9,7 Milliarden Dollar Umsatz allein mit Mode habe Ebay im vergangenen Jahr gemacht. Da sei Luft nach oben.

Lahage nutzt die Erfahrung, die sie in den USA beim Textildiscounter TJX - in Deutschland: TKmaxx - gesammelt hat. Dort arbeitete sie 22 Jahre, von der stellvertretenden Filialleiterin bis zur Einkaufsdirektorin. "Als Einkäuferin bist du nur so gut wie dein Gespür für die Trends der nächsten sechs Monate - und dein Geschick, den Preis zu drücken", sagt sie.

Nach einer Zwischenstation bei einem Start-up in London will sie jetzt Ebay wieder zum Trend machen. Die Designer Derek Lam und Alexander Wang hat sie bereits mit Aktionen auf die Modeplattform geholt, ähnliche Kooperationen sollen folgen: "Die Branche soll erfahren, dass sie mit uns ihre Wirkung verstärken kann - ohne dass wir als Verkäufer mit ihnen in Konkurrenz treten", sagt sie mit einem Seitenhieb auf Mitbewerber Amazon, der mit eigenem Versandhandel mit seinen Partnern konkurriert. Ganz passend aber ist dieser Seitenhieb nicht: Ebay hat gerade den Einkaufsclub Brands4Friends gekauft und stellt dessen Angebote auf seine Seite, wird also ebenfalls Anbieter.

Potenzial für Wachstum gibt es dennoch: Zahlreiche deutsche Modemarken starten derzeit eigene Online-Läden oder bauen sie aus, etwa Betty Barclay und Tom Tailor. Sie könnten Ebay als zusätzlichen Verkaufskanal nutzen, beispielsweise für Restposten. Dazu sollen neue Techniken beitragen - vor allem mobil. Lahage kommt das ganz gelegen: "Ich war schon immer ein Technik-Geek."

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