_

Modebranche: Escada-Chef verscherbelt seine Aktien

Der Chef des insolventen Modeherstellers Escada hat all seine Anteile an dem Unternehmen verkauft. Ein gutes Geschäft war dies aber wohl nicht. Denn Bruno Sälzer hat mehr als 90 Prozent seines Anlagebetrags verloren.

_
Bruno Sälzer, Chef des in Schieflage geratenen Modeherstellers Escada. Quelle: dpa
Bruno Sälzer, Chef des in Schieflage geratenen Modeherstellers Escada. Quelle: dpa

HB MÜNCHEN. Escada-Chef Bruno Sälzer hat seine Anteile an dem insolventen Damenmodehersteller komplett abgestoßen. Sälzer und seine Frau Jessica hätten ihre insgesamt rund 286 000 Stückaktien verkauft, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Nach dem drastischen Kursverfall der Aktie im Zuge der Pleite lag ihr Erlös bei nur noch rund 230 000 Euro. Ursprünglich hatten Sälzer und seine Frau rund drei Mio. Euro an eigenem Geld in das Unternehmen gesteckt. Der vor gut einem Jahr als Retter zu Escada geholt Sälzer hat damit über 90 Prozent des Anlagebetrags verloren.

Anzeige

Ein Escada-Sprecher erklärte, Sälzer wolle sich auf seine Rolle als Vorstandschef konzentrieren und jeglichem Interessenkonflikt bei der Investorensuche für das Unternehmen vorbeugen. Aus dem gleichen Grund habe sich auch Escada-Produktionsvorstand Werner Lackas von seinen knapp 101 000 Escada-Aktien getrennt. Lackas erlöste knapp 88 000 Euro. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Gerloff dürfte schon in den nächsten Wochen mit Interessenten Gespräche über einen Verkauf des Unternehmens oder Teilen davon führen. Transaktionen könnten den Aktienkurs, der zuletzt massiv bis auf 59 Cent einbrach, wieder beflügeln.

Escada mit weltweit rund 2 300 Beschäftigten hatte in der vergangenen Woche Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen war durch hohe Verluste, Umsatzrückgänge und eine große Schuldenlast in die Existenzkrise geraten, ein Rettungskonzept für den Luxusmodehersteller scheiterte. Escada kämpft seit langem mit hohen Verlusten und schlecht laufenden Kollektionen.

Anders als Altaktionäre, Banken und Mitarbeiter wollten sich die Gläubiger einer 200 Millionen Euro schweren Unternehmensanleihe zuletzt nicht an der Rettung beteiligen. Damit fiel der Restrukturierungsplan von Sälzer in sich zusammen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Rechtsberatung: Angst vor der Haftungsfalle

Angst vor der Haftungsfalle

Während Deutschlands Richter ihre Fehler so gut wie nie verantworten müssen, kann es Anwälte vergleichsweise schnell treffen. Deutsche Wirtschaftskanzleien flüchten deshalb zunehmend in ausländische Gesellschaftsformen.

Teure Reparaturen: Haarrisse in A380 kosten Airbus Millionen

Haarrisse in A380 kosten Airbus Millionen

Branchenkenner und Airbus-Insider rechnen damit, dass die Haarrisse in den Tragflächen des A380 Airbus bis zu 100 Millionen Euro kosten werden. Das Geld fließt in Reparaturen, Inspektionen und neue Maschinen.

Zugdrachen ziehen nicht: SkySails entlässt die halbe Belegschaft

SkySails entlässt die halbe Belegschaft

Der Hersteller von Zugdrachen für die Schifffahrt muss jeden zweiten Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen leidet darunter, dass die Reeder derzeit kein Geld haben, um in die innovative Technologie zu investieren.

  • Video

Projekt Zukunft Kavitation - Wasser reinigen mit Ultraschall

Antibiotika, Psychopharmaka, Hormone - viele Stoffe gelangen über das Trinkwasser in die Nahrungskette, ohne dass die Menschen es wissen. Denn die biologisch wirksamen Substanzen werden in den Kläranlagen nicht vollständig abgebaut.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.