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Motel One: Dieter Müllers Hotel-Discounter

Der Chef der Hotelkette Motel One, Dieter Müller will nach Deutschland jetzt auch Europa erobern. Und falls das Eigenkapital oder das der Familie Hopp nicht reicht, dann geht er an die Börse.

Dieter Müller, Vorstandsvorsitzender Motel One Group. Quelle: PR
Dieter Müller, Vorstandsvorsitzender Motel One Group. Quelle: PR

Mit einem Verkauf, das weiß Dieter Müller, würde er derzeit ein Vermögen machen. Rund eine halbe Milliarde Euro ist Motel One, Deutschlands größte Budgetkette, mittlerweile wert. Fast 40 Hotels hat der 58-Jährige in den vergangenen zwölf Jahren eröffnet, 2011 setzte das von ihm gegründete Unternehmen mehr als 130 Millionen Euro um, der Gewinn lag bei rund 23 Millionen Euro.

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Investoren unterbreiten Müller ständig Angebote, sagt er selbst. Ein richtiger „Hype“ sei das schon. Dass sie alle an sein Konzept, seine Marke glauben, macht den 58-Jährigen stolz - auf die Angebote eingehen will er trotzdem nicht. Denn ein Verkauf wäre doch verrückt, erklärt er. Wie solle man in diesen schwierigen Zeiten so viel Geld sinnvoll anlegen? Da mache er doch lieber weiter.

Weitermachen, damit meint Müller: expandieren. Nachdem er in Deutschland mit seinem Konzept - viel Design für wenig Geld - die Hotelbranche nachhaltig verändert hat, möchte er nun auch Europa erobern. Die Finanzierung, da ist er sich sicher, wird keine Probleme machen: Entweder reichen ihm sein Eigenkapital und das der Familie Hopp, die wesentliche Anteile an Motel One hält, oder er geht mit dem Unternehmen an die Börse: „Das ist durchaus eine Option“, erklärt er.

Tourismusbranche

In Wien hat Müller bereits ein Haus eröffnet, demnächst stehen Edinburgh, Salzburg, Brüssel und Amsterdam auf dem Programm. Eigentlich, das gibt er zu, wollte er schon viel weiter sein mit der Internationalisierung, doch die Finanzkrise habe ihn bei seinen ehrgeizigen Plänen zurückgeworfen. Und die sehen vor: Bis 2016 sollen 40 Prozent des Umsatzes aus dem Ausland kommen - bislang sind es nur magere acht Prozent.

Doch sein Konzept, sagt er, werde sich durchsetzen. Es ist dieser Pragmatismus, der den gebürtigen Saarländer auszeichnet. Der Manager, der heute in München lebt, begann seine Karriere beim Konkurrenten Accor, gründete 1987 Astron. 15 Jahre später verkaufte er die Hotelgruppe mit ihren 45 Häusern an die spanische Kette NH. Zum einen, weil er im Segment der Drei- und Vier-Sterne-Häuser, in dem er damals tätig war, kaum Entwicklungschancen sah, zum anderen, weil er die Idee hatte, in eine Nische vorzudringen, die bis dahin von Pensionen und Gasthöfen besetzt war.

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