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Neue Beraterfirma: Maschmeyer und Rürup stürzen sich ins Abenteuer

Der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und der Ex-Wirtschaftsweise Bert Rürup wollen es noch einmal wissen: Sie gründen eine Beratung für Alters- und Gesundheitsvorsorge. Beide wollen sich damit einen Traum erfüllen - und haben einen prominenten Politiker als weiteren Partner im Visier.

Carsten Maschmeyer trat zuletzt mit seiner Lebensgefährtin Veronica Ferres als großer Spender auf. Quelle: dpa
Carsten Maschmeyer trat zuletzt mit seiner Lebensgefährtin Veronica Ferres als großer Spender auf. Quelle: dpa

BERLIN/FRANKFURT. Sie könnten sich einen Marktstand teilen. Der eine preist ihn an, der andere wickelt ihn ein - den Fisch. Carsten Maschmeyer und Bert Rürup sind ein kongeniales Team. Der Ex-AWD-Chef und der Ex-Wirtschaftsweise kennen sich seit Jahren. Anfang 2010, schon gleich also, verwirklichen sie das, was sie im Gespräch mit dem Handelsblatt "einen Traum" nennen: Sie gründen ein eigenes Beratungsunternehmen. Die Maschmeyer-Rürup-AG heißt es. Wie auch sonst. Sie wollen damit Banken, Versicherer und Regierungen in Alters- und Gesundheitsvorsorgefragen berateneine: ein Verkäufer, wie er im Buche steht. Es gibt nichts, was AWD-Gründer Maschmeyer nicht an den Mann bekommt. Seine Begeisterung ist ansteckend. Zuletzt hat sie den Versicherer Swiss Life angesteckt, der Maschmeyer sein Unternehmen abgekauft hat. Ob die Käufer mit ihren Neuerwerbungen immer glücklich werden, steht auf einem anderen Blatt.

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Der andere: ein Berater, der auch ungefragt den Mund aufmacht. Bert Rürup war als Vorsitzender des Sachverständigenrats kein Bequemer. Als Professor im Unruhestand und Namensgeber der Rürup-Rente berät er den AWD, der nicht zuletzt Altersvorsorgeprodukte verkauft. "Kein Scherz", titelte der AWD am ersten April über sein Papier, in dem er die Personalie mitteilte. Der Professor und der Selfmademan können gut miteinander. Sie schieben sich im Gespräch die Bälle zu. "Wir werden unseren Traum, Konzepte für die Alters- und Gesundheitsvorsorge weltweit mit unserer Hilfe zu installieren, jetzt umsetzen", sagt Maschmeyer.

Man wolle nicht McKinsey Konkurrenz machen. "Wir werden eher ein exklusiver Ratgeber und Begleiter für Entscheidungsträger sein." Von der Kombination ist auch Rürup angetan. "Maschmeyer hat die große unternehmerische Erfahrung und das Vertriebs-Know-how. Ich bringe die analytische Kompetenz ein", stellt er fest. So einfach ist das. Mit 66 Jahren muss niemand mehr bescheiden sein. Und dieses Duo schon gar nicht.

Maschmeyer greift, wie es seine Art ist, fast zu den Sternen: "Rürup ist Rentenpapst, viele sehen in mir den Vertriebspapst", lautet seine Sicht der Dinge. Das Unternehmen wird mit zwölf Mitarbeitern starten. Designierter Vorstandschef ist Maschmeyer. Rürup wird Vorstandsmitglied. Zusammen halten die beiden Unternehmensgründer 100 Prozent der Anteile. Es ist nicht Maschmeyers erster Traum, den er da angeht. Ursprünglich verfolgte der Selfmademan die Idee, den AWD zum weltgrößten unabhängigen Finanzdienstleister zu machen.

  • 14.12.2009, 21:58 UhrJonas

    > beide wollen sich damit einen Traum erfüllen

    Klar, den Traum, sich die Taschen zu füllen, mit dem Geld ihrer Kunden. Den Traum hätte ich auch, mir fehlt nur die Skupellosigkeit.

    Ob AWD, ob Altersvorsorge nach Rührup, ob Altersvorsorge nach Riester, inzwischen ist hinreichend belegt, daß an deren Wegen stets einer den kürzeren gezogen hat: Der Kunde.

  • 14.12.2009, 22:08 UhrWS

    ... na Herr Maschmeyer, schon wieder Flaute im bett ?

  • 14.12.2009, 22:40 UhrWilly

    Zuerst verscherbelt Maschmeyer seinen AWD noch vor dessen absehbarer Flaute an die Swiss Life, anschließend installieren Maschmeyer/Rürup durch Kopie einer ähnlichen Geldvernichtungs-Maschine eine neue Konkurrenz zur Swiss Life.

    Die Träume der Anleger von einem sicheren und stabilen Wertzuwachs bleiben vermutlich unerfüllt im Gegensatz zum Volle-Taschen-Traum der initiatoren Maschmeyer/Rürup.

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