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Offener Brief der Schlecker-Kinder: „Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles abgeben müssen“

Anton Schlecker hält sich nach dem Aus seiner Drogeriekette weiterhin bedeckt - jetzt haben aber seine Kinder Meike und Lars offene Worte gefunden. Ihr Brief an die Öffentlichkeit beinhaltet spektakuläre Aussagen.

Lars und Meike Schlecker in Ehingen vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte. Quelle: dpa
Lars und Meike Schlecker in Ehingen vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte. Quelle: dpa

DüsseldorfDie Kinder des insolventen Drogeriemarktgründers Anton Schlecker, Meike und Lars, wehren sich gegen den Vorwurf, weiter über ein Millionenvermögen zu verfügen. Die Geschwister wandten sich in einer persönlichen Mitteilung an die Öffentlichkeit. In dem Statement geht es vor allem um die Vermögensverhältnisse der Schleckers.

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„Unser Vater, Anton Schlecker, und die Anton Schlecker e.K. sind berechtigterweise in die Insolvenz gegangen“, heißt es in der Mitteilung. „Er selbst besitzt kein Vermögen mehr. Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles als Teil der Insolvenzmasse abgeben müssen.“

Schlecker Das Statement im Wortlaut

Jahrzehntelang hat sich die Familie Schlecker nicht in der Öffentlichkeit geäußert. Jetzt haben sich Kinder in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Hier ist er im Wortlaut.

Da Anton Schlecker mit seiner Ehefrau jedoch eine Gütertrennung vereinbart habe und sowohl Meike als auch Lars Schlecker über eigenes Vermögen verfügten, sei in der Familie noch Geld vorhanden. Eine Sippenhaft gebe es im deutschen Recht nicht, betonen Meike und Lars Schlecker. „Wir helfen unserem Vater und werden ihn selbstverständlich auch in dieser Situation nicht im Stich zu lassen“, schreiben die Schlecker Kinder weiter.

Der König von Ehingen Aufstieg und Fall des Anton Schlecker

1950, Anfänge: Anton Schleckers Vater, der ebenfalls Anton heißt, eröffnet nach dem Krieg das erste Geschäft der Familie Schlecker. Eine Metzgerfiliale in der Bahnhofsstraße in Ehingen. Noch heute ist das Haus in Familienbesitz, wird von den Ehingern „Ur-Schlecker“ genannt. Die Ladenräume stehen heute leer, zuletzt versuchte sich ein 1-Euro-Laden.

Bild: dpa

Konkrete Zahlen nennen Meike und Lars Schlecker dabei nicht. „Wir werden jedoch nicht tiefer unser Vermögen in den Medien offenlegen, da dies immer noch unsere Privatsache ist.“ Verloren sei aber die private Einlage bei Schlecker von jeweils 49 Millionen Euro sowie 64 Millionen, die bei der Pleite der Schlecker-Dienstleistungsgesellschaft verloren gegangenen seien.

Was seit der Insolvenz bei Schlecker passiert ist

  • 20. Januar 2012

    Schlecker verkündet seine Zahlungsunfähigkeit. Für 30.000 Mitarbeiter beginnt das Bangen um den Arbeitsplatz.

  • 23. Januar 2012

    Der Insolvenzantrag geht beim Ulmer Amtsgericht ein. Als vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt das Gericht den Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz.

  • 26. Januar 2012

    Die Unternehmenstochter Ihr Platz stellt Insolvenzantrag.

  • 29. Februar 2012

    Geiwitz kündigt an, dass Schlecker Ende März mehr als 2000 Filialen in Deutschland schließen wird und über 11.000 Mitarbeiter gehen müssen.

  • 5. März 2012

    Das Land Baden-Württemberg stellt erstmals eine Kreditbürgschaft in Aussicht. Andere Länder und der Bund sollen mitmachen. Mit Hilfe der Bürgschaft soll Schlecker einen Kredit aufnehmen, um damit eine Auffanggesellschaft für entlassene Mitarbeiter zu finanzieren.

  • 11. März 2012

    Das Bundeswirtschaftsministerium lehnt eine Beteiligung an der rund 70 Millionen Euro schweren Kreditbürgschaft ab.

  • 29. März 2012

    Eine von den Bundesländern getragene Bürgschaft scheitert am Widerstand der FDP. Gut 10.000 Beschäftigte werden damit ab April arbeitslos.

  • 2. Mai 2012

    Die Aufteilung von Schlecker beginnt: Das tschechische Handelsunternehmen PKS kauft die dortige Schlecker-Tochter. Auch für andere Auslandsableger und für Ihr Platz soll es Investoren geben.

  • 23. Mai 2012

    Die Interessenten für das Gesamtunternehmen werden weniger: Nach Penta springt Medienberichten zufolge auch das Emirat Katar als möglicher Investor ab. Rund 4000 Kündigungsschutzklagen entlassener Mitarbeiter erschweren die Investorensuche, weil sie Zusatzkosten verursachen könnten. Außerdem gibt es noch keinen Sanierungstarifvertrag für die verbliebenen gut 13.000 Beschäftigten.

  • 24. Mai 2012

    Es wird bekannt, dass der Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen sich angeblich für Schlecker interessiert.

  • 1. Juni 2012

    Die Gläubigerversammlung ist zusammentreten - und hat beschlossen, dass Schlecker abgewickelt werden soll.

  • 8. Juni 2012

    Bei Schlecker beginnt der Ausverkauf. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen zum Monatsende die Kündigung erhalten.

  • 27. Juni 2012

    Der Ausverkauf endet: Bis auf die XL- und die Ihr Platz-Märkte schließen sämtliche Schlecker-Filialen. Es wird bekannt, dass Anton Schlecker sein Privathaus im Wert von zwei Millionen Euro vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hat. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein.

  • 8. Juli 2012

    Frühere Berater werfen Anton Schlecker schwere Fehler vor. Der Unternehmer habe bei einem Restrukturierungsprogramm nicht über Finanzierungsfragen sprechen wollen. Außerdem habe er die Schließung unrentabler Filialen verhindert.

  • 18. Juli 2012

    Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott gegen Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte ein.

Recherchen des Handelsblatts hatten Anfang Juni ergeben, dass die Familie noch über ein Privatvermögen von 35 bis 40 Millionen Euro verfügt. Die Millionen der Schleckers seien zum größten Teil im Besitz der Kinder, bestätigten Ex-Schlecker-Manager dem Handelsblatt. Die Villa der Familie gehöre der Ehefrau Anton Schleckers, der in der Insolvenz mit seinem Privatvermögen haftet. Der Firmenchef galt früher als Milliardär.

Mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kooperiere man genauso wie Vater Anton „selbstverständlich offen und transparent“, heißt es jetzt von Meike und Lars Schlecker. Sollte es Vermögensübertragungen gegeben haben, die im Sinne des Insolvenzrechtes rückübertragen werden müssten, so werde dies diskutiert und gegebenenfalls zurücküberwiesen.

Drogerieimperium Haben die Schleckers Geld beiseite geschafft?

Der Ausverkauf bei Schlecker startet am Freitag, auf Produkte gibt es bis zu 50 Prozent.

Drogerieimperium: Haben die Schleckers Geld beiseite geschafft?

  • 03.07.2012, 08:14 UhrOesi

    Wenn schreiner oder Installateur pleite gehen ist das auch Bitter , aber dann sind oft nur ein paar Nitarbeiter betroffen , aber bei A S sind doch sehr viele davon betroffen und darum ist es nicht richtig das die Politik nicht Hilft.

  • 03.07.2012, 01:28 UhrOesi

    Das ist doch echt der Hammer das , diese Familie noch Geld hat , den die Frauen die Jahre lang da gearbeitet haben , müssen auf das Arbeitsamt gehen um an Geld zu kommen obwohl Sie Ihre Arbeitskraft und Loalität gegenüber der Familie Schlecker immer bewiessen haben und jetzt auch noch Gerichtlich Ihre Abfindungen einklagen , einfach unglaublich und unsere Politik macht das gleich wie immer zusehen und große Sprüche machen , aber wer Hilft den Frauen die jetzt auf der Straße stehen ? Ich kenne mehrere die bei Schlecker Gearbeitet haben und nicht nur ein paar Tage sondern 22-12-5-11 Jahre und wissen jetzt nicht wie es weiter geht , aber Familie Schlecker lebt leider nur von 70.000 euro im Monat die armen, und wir schauen zu,leider . Diese Frauen müssen jetzt alle Gerichtlich Ihre Abfindung einklagen , wenn sie überhaupt etwas bekommen, und müssen sich auch noch vom Insolvenzverwalter das die Frauen die schon Geklagt haben Schuld seien das kein Investor einsteigt , obwohl es das Recht der Frauen ist dieses Abfindungsgeld zu bekommen . Hier sollte die Politik mal einschreiten und Helfen , den das wäre nur gerecht !

  • 22.06.2012, 18:23 UhrIannis

    Welche Linken? Sehen sie auch sonst gerne Gespenster?

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