
DüsseldorfDie Kinder des insolventen Drogeriemarktgründers Anton Schlecker, Meike und Lars, wehren sich gegen den Vorwurf, weiter über ein Millionenvermögen zu verfügen. Die Geschwister wandten sich in einer persönlichen Mitteilung an die Öffentlichkeit. In dem Statement geht es vor allem um die Vermögensverhältnisse der Schleckers.
„Unser Vater, Anton Schlecker, und die Anton Schlecker e.K. sind berechtigterweise in die Insolvenz gegangen“, heißt es in der Mitteilung. „Er selbst besitzt kein Vermögen mehr. Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles als Teil der Insolvenzmasse abgeben müssen.“
Da Anton Schlecker mit seiner Ehefrau jedoch eine Gütertrennung vereinbart habe und sowohl Meike als auch Lars Schlecker über eigenes Vermögen verfügten, sei in der Familie noch Geld vorhanden. Eine Sippenhaft gebe es im deutschen Recht nicht, betonen Meike und Lars Schlecker. „Wir helfen unserem Vater und werden ihn selbstverständlich auch in dieser Situation nicht im Stich zu lassen“, schreiben die Schlecker Kinder weiter.

1950, Anfänge: Anton Schleckers Vater, der ebenfalls Anton heißt, eröffnet nach dem Krieg das erste Geschäft der Familie Schlecker. Eine Metzgerfiliale in der Bahnhofsstraße in Ehingen. Noch heute ist das Haus in Familienbesitz, wird von den Ehingern „Ur-Schlecker“ genannt. Die Ladenräume stehen heute leer, zuletzt versuchte sich ein 1-Euro-Laden.

1961-1974, Lehrjahre: Anton Schlecker lernt den Beruf des Metzgers bei „Schade&Füllgrabe“, einem Frankfurter Lebensmittelhändler. Nach der Lehre leitet er eine Filiale in Kronberg im Taunus. Danach macht er an der Metzgerschule in Augsburg seinen Meistertitel - mit 21 als jüngster in Baden-Württemberg. Er leistet seinen Grundwehrdienst und studiert Lebensmittelhandel an der Hochschule Hohenheim.

1970-1973, Familie: Anton Schlecker lernt seine Frau Christa 1970 beim Tanztee in Göppingen kennen. Sie heiraten noch im gleichen Jahr. 1971 kommt Sohn Lars (links) zur Welt, zwei Jahre später Tochter Meike (rechts). Schlecker kauft der Familie in den 80er-Jahren ein Grundstück in Ehingen, baut dort die Villa der Familie.

1975, Schleckers Imperium: In Kirchheim-Teck eröffnet der Unternehmer Anton Schlecker seine erste Drogeriefiliale. Seine Einkaufschefs überreden ihn dazu. Schon zwei Jahre später hat Schlecker 100 Filialen, 1984 sind es bereits tausend.

1987, Entführung: Am 23. Dezember werden Schleckers Kinder entführt. Drei bewaffnete Männer warten in der Villa. Die damals 14-jährige Meike und ihr Bruder Lars (16) werden in eine Holzhütte verschleppt, Christa Schlecker wird bewusstlos geschlagen. Die Lösegeldforderung: 18 Millionen Mark. Schlecker verhandelt. Über Nacht drückt er den Preis für das Leben seiner Kinder auf 9,6 Millionen Mark. Angeblich, weil er über diese Summe versichert ist. Seither schottet sich die Familie ab.

1994-1999, Gerichtsverfahren: 1998 werden Schlecker und seine Frau Christa zu je zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt und zu einer Millionenstrafe wegen Betrugs. Sie haben Mitarbeitern über Jahre vorgegaukelt, sie nach Tarif zu bezahlen, obwohl der Lohn weit darunter lag. 1999 ein zweiter Prozess. Durch Zufall hat man die Entführer seiner Kinder zwölf Jahre nach der Tat bei einem Raubüberfall erwischt. Sie gestehen. Schlecker sagt vor Gericht aus. Es ist der erste öffentliche Auftritt seit der Entführung. Die drei Täter bekommen langjährige Haftstrafen.

2007, Abstieg: Die Ausdehnung von Schleckers Imperium ist auf dem Höhepunkt: 14.166 Filialen in 17 Ländern. Aber das Geschäft ist schon im freien Fall: 33 Millionen Euro Minus stehen Ende des Jahres unter dem Strich.

Wachstum über alles: Jahrelang ist Schleckers Erfolg das Ergebnis einer Täuschung. Die engen, zugestellten Filialen gaukeln den Kunden vor: Was billig aussieht, muss auch billig sein. Als die Kunden merken, dass das nicht der Fall ist, laufen sie davon. Um nicht weiter Preise zu erhöhen, expandiert Schlecker. Je größer er wird, desto besser sind die Konditionen bei den Lieferanten. Doch mehr Umsatz bedeutet bald schon nur noch eines: mehr Verlust.

Oktober 2010: Viel zu spät versucht der Firmenpatriarch, sein Image zu verbessern und einen neuen Kurs einzuschlagen. Erst im Oktober 2010 gibt er ein bisschen Macht an seine Kinder Meike und Lars ab, bestellt sie in die Geschäftsführung der Firma. Mit neuen Werbesprüchen und neuen, großzügig gestalteten Filialen wollen sie das Unternehmen retten. Doch Anton Schlecker blockiert jeden Richtungswechsel - bis es zu spät ist.

2012, Ladenschluss: Am 23. Januar stellt Anton Schlecker einen Insolvenzantrag. Eine Woche später schickt er seine Tochter Meike vor, um vor der Presse zu erklären, dass Schlecker nichts mehr hat. Das Unternehmen nicht, die Familie auch nicht. 11.500 Mitarbeiter verlieren ihren Job, weitere 13.500 müssen bangen. Und Schlecker schweigt. Er darf nichts mehr entscheiden - Chef ist jetzt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.
1950, Anfänge: Anton Schleckers Vater, der ebenfalls Anton heißt, eröffnet nach dem Krieg das erste Geschäft der Familie Schlecker. Eine Metzgerfiliale in der Bahnhofsstraße in Ehingen. Noch heute ist das Haus in Familienbesitz, wird von den Ehingern „Ur-Schlecker“ genannt. Die Ladenräume stehen heute leer, zuletzt versuchte sich ein 1-Euro-Laden.
Konkrete Zahlen nennen Meike und Lars Schlecker dabei nicht. „Wir werden jedoch nicht tiefer unser Vermögen in den Medien offenlegen, da dies immer noch unsere Privatsache ist.“ Verloren sei aber die private Einlage bei Schlecker von jeweils 49 Millionen Euro sowie 64 Millionen, die bei der Pleite der Schlecker-Dienstleistungsgesellschaft verloren gegangenen seien.
Schlecker verkündet seine Zahlungsunfähigkeit. Für 30.000 Mitarbeiter beginnt das Bangen um den Arbeitsplatz.
Der Insolvenzantrag geht beim Ulmer Amtsgericht ein. Als vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt das Gericht den Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz.
Die Unternehmenstochter Ihr Platz stellt Insolvenzantrag.
Geiwitz kündigt an, dass Schlecker Ende März mehr als 2000 Filialen in Deutschland schließen wird und über 11.000 Mitarbeiter gehen müssen.
Das Land Baden-Württemberg stellt erstmals eine Kreditbürgschaft in Aussicht. Andere Länder und der Bund sollen mitmachen. Mit Hilfe der Bürgschaft soll Schlecker einen Kredit aufnehmen, um damit eine Auffanggesellschaft für entlassene Mitarbeiter zu finanzieren.
Das Bundeswirtschaftsministerium lehnt eine Beteiligung an der rund 70 Millionen Euro schweren Kreditbürgschaft ab.
Eine von den Bundesländern getragene Bürgschaft scheitert am Widerstand der FDP. Gut 10.000 Beschäftigte werden damit ab April arbeitslos.
Die Aufteilung von Schlecker beginnt: Das tschechische Handelsunternehmen PKS kauft die dortige Schlecker-Tochter. Auch für andere Auslandsableger und für Ihr Platz soll es Investoren geben.
Die Interessenten für das Gesamtunternehmen werden weniger: Nach Penta springt Medienberichten zufolge auch das Emirat Katar als möglicher Investor ab. Rund 4000 Kündigungsschutzklagen entlassener Mitarbeiter erschweren die Investorensuche, weil sie Zusatzkosten verursachen könnten. Außerdem gibt es noch keinen Sanierungstarifvertrag für die verbliebenen gut 13.000 Beschäftigten.
Es wird bekannt, dass der Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen sich angeblich für Schlecker interessiert.
Die Gläubigerversammlung ist zusammentreten - und hat beschlossen, dass Schlecker abgewickelt werden soll.
Bei Schlecker beginnt der Ausverkauf. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen zum Monatsende die Kündigung erhalten.
Der Ausverkauf endet: Bis auf die XL- und die Ihr Platz-Märkte schließen sämtliche Schlecker-Filialen. Es wird bekannt, dass Anton Schlecker sein Privathaus im Wert von zwei Millionen Euro vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hat. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein.
Frühere Berater werfen Anton Schlecker schwere Fehler vor. Der Unternehmer habe bei einem Restrukturierungsprogramm nicht über Finanzierungsfragen sprechen wollen. Außerdem habe er die Schließung unrentabler Filialen verhindert.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott gegen Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte ein.
Recherchen des Handelsblatts hatten Anfang Juni ergeben, dass die Familie noch über ein Privatvermögen von 35 bis 40 Millionen Euro verfügt. Die Millionen der Schleckers seien zum größten Teil im Besitz der Kinder, bestätigten Ex-Schlecker-Manager dem Handelsblatt. Die Villa der Familie gehöre der Ehefrau Anton Schleckers, der in der Insolvenz mit seinem Privatvermögen haftet. Der Firmenchef galt früher als Milliardär.
Mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kooperiere man genauso wie Vater Anton „selbstverständlich offen und transparent“, heißt es jetzt von Meike und Lars Schlecker. Sollte es Vermögensübertragungen gegeben haben, die im Sinne des Insolvenzrechtes rückübertragen werden müssten, so werde dies diskutiert und gegebenenfalls zurücküberwiesen.

Wenn schreiner oder Installateur pleite gehen ist das auch Bitter , aber dann sind oft nur ein paar Nitarbeiter betroffen , aber bei A S sind doch sehr viele davon betroffen und darum ist es nicht richtig das die Politik nicht Hilft.

Das ist doch echt der Hammer das , diese Familie noch Geld hat , den die Frauen die Jahre lang da gearbeitet haben , müssen auf das Arbeitsamt gehen um an Geld zu kommen obwohl Sie Ihre Arbeitskraft und Loalität gegenüber der Familie Schlecker immer bewiessen haben und jetzt auch noch Gerichtlich Ihre Abfindungen einklagen , einfach unglaublich und unsere Politik macht das gleich wie immer zusehen und große Sprüche machen , aber wer Hilft den Frauen die jetzt auf der Straße stehen ? Ich kenne mehrere die bei Schlecker Gearbeitet haben und nicht nur ein paar Tage sondern 22-12-5-11 Jahre und wissen jetzt nicht wie es weiter geht , aber Familie Schlecker lebt leider nur von 70.000 euro im Monat die armen, und wir schauen zu,leider . Diese Frauen müssen jetzt alle Gerichtlich Ihre Abfindung einklagen , wenn sie überhaupt etwas bekommen, und müssen sich auch noch vom Insolvenzverwalter das die Frauen die schon Geklagt haben Schuld seien das kein Investor einsteigt , obwohl es das Recht der Frauen ist dieses Abfindungsgeld zu bekommen . Hier sollte die Politik mal einschreiten und Helfen , den das wäre nur gerecht !

Welche Linken? Sehen sie auch sonst gerne Gespenster?
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