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Paul Volcker: Der Riese, vor dem die US-Banker zittern

Paul Volcker war der letzte Zentralbankchef, der der Wall Street die Stirn geboten hat. Und jetzt lässt er die Banker wieder zittern. Denn die vom US-Präsidenten Obama angekündigten Pläne tragen die Handschrift des 82-Jährigen, einer Ikone der Ära Ronald Reagan.

Paul Volcker (l) war für US-Präsident Obama vielleicht noch nie so wichtig wie heute. Quelle: Reuters
Paul Volcker (l) war für US-Präsident Obama vielleicht noch nie so wichtig wie heute. Quelle: Reuters

DÜSSELDOF. Im Wahlkampf war Paul A. Volcker einer der wichtigsten Berater Barack Obamas. Bereits damals war klar, dass die drängendste Frage für den neuen US-Präsidenten sein würde, wie er die Finanzkrise in den Griff bekommt. Deshalb setzte der vor gut einem Jahr inthronisierte Obama eine 16-köpfige Expertenkommission ein, um Lehren aus dem Debakel zu ziehen. Den Vorsitz hat der legendäre US-Zentralbankchef Volcker inne, der sogar als Finanzminister unter Obama im Gespräch war.

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Der Dinosaurier gilt als enger Vertrauter Obamas und hat sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch zur exzessiven Handelspraxis von Banken geäußert, die nun radikal eingeschränkt werden soll. "Eine Bank, die einen Großteil ihrer Einnahmen aus dem Handel erzielt, sollte gar keine Banken-Lizenz bekommen", sagte der konservative Volcker, der die Fed von 1979 bis 1987 führte und sich dabei durch seine Unnachgiebigkeit auszeichnete, im vergangenen Herbst.

Der verwitwete Vater einer Tochter und eines Sohnes ist mit 2 Metern Körperlänge nicht nur ökonomisch ein Riese. Der mit zahlreichen Ehrendoktortiteln dekorierte Princeton-Professor hat seinen Nachfolger Alan Greenspan und den aktuellen Fed-Chef Ben Bernanke heftig für deren laxe Geldpolitik kritisiert. Nachdem sich die Inflation in den Vereinigten Staaten innerhalb von anderthalb Jahrzehnten auf 14 Prozent versiebenfacht hatte und die Wirtschaft kaum noch wuchs, bezwang Volcker die gewaltige Preissteigerung, indem er die Leitzinsen kurz nach seiner Amtseinführung übers Wochenende enorm anhob. Die Tagesgeldzinsen stiegen auf 20 Prozent. Dafür nahm Volcker eine tiefe Rezession Anfang der 80er-Jahre in Kauf. Mit diesem Schritt leitete er die Ära der "Great Moderation" ein. Sie lässt sich charakterisieren mit niedriger Inflation, geringer Konjunkturschwankung und hohem Wirtschaftswachstum.

Volcker sieht in der jetzigen Situation "die Mutter aller Kreditkrisen". Im kleinen Maßstab hat er eine derartige Lage schon gemeistert: den Zusammenbruch der Bank Continental Illinois im Jahr 1984. Mitte September 2008 riet der große alte Mann der amerikanischen Geldpolitik zur Einrichtung staatlicher Rettungsfonds für die Banken - zwei Tage später präsentierte George W. Bushs Finanzminister Henry Paulson das 700 Milliarden-Dollar-Rettungspaket.

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