
San Francisco/DüsseldorfWenn Mark Zuckerberg eines hasst, dann sind es Autoritäten. Wenn es um sein Unternehmen geht, kennt der Facebook-Gründer keine Verwandten. Das Motto ist einfach und hat bisher wunderbar funktioniert: Ich bin der Boss, Arschloch.
Doch gerade deshalb wird sich der 27-Jährige noch dramatischer wandeln müssen als jeder andere Firmenchef vor ihm, wenn Facebook an die Börse geht. Denn Aktionäre haben Autorität, sie können ihm hineinreden. Umso mehr stellt sich in diesen Tagen die Frage: Wie tickt Zuckerberg wirklich?
Sein Image hat sich allemal gewandelt: Früher galt er als ein arroganter Gernegroß. Ein Schwerenöter, der mit Kapuzenjacke nachts durch die Clubs zieht und die Arbeit gerne auch mal Arbeit sein lässt. Dahinter steckte schon damals mehr: Einer, der es wissen muss, ist David Kirkpatrick. Der Starjournalist gilt als einer der besten Kenner der Szene und hat das beste der vielen Facebook-Bücher geschrieben (Der Facebook-Effekt, Hanser Verlag).
Hier beschreibt Kirkpatrick sein erstes Treffen mit Zuckerberg, wie er da T-Shirt und Sandalen vor ihm saß. Auf der eine Seite so "unglaublich jung", aber im Gespräch wie ein "sehr viel älterer CEO" wirkend. Der damals 22-Jährige fesselte mit seinem Ehrgeiz und seinen Visionen die Aufmerksamkeit des erfahrenen und eigentlich sehr kritischen Journalisten.
Heute gilt Der Facebook-Gründer längst als seriöser Manager – wortgewandt in Interviews und befreundet mit US-Präsident Barack Obama. Und Badeschlappen trägt er auch nur noch zu Hause. Zwar beugt er sich weiterhin keiner Autorität, aber er hat gelernt, mit ihnen zu leben.
Zuckerberg, 27, Mitgründer des weltweit größten Social-Networks Facebook mit bald einer Milliarde Nutzern, wurde 2010 vom Magazin „Time“ zur Person des Jahres gewählt. Und „Forbes“ setzte ihn auf Rang neun der mächtigsten Menschen der Welt, nur zwei Plätze hinter dem Papst. Er hält nun Vorträge in Harvard und am MIT.