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Raiffeisen Österreich: Banker Stepic stolpert über Offshore-Leaks-Skandal

Die Aufdeckungen der Recherche-Plattform „Offshore-Leaks“ stürzen den Chef von Österreichs Raiffeisen Bank International. Herbert Stepic ist offenbar in eine Affäre um Immobiliengeschäfte verwickelt. Er tritt nun ab.

Herbert Stepic, Chef der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI), tritt zurück. Quelle: Reuters
Herbert Stepic, Chef der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI), tritt zurück. Quelle: Reuters

FrankfurtDie Enthüllungen über dubiose Finanzgeschäfte in Steueroasen fordern ein prominentes Opfer: Der langjährige Chef der österreichischen Raiffeisen Bank International trat am Freitag nach Berichten über Immobilienkäufe im Steuerparadies Singapur zurück. Der 66-jährige Manager hatte die Bank zu einem der größten Kreditgeber in Zentral- und Osteuropa aufgebaut und hinterlässt eine große Lücke. "Ich biete meine Funktionen an unter Umständen, die ich mir anders vorgestellt habe", erklärte Stepic gefasst und mit gedämpfter Stimme. Wer in seine Fußstapfen treten soll, ist offen. Eine Entscheidung darüber solle "in den nächsten Tagen" fallen, sagte ein Sprecher der Mutter RZB. Bis dahin werde Stepic sein Amt als Bankchef ausüben.

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Stepic steht seit 2001 an der Spitze der Bank. Über zahlreiche Eigengründungen und Zukäufe baute er ein Tochternetz in 17 Ländern in Osteuropa auf - bis hin zu großen Banken in Russland, der Ukraine und Polen. In der Öffentlichkeit gab sich der passionierte Raucher mit dem Vollbart selbstbewusst und stets redefreudig. Gern erzählt der ehrgeizige Banker von seinen Abenteuern in Osteuropa noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs und hat dabei stets einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Wiener Raiffeisen-Chef unter Druck Spitzenbanker taucht bei „Offshore-Leaks“ auf

Erstmals taucht ein europäischer Spitzenbanker in den „Offshore-Leaks" auf. Der Wiener Raiffeisen-Chef Herbert Stepic gerät unter Druck, weil er über verwinkelte Firmenkonstruktionen Wohnungen in Asien gekauft hatte.

Wiener Raiffeisen-Chef unter Druck: Spitzenbanker taucht bei „Offshore-Leaks“ auf

Nicht so am Freitag: Mit einem schwarzen Absperrband um sein Rednerpult hielt Stepic die Meute von Fernsehkameras und Journalisten bewusst auf Distanz und verließ nach seiner kurzen Erklärung sofort den Raum. Zuvor blickt er nicht ohne Stolz in wenigen Worten auf sein "Lebenswerk der letzten 40 Jahre" zurück. Er wolle mit seinem Rücktritt vermeiden, dass dieses "in der erwartbaren emotionalen und populistisch geführten Diskussion nachhaltigen Schaden nimmt", sagte er. Bei seinen Immobilienkäufen habe er stets steuerlich korrekt gehandelt, betonte er.

An der Börse sorgte der rasche Rücktritt ohne offensichtlichen Nachfolgekandidaten für Verunsicherung. Die RBI-Aktie verlor rund zwei Prozent. Seit dem Börsengang 2005 hat das Papier unter der Führung von Stepic bis 2007 Höchstkurse von knapp 124 Euro erklommen. Im Zuge die Finanzkrise ist es allerdings um knapp 80 Prozent auf derzeit 26,50 Euro eingebrochen.

Eine wesentliche Änderung der Geschäftsstrategie erwarten Experten trotz des Wechsels nicht. Zwar gehe dem Raiffeisen-Konzern mit Stepic die Integrationsfigur des Osteuropageschäfts verloren. Dies sei für die Bank aber zu wichtig, um sich davon abzukehren, sagte Erste-Group-Analyst Günter Hohberger.

  • 24.05.2013, 15:14 UhrGast

    well, warum tritt er eigentlich zurück? Weil er Wohnungen in Singapore gekauft hat? Das ist nicht verwerflich und ein Auftauchen in "Offshore-Leaks" heisst auch noch nicht, dass jemand Steuern hinterzogen hat. Früher wurde erst aufgeklärt, dann zurückgetreten, heute führen Vorverurteilungen zu sofortigen Rücktritten. Nicht sicher, ob das eine Gute Entwicklung ist. Vielleicht kommt natürlich noch was nach, was durch einen Rücktritt aus der Öffentlichkeit gehalten werden soll? I am sure we will find out ...

  • 24.05.2013, 08:55 UhrGast

    Er wird auch sicher nicht in den Ruhestand gehen, sondern über Freunde und Bekannte irgendwo ein gut bezahltes Pöstchen finden. Sofern er nicht sowieso schon einen "Zweitjob" hatte, dementsprechend gar nicht erst suchen muss.

  • 24.05.2013, 08:46 UhrFreidenker

    Ja und??? Dann tritt er halt zurück. Sein Geld, sein schönes Leben auf Kosten anderer hat er trotzdem nicht verloren.

    Dieses System dient nur Reichen!!während der Normalo ausgebeutet wird. Und das finden diese Trottel dann auch noch gut...LOLLL

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