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Rudolf Knepper: Der „Optimierer“ verlässt Springer-Konzern

Er gehörte 17 Jahre lang dem Springer-Vorstand an, jetzt verlässt Rudolf Knepper den Medienkonzern. Der 66-Jährige war als „Optimierer“ bekannt - als Student jedoch war er kein Freund des Zeitungshauses.

Das Gebäude der Axel Springer AG in Berlin: Rudolf Knepper verlässt den Konzern. Quelle: dpa
Das Gebäude der Axel Springer AG in Berlin: Rudolf Knepper verlässt den Konzern. Quelle: dpa

Berlin1968 demonstrierte Rudolf Knepper vor dem Springer-Hochhaus. Der junge Maschinenbau-Student war einer von vielen, die damals die Enteignung Springers forderten. „Ich war damals so eine Mischung aus Revoluzzer und Bewunderer“, erinnert sich der 66-Jährige heute. Als er schließlich 1973 bei Europas größtem Zeitungshaus, das als Innovationsführer ihn auch faszinierte, anheuerte, kostete es ihn einige persönliche Freundschaften. Springer war damals das Feindbild seiner Generation.

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Knepper hat seinen Schritt in jungen Jahren dennoch nie bereit. Er blieb 38 Jahre bei Springer. Der lebensfrohe Manager gehörte dem Vorstand 17 Jahre an – das ist Rekord in der deutschen Medienbranche. Bereits 1994 rückte er in den Vorstand des „Bild“-Konzerns auf, 2002 wurde er stellvertretender Vorstandschef. Knepper, der in Technik und Logistik erfahrene Manager, sollte nach dem Willen der Mehrheitsgesellschafterin Friede Springer ein Gegengewicht zum damals noch jungen CEO Mathias Döpfner bilden.

Das Tandem funktionierte von Anfang an. Der Zeitungskonzern schaffte in den vergangenen Jahren den Umbau zum digitalen Medienhaus mit hoher Rentabilität. Zum Jahresende scheidet der dienstälteste Vorstand eines deutschen Medienunternehmens aus. Seine Aufgaben werden dann auf die fünf Mitglieder des erweiterten Vorstands verteilt.

Wie Döpfner bei der Verabschiedung Kneppers in Berlin betonte, sei sein Stellvertreter – zuletzt zuständig für Technik, Logistik und Personal – nie ein reiner Printmann gewesen. „Er war immer ein Antreiber der Digitalisierung“, sagte Döpfner. Schon als junger Manager begeisterten ihn die Innovationen im Zeitungsdruck. Die Neugierde nach der Technik von morgen ist geblieben.

Knepper, der Präzision, Verlässlichkeit und Vertrauen schätzte, genießt in der Branche ein hohes Ansehen. Er schuf zusammen mit Bertelsmann den gemeinsamen Tiefdruckkonzern Prinovis. Er führte Springer mit Geschick durch die technische Revolution - von Bleisatz über Fotosatz bis zu den heutigen digitalen Druckverfahren. „Rudolf Knepper war immer ein Optimierer“, sagte Springer-Aufsichtsratschef Guiseppe Vita bei der Verabschiedung in Berlin. Das galt auch für die Zahlen. Der harte Verhandlungsführer hatte die Rendite stets ganz genau im Blick. „Er war eine präziser Ergebnisvorhersager“, sagte Döpfner zum Abschied über ihn.

Nach dem Jahreswechsel hat Rudolf Knepper endlich mehr Zeit, mit seinem roten Ferrari unterwegs zu sein und edle Weine zu genießen. Ganz aus dem Mediengeschäft aussteigen will der genussfreudige Manager aber nicht. Es gibt bereits Angebote für Aufsichtsratsmandate. Über eine noch zu gründete Medienberatung wird Knepper der Branche auf künftig erhalten bleiben.

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