
HB HERZOGENAURACH. Mitgesellschafter Georg Schaeffler steht an der Spitze des Kontrollgremiums. Stellvertreter sind seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler und der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler.
Mit dem neuen Aufsichtsrat beginne bei dem Automobilzulieferer "eine neue Ära", sagte Wechsler. Jede strategische Entscheidung über Investitionen, Übernahmen und Geschäftsfelder sei künftig mitbestimmt. Dem Aufsichtsrat gehören je zehn Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter an. Wechsler begrüßte, dass Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler an der Spitze des Aufsichtsrats in führender Verantwortung für den Konzern mit seinen 65 000 Beschäftigten bleiben. "Das ist ein wichtiges Zeichen für die weitere nachhaltige und stabile Entwicklung dieses erfolgreichen Familienunternehmens", sagte der IG-Metall-Chef.
Georg Schäffler sagte: "Eine zentrale Aufgabe wird es sein, das Unternehmen dem Kapitalmarkt zu öffnen und dabei die Vorteile eines Familienunternehmens zu bewahren." Als ersten Schritt an den Kapitalmarkt hatte der verschuldete Konzern im Juni sein operatives Geschäft und seine Beteiligung an der Continental AG in einer Kapitalgesellschaft zusammengefasst. Die Fusion des familieneigenen Wälzlagerkonzerns mit dem börsennotierten Hannoveraner Autozulieferer könnte nach den Worten von Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger Ende 2011 erfolgen - es gebe aber keine Eile, betonte er.
Die Schaeffler-Gruppe hält 42 Prozent der Anteile am dreimal so großen Continental-Konzern und hat 5,9 Mrd. Euro Schulden. Weitere 33 Prozent der Conti-Aktien und fünf Mrd. Euro Schulden sind bei der Familienholding.