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Siemens: Ex-Vorstand Ganswindt will von Korruption nichts gewusst haben

Die Siemens-Schmiergeldaffäre war die größte in der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte. Insgesamt 1,3 Milliarden Euro flossen in dunkle Kanäle. Jetzt steht einer der mutmaßlichen Akteure vor Gericht: Ex-Vorstand Thomas Ganswindt. Er bestritt, von Korruption im Konzern gewusst zu haben.

Thomas Ganswindt im Münchener Landgericht. Quelle: DAPD
Thomas Ganswindt im Münchener Landgericht. Quelle: DAPD

HB MÜNCHEN. Der frühere Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt hat vor Gericht bestritten, von Korruption im Konzern gewusst zu haben. „Diese Handlungen kennt er aus eigenem Erlebnis nicht“, sagte sein Anwalt Michael Rosenthal am Donnerstag vor dem Landgericht München. Sein Mandant habe von den Vorgängen erst aus der Anklageschrift erfahren.

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Die Staatsanwaltschaft wirft Ganswindt vor, von den schwarzen Kassen und den Schmiergeldzahlungen im einstigen Telekommunikationsbereich gewusst und weggeschaut zu haben. Deshalb wird ihm wegen des Vorwurfs der Verletzung der Aufsichtspflicht und Steuerdelikten der Prozess gemacht.

Vor Gericht zeichnete sich am Donnerstag ab, dass Ganswindt den Strafverfolgern die Stirn bieten will. Seine Anwälte erhoben bereits vor Verlesung des Anklagesatzes gegen die Größe der Kammer Einwände. Das Gericht sei mit zwei Berufsrichtern zu dünn besetzt. Angesichts einer bevorstehenden „aufwändigen und kontroversen Beweisaufnahme“ sei ein dritter Richter erforderlich, erklärte Rosenthal und berief sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshof.

Er machte in seinem Antrag zudem klar, dass die Anklage aus Sicht der Verteidigung falsch sei. Deshalb sei mit einer konfrontativen Auseinandersetzung vor Gericht zu rechnen. „Wir verfolgen keine harte Linie, wir sind nur kompromisslos“, sagte er am Rande.

Das Gericht vertagte angesichts des Besetzungseinwands die Verhandlung auf kommenden Dienstag. Eine Gerichtssprecherin nannte den Schritt der Verteidiger eine „Verzögerungstaktik“, da die Besetzung der Kammer seit Monaten bekannt gewesen sei.

Ganswindt ist bislang der ranghöchste Manager, der sich vor Gericht wegen der milliardenschweren Korruptionsaffäre verantworten muss. Mehrere seiner früheren Mitarbeiter wurden wegen der Bestechungsvorgänge bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt. Siemens verlangt von dem 50-Jährigen zudem noch fünf Millionen Euro Schadenersatz.

Die Siemens-Schmiergeldaffäre war die größte in der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte. Insgesamt 1,3 Milliarden Euro flossen in dunkle Kanäle. Die folgenden Strafen sowie die interne Aufarbeitung kosteten Siemens rund 2,5 Milliarden Euro.

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