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Skysails: Drachenlenker kämpft ums Überleben

Es sollte sein großes Jahr werden - doch nun muss Stephan Wrage, Chef von Skysails, vorrangig ums Überleben seines Unternehmens kämpfen. Um die Krise zu überstehen, muss er an verschiedenen Baustellen arbeiten.

Container-Frachter wird von einem Segel mit der Aufschrift Sky Sails gezogen. Quelle: dpa
Container-Frachter wird von einem Segel mit der Aufschrift Sky Sails gezogen. Quelle: dpa

DüsseldorfEigentlich wollte Stephan Wrage im elften Jahr den Durchbruch schaffen. Sein Unternehmen Skysails, dessen riesige Drachen Frachtschiffe über die Meere ziehen, sollte endlich mehr Aufträge bekommen. Stattdessen muss er nun um das Überleben seiner Firma kämpfen, muss restrukturieren; die Hälfte seiner 80 Mitarbeiter erhielt gerade die Kündigung.

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Harte Zeiten für die Frachtschifffahrt seien auch harte Zeiten für Skysails, sagt der 39-Jährige. Mit seinem Zusatzantrieb sollen die Reeder zwar Treibstoff sparen, müssen aber rund eine Million Euro in den Zugdrachen investieren, der an einem Seil in mehreren Hundert Meter Höhe über dem Schiff schwebt. Serienreif sei der Antrieb, betont Wrage zwar - und doch tüfteln er und seine verbliebenen Mitarbeiter noch: "Die Einsatzzeit des Drachensystems ist noch nicht da, wo wir sie haben wollen."

Seinen ersten Drachen konnte sich Wrage noch vom Taschengeld finanzieren: Mit 13 Jahren schon nähte der Hamburger auf der Pedal-Nähmaschine seiner Großmutter die ersten Lenkdrachen, ließ sie am Elbstrand in den Himmel aufsteigen. Als Unternehmenslenker sammelte Wrage für das Skysails-System von Investoren wie dem Schiffsfinanzierer Oltmann oder dem niederländischen DSM-Konzern rund 50 Millionen Euro ein. Kunden brachte ihm das dennoch nicht.

Selbst einer seiner größten Fans, Gerd Wessels, lässt zwei Bestellungen wegen der Finanzierung erst einmal ruhen. Zwei Schiffe des Reeders sind schon mit dem Drachenantrieb unterwegs. Schlimmer erging es Wrage mit den zwei Orders, die sein Unterstützer, der Reeder Niels Stolberg, noch per hanseatischem Handschlag in Auftrag gegeben hatte. Denn im vergangenen Jahr ging Stolberg insolvent.

Wessels bezeichnet Wrage als "in sich gekehrten Denker und Weltverbesserer". Er ist überzeugt, dass er durchhält. Schließlich hat er bewiesen, dass er weitermacht, wo andere die Idee schon längst verkauft hätten. Lösungsorientiert sei er, sagen seine Geschäftspartner: kurze Fehlersuche, dann den Blick nach vorne richten.

Auch jetzt, bei Skysails. "Nach unseren Analysen erwarten wir, dass es der Schifffahrt in den nächsten ein bis zwei Jahren weiter schlechtgeht", sagt er. "Da zieht ein Sturm auf, und wir haben Skysails wetterfest gemacht." Der Durchbruch muss wohl noch etwas warten.

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