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Streit entschieden: Dii-Geschäftsführer führt Desertec allein

Der Niederländer Paul van Son hat gewonnen: Der Geschäftsführer des Konsortiums Dii wird alleiniger Chef des Wüstenstromprojekts Desertec. Es gibt auch eine Verliererin – Chefstrategin Wieland wird freigestellt.

Solarfeld in Israel: Der Streit über die Strategie der Dii wurde öffentlich ausgetragen. Quelle: ap
Solarfeld in Israel: Der Streit über die Strategie der Dii wurde öffentlich ausgetragen. Quelle: ap

DüsseldorfIm Streit um die künftige Strategie des Wüstenstromprojekts Desertec hat Dii-Geschäftsführer Paul van Son den Machtkampf für sich entschieden. Die Gesellschafterversammlung des Industrie-Konsortiums beschloss am Dienstag, dass der Niederländer wie bereits von 2009 bis Anfang 2012 die alleinige Geschäftsführung übernimmt. Aglaia Wieland, die erst im Februar vergangenen Jahres in das Management aufgestiegen war, sei mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, teilte die Dii mit.

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Seit einigen Wochen hatten van Son und Wieland ihren Streit über die Strategie der Dii öffentlich ausgetragen. Das führte dazu, dass der Initiator und Mitbegründer der Dii, die Desertec-Stiftung, aus dem Gesellschafterkreis austrat. Thiemo Gropp, Geschäftsführer der Desertec-Stiftung, hatte im Reuters-Interview betont, nicht der Export des Wüstenstroms nach Europa sei das Hauptziel der Desertec-Stiftung. Vielmehr stehe zunächst die Stromerzeugung aus regenerativen Energien im Vordergrund, die den Bedarf vor Ort decken soll. Während van Son dieser Strategie folgte, hatte seine Co-Geschäftsführerin in den Medien den Export in den Vordergrund gestellt.

Machtkampf entschieden: Paul van Son. Quelle: PR
Machtkampf entschieden: Paul van Son. Quelle: PR

Die Dii war 2009 gegründet worden mit dem Ziel, in Marokko und anderen Wüstenländern den Bau von Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen voranzutreiben. Für weltweite Furore sorgte der Plan, bis 2050 einen Teil der in Nordafrika erzeugten Energie nach Europa zu exportieren. Das Investitionsvolumen über die Jahrzehnte wurde auf 400 Milliarden Euro geschätzt.

Mit von der Partie waren als Gesellschafter unter anderem neben der Desertec-Stiftung die Münchener Rück, Eon und RWE, Deutsche Bank, First Solar und Schott Solar. Siemens und Bosch gehörten zu den namhaften Unternehmen, die zuletzt ausgestiegen waren. Von den einst über 50 Gesellschaftern und assoziierten Partnern sind nur noch rund 30 übrig.

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