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Telekom-Chef: Davos ist für Obermann Arbeit statt Après-Ski

Für Telekom-Chef René Obermann ist Davos wie Facebook in der realen Welt. Spaß gönnt er sich allerdings kaum - sein Terminplan ist voll, der Vorstandschef liebt es effizient: Manchen Deal hat er in den Bergen schon angeschoben. Nur ein Event lässt er sich nicht entgehen.

Telekom-Chef Obermann: Selbst die preußische Kaufmannsnatur genießt die lockere Atmosphäre bei dem Treff der Elite. Quelle: ap
Telekom-Chef Obermann: Selbst die preußische Kaufmannsnatur genießt die lockere Atmosphäre bei dem Treff der Elite. Quelle: ap

DAVOS. Telekom-Chef René Obermann ist einer der fotogensten deutschen Vorstandschefs. Seine neue Ehefrau, die TV-Moderatorin Maybrit Illner, umgibt ihn zudem mit dem gewissen Glamour-Faktor, um den ihn viele Dax-Granden beneiden. Doch Obermann selbst sieht sich nicht als Lebemann, er hält es lieber mit preußischen Tugenden wie Fleiß und Disziplin.

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Das gilt auch während des internationalen Treffs in Davos. Nicht einmal die Anwesenheit von Stars wie früher Angelina Jolie, Brad Pitt oder Sharon Stone kann den ehrgeizigen Manager abends aus seinem Hotelzimmer locken. "Partys sagen mir wenig zu", sagt er. "Ich bin kein Nachtmensch, der abends um elf noch loszieht. Ich habe eher einen frühen Rhythmus."

Selbst das abschließende Skirennen, bei dem der Deutschland-Chef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius, regelmäßig zu großer Form auflief, meidet er konsequent. "Meine Skiausrüstung lasse ich zu Hause. Davos ist für mich kein Spaß, sondern dient der Information und Arbeit", sagt der strenge Telekom-Chef, den es privat durchaus auf die Skipiste zieht.

Nur ein Event lässt sich Obermann auch dieses Jahr nicht entgehen: Die Hummersause von RWE-Chef Jürgen Großmann. Der lädt im Salon "Romeo und Julia" des noblen Belvédère-Hotels wieder zum Festessen mit Hummer und Austern. Die Gästeliste ist handverlesen, was bei dem ohnehin elitären Treff wirklich etwas heißt. Doch es täuscht sich, wer denkt, dass es die Schalentiere sind, die es dem pflichtbewussten Telekom-Chef angetan haben. Er freut sich auf seine Kunden, von denen einige ebenfalls bei Großmann eingeladen sind.

Obermanns Kunden sind zwar noch immer vor allem die Millionen Privatleute, die Handyverträge oder Internetanschlüsse bei ihm buchen. Die Telekom-Tochter T-Systems aber stattet Konzerne wie Daimler oder Thyssen-Krupp mit IT-Lösungen und Kommunikationsanlagen aus.

Zuletzt hat es ausgerechnet bei den neuen Vorzeigekunden Shell und Philips Ärger gegeben, weil T-Systems Probleme hatte, die IT der Niederländer zu betreiben. Obermann erklärt jedoch, Startschwierigkeiten in solchen Transformationsphasen seien normal. Obwohl die IT eigentlich nicht seine Welt ist, besucht er T-Systems-Kunden persönlich und hakt nach - zuletzt bei Philips. Auch in Davos bei Großmann will er sich erkundigen, wie das Outsourcing mit T-Systems funktioniert.

  • 27.01.2011, 23:56 UhrAnonymer Benutzer: Goldmund

    Von einem Treffen der "Eliten" kann kaum gesprochen werden. Unter "Eliten" verstehe ich Menschen, für die Verantwortung, Moral und Ehrlichkeit keine blossen Worthülsen sind. Gierige und korrupte Manager und Politiker gehören nicht mehr dazu.

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