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TNK-BP: Gerhard Schröder hat neuen Job

Über Mangel an Beschäftigung kann sich Altkanzler Gerhard Schröder sicher nicht beklagen. Zu seinem Vorsitz im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft der Ostsee-Pipeline kommt jetzt noch ein Posten im Direktorium der Energiefirma TNK-BP. Im britisch-russischen Joint-Venture soll Schröder für Ruhe zwischen den Anteilseignern sorgen.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist bei den Unternehmen gefragt wegen seiner Beziehungen zu Wirtschaft und Politik. Foto: dpa. Quelle: ap
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist bei den Unternehmen gefragt wegen seiner Beziehungen zu Wirtschaft und Politik. Foto: dpa. Quelle: ap

HB LONDON. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nach dem Machtkampf zwischen den Anteilseignern im britisch-russischen Ölkonzern TNK-BP in dessen Aufsichtsrat berufen worden. Schröder solle als eines von drei neuen, unabhängigen Mitgliedern des Gremiums künftig dazu beitragen, Patt-Situationen zwischen den Eigentümern des Unternehmens zu vermeiden, teilte der britische BP-Konzern mit. BP ist ebenso wie das russische Konsortium Alfa-Access-Renova zu 50 Prozent an TNK-BP beteiligt und mit vier Direktoren in dem Aufsichtsgremium vertreten.

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Der Berufung Schröders ins Direktorium des drittgrößten Ölkonzerns Russlands war ein erbitterter Streit über Strategie und Machtverhältnisse zwischen BP und den russischen Aktionären, den Milliardären Michail Fridman, German Chan, Wiktor Wekselberg und Leonid Blawatnik, vorausgegangen. Die Briten warfen den Russen dabei vor, „sich wie Gangster zu benehmen“. Im September einigten sich die Parteien schließlich auf einen Kompromiss, der unter anderem eine Neuverteilung der Kontrolle bei TNK-BP vorsah. Teil der Abmachung war auch der Rücktritt des TNK- BP-Chefs Robert Dudley. Neben Schröder wurden auch der Präsident des russischen Unternehmer- und Industriellenverbandes, Alexander Schochin, sowie James Leng von dem Rohstoff-Riesen Rio Tinto als unabhängige Direktoren in den Aufsichtsrat berufen.

Schröder gilt als Freund des russischen Regierungschefs Wladimir Putin. Er sitzt bereits im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft der umstrittenen Ostsee-Pipeline, über die Gas aus Russland direkt nach Deutschland gelangen soll. Nord Stream wird von dem russischen Staatsmonopolisten Gazprom mehrheitlich kontrolliert.

BP-Chef Tony Hayward erklärte, er sei besonders erfreut über die Zusage Schröders. Der Rat des Ex-Kanzlers werde wegen seiner engen Beziehungen zu Russland sowohl den Eigentümern als auch Russland nützen. Schröder erklärte in der Pflichtmitteilung, der Erfolg des Unternehmens werde als Beispiel für Russlands Kooperation mit ausländischen Investoren dienen und damit einen wichtigen Beitrag zu Russlands Integration in die Weltwirtschaft leisten.

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