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Umfrage: Frauen als Chefs setzen andere Prioritäten

Sind Frauen bessere Chefs? Der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) wollte es wissen und fragte seine Mitglieder sowie 200 weitere Führungsspitzen - auch Männer. In jedem Fall führen sie anders, meinen Managerinnen.

Carlotta Köster-Brons (l-r), die Geschäftführerin des Verbandes der Unternehmerinnen (VdU), Stephanie Bschorr, die Präsidentin des VdU, und Martina Eich-Ehren, Managing Direktorin der Deutschen Bank, posieren am Rand einer Pressekonferenz in Berlin. Quelle: dpa
Carlotta Köster-Brons (l-r), die Geschäftführerin des Verbandes der Unternehmerinnen (VdU), Stephanie Bschorr, die Präsidentin des VdU, und Martina Eich-Ehren, Managing Direktorin der Deutschen Bank, posieren am Rand einer Pressekonferenz in Berlin. Quelle: dpa

BerlinFrauen setzen an der Spitze von Unternehmen einer Umfrage zufolge andere Prioritäten als Männer. Weibliche Chefs nähmen Kundenbindung wichtiger und setzten eher auf Weiterbildungen statt auf Dienstwagen oder Boni. Das ist das Ergebnis einer am Montag in Berlin vorgestellten Befragung des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU). Groß seien die Differenzen in der Unternehmensführung aber nicht, betonte VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr. „Es sind die Nuancen, die den kleinen, aber wesentlichen Unterschied ausmachen.“

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Der Verband ließ rund 440 seiner Mitglieder sowie anonym 200 Führungsspitzen aus dem Mittelstand - darunter Männer und Frauen - befragen. Die Unternehmerinnen hätten sich dabei deutlich mehr als die Vergleichsgruppe als Dienstleister gesehen, sagte VdU-Geschäftsführerin Carlotta Köster-Brons. Aus persönlichen Erfahrungen wüssten sie, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eher an ein Unternehmen binde als Bonuszahlungen.

Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein können

  • Fehler eins

    Frühwarnsignale, z.B. für Markt- oder technologische Veränderungen, werden nicht wahrgenommen oder sogar aktiv verdrängt.

  • Fehler zwei

    Regulatorische und politische Einflüsse auf die künftige Unternehmensentwicklung werden systematisch unterschätzt.

  • Fehler drei

    Markt- und Kundenveränderungen werden im Vorstand nicht (hinreichend) analysiert und diskutiert.

  • Fehler vier

    Geschäftsmodelle werden nicht kritisch reflektiert.

  • Fehler fünf

    Man hält zu lange an traditionellen (und bislang erfolgreichen) Vorgehensweisen fest.

  • Fehler sechs

    Es mangelt an Mut, gegen die herrschende Meinung zu argumentieren.

  • Fehler sieben

    Bei spürbaren Veränderungen wird zu zögerlich gehandelt, man ergeht sich in Aktionismus und Effekthascherei "auf der Bühne" ohne konkrete Maßnahmen.

  • Fehler acht

    Es fehlt eine klar und überzeugend kommunizierte Veränderungsvision und Strategie.

  • Quelle

    Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in „Gute Führung“ von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

Bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage waren die Chefinnen deutlich optimistischer als die Vergleichsgruppe: Die Hälfte der Unternehmerinnen war überzeugt, dass sich die Lage in ihrem Unternehmen positiv entwickelt. Im übrigen Mittelstand antworteten so nur 35 Prozent.

Wichtige persönliche Führungseigenschaften laut Burkhard Schwenker

  • Balance halten

    „Balance halten in der Gründungsphase zwischen Überzeugung und Realität, in der Mitte zwischen Wachstum und Effizienz, am Ende zwischen Ambition und Realität.“

  • Fairness

    „Fairness, gleiche Regeln für alle, also weder Gründerhabitus am Anfang noch Hybris am Ende.“

  • Integrität

    „Integrität: um qua Persönlichkeit die Widersprüche zu managen, die in den Phasen auftreten können – zwischen kurzfristigen und langfristigen Vorteilen, zwischen Werten und gelegentlich notwendigem Opportunismus, zwischen möglichen Chancen und gegebenen Realitäten.“

  • Mut

    „Mut am Anfang, um Gas zu geben, dann, um Gas wegzunehmen, am Ende, um einen neuen Lebenszyklus zu starten, um die aktive Konsolidierung voranzutreiben, um einen Exit zu begründen.“

  • Optimismus

    „In der Gründungsphase, sonst gründet man nicht; in der Mitte, sonst gelingt keine Transformation; und am Ende, um den Menschen Sicherheit zu geben.“

  • Vertrauen

    „Vertrauen am Anfang in sich selbst, dann in ein Team, dann in die Organisation und die Menschen, die diese Organisation ausmachen.“

Von der Politik erwarten sowohl Unternehmerinnen wie Unternehmer der Umfrage zufolge stärkere Investitionen ins Bildungssystem. Während den Frauen der Ausbau der Kinderbetreuung mit am wichtigsten war, forderte die Vergleichsgruppe eher die Konsolidierung des Bundeshaushalts und eine Senkung der Lohnnebenkosten. Das Thema Frauenquote werde in den Unternehmen oft gemieden, sagte Köster-Brons. Am 18. April entscheidet der Bundestag über eine gesetzliche Regelung. Der VdU fordert eine Frauenquote von 40 Prozent für Aufsichtsgremien bis 2018.

Managerinnen Die Frauen in Vorständen deutscher Banken

  • Managerinnen: Die Frauen in Vorständen deutscher Banken
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  • 08.04.2013, 17:36 UhrSayTheTruth

    Fachkompetenz und "Handeln nach Prinzipien" steht für sie -> ganz hinten ...

  • 08.04.2013, 17:35 UhrSayTheTruth

    Prioritäten:

    Aussitzen, Harmonie (Probleme unter den Teppich), Schein-Freundlichkeit, Unberechenbarkeit da immer alles "ad-hoc" entschieden, Unwirtschaftlich - da nie alle Möglichkeiten auszeizend, Zickenkrieg untereinander

  • 08.04.2013, 17:31 UhrNicht-Dumm

    Das ist doch klar, dass Frauen andere Prioritäten setzen, denn Frauen denken nicht als Mensch, wie Männer das tun (siehe auch engl.: men), sondern als eigene Gattung mit dem Namen Frau. Von daher denken Frauen erst mal an sich selbst und ihre "Schwestern". Dann kommen eventuell noch die eigenen männlichen Kinder.

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