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US-Bank: Citi setzte Chef wegen schwacher Leistung ab

Citigroup-Chef Vikram Pandit hat wegen verschiedener Rückschläge seinen Hut genommen. Nicht ganz freiwillig, sagen Insider. Nun muss er voraussichtlich auch noch auf einen Millionen-Obolus verzichten.

Wurde angeblich zum Rücktritt gedrängt: Citigroup-Vorstand Vikram Pandit. Quelle: Reuters
Wurde angeblich zum Rücktritt gedrängt: Citigroup-Vorstand Vikram Pandit. Quelle: Reuters

New YorkVikram Pandit, der am Dienstag als Chef der Citigroup Inc. zurücktrat, wird voraussichtlich auf 33 Millionen Dollar in bar und Aktien aus seinem längerfristigen Vergütungsplan verzichten müssen - sofern der Aufsichtsrat keine Auszahlung vornimmt, um ihm den Abschied zu versüßen.

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Citigroup hatte den Vergütungsplan im letzten Jahr ausgearbeitet. Wie aus Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht und Daten von Bloomberg hervorgeht, sollte Pandit, basierend auf der bisherigen Entwicklung der Bank, eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 19 Millionen Dollar, zeitlich verzögerte Aktien im Wert von derzeit 9 Millionen Dollar und Optionen im Wert von 4,6 Millionen Dollar erhalten.

Das berichten die US-Großbanken über das 3. Quartal

  • JP Morgan

    Die größte US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder soviel wie vor der Krise. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA. Allein im Geschäft mit Häuserkrediten nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein – 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen.

  • Wells Fargo

    Die Erfolgsgeschichte von Wells Fargo geht weiter. Im dritten Quartal wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf den Rekordwert von 4,94 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wells Fargo profitierte von der sich bessernden US-Konjunktur und dem weiter anziehenden Immobilienmarkt.

  • Citigroup

    Die Citigroup muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse gingen um 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar zurück. Wesentlicher Grund dafür waren Sonderabschreibungen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (nach Steuern), weil die Bank beim Verkauf ihrer Tochter Smith Barney nicht den erhofften Preis erzielen konnte.

  • Goldman Sachs

    Goldman Sachs wies einen überraschend kräftigen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar aus, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar in den Büchern stand. Die Einnahmen stiegen um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Investmentbank verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig.

  • Bank of America

    Einen Gewinn von gerade einmal 340 Millionen Dollar hat die Bank of America im dritten Quartal erzielt. Vor einem Jahr erwirtschaftete die Bank noch ein Plus von 6,2 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem Sondereffekte wie die Abschreibung von 1,6 Milliarden Dollar nach einer 2,4 Milliarden Dollar teuren Einigung, um einer Sammelklage von Aktionären zu entgehen.

  • Morgan Stanley

    Die US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.

    Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.

Vergütungsexperte Steven Hall, Managing Director der New Yorker Beratungsgesellschaft Steven Hall & Partners, sagt, es sei typisch bei Vorstandschefs, die ihren Job aufgeben, dass sie auf im Vorhinein ausgehandelte Trennungsgelder verzichten und mit dem Aufsichtsrat neue Vereinbarungen treffen.

Bekäme Pandit nichts, würde dies signalisieren, dass er aufgestanden sei und gesagt habe: „Ich trete zurück“, erläutert Hall. Erhielte er Zahlungen, dann stelle sich die Frage, ob ihm damit die Entscheidung zum Rücktritt versüßt werden solle oder ob dies eine Belohnung für seine bisherige Leistung in einer schwierigen Zeit sein solle, sagt Hall.

Am Dienstagabend verlautete aus informierten Kreisen jedoch, dass Pandit vom Verwaltungsrat der Citigroup aus dem Amt gedrängt worden sein soll. Der Schritt sei seit Monaten diskutiert worden. Zu Vorfällen, die zur Entscheidung des Boards beigetragen haben, zählen den Kreisen zufolge die Rückweisung eines Plans durch die Aufsichtsbehörden, die Auszahlungen an die Aktionäre zu erhöhen. Hinzu gekommen seien die 2,9 Milliarden Dollar schweren Abschreibungen beim Broker Smith Barney und eine zweistufige Absenkung der Bonitätsnote durch die Ratingagentur Moody's Investors Service.

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Sheila Bair, die in ihren Zeiten als Chefin der US-Einlagensicherung FDIC mit Pandit aneinander geraten war, bezeichnete den Abgang als „sehr positiv“ für Citigroup. „Ich hatte meine Bedenken zu den Qualifikationen von Herrn Pandit, als CEO der größten Geschäftsbank tätig zu sein“, sagte sie. Schließlich sei er nie ein Geschäftsbanker gewesen. Pandit hatte vor Citi einen Hedgefonds geführt.

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