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WestLB-Chef Hilgert: Der Visionär gibt auf

Nach knapp über einem Jahr im Chefsessel schmeißt WestLB-Chef Heinz Hilgert das Handtuch. Für seine Sanierungs- und Zukunftspläne bekam er zwar Rückendeckung von der EU und auch den Mitarbeitern, nicht aber von den Anteilseigner. Nach einer monatelangen Hängepartie gab er schließlich zermürbt auf.

Macht einen Schlussstrich unter das Kapitel WestLB: Heinz Hilgert. Quelle: dpa
Macht einen Schlussstrich unter das Kapitel WestLB: Heinz Hilgert. Quelle: dpa

FRANKFURT. Nach nur zwölfeinhalb Monaten im Chefsessel sah sich WestLB-Chef Heinz Hilgert in der Sackgasse angekommen. Zwar hatte er für die Sanierung der Landesbank und sein Zukunftsmodell die Brüsseler Wettbewerbshüter gewinnen können, auch die Mitarbeiter zogen letztlich trotz harter Einschnitte bei den Arbeitsplätzen mit. Aber wie so oft schon in der Vergangenheit scheiterte auch er an erheblichen Widerständen der Anteilseigner. Am Montag warf Hilgert entnervt das Handtuch, weil die „maßgeblichen Eigentümer“ der WestLB ihm offenbar die Gefolgschaft verweigerten.

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Die Eigentümer sind bei der WestLB genau genommen drei Personen, ohne deren Zustimmung in der Regel nichts läuft. Da ist einmal der Präsident der westfälisch-lippischen Sparkassen, Rolf Gerlach. Der bekennende Churchill-Bewunderer kennt die relevanten Gesetzespassagen für die Sparkassen aus dem Effeff, seine Mission lautet, die dezentrale Struktur der öffentlich-rechtlichen Sparkassen unter allen Umständen zu bewahren. Dabei sekundiert ihm Michael Breuer, der rheinische Sparkassenpräsident, während der Dritte im Bunde, NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU), immer bemüht sein muss, kein zu großes Opfer mehr für die Bank bringen zu müssen.

Hilgert ist mit der Ausgliederung seiner toxischen Papiere in der Zweckgesellschaft „Phoenix“ zwar einer der Architekten für die spätere „Bad-Bank“-Lösung gewesen. Die WestLB wurde so sogar zur „Blaupause“ für andere Landesbanken. Aber sein selbstbewusstes Auftreten nahmen die Sparkassenfunktionäre auch immer ein wenig argwöhnisch zur Kenntnis. Hilgert konnte mit seinem strukturierten Denken – er formulierte es gerne als „Abschichten“ – das Fachpublikum überzeugen. Doch ausgerechnet die Gräben zwischen dem Vorstand und dem „Aktionariat“ der WestLB konnte er nicht zuschütten.

Hilgert, dem eiserne Disziplin und Hartnäckigkeit bei der Verfolgung von Lösungen nachgesagt werden, habe zuletzt zunehmend reizbar gewirkt. „Es verstrichen Wochen, es verstrichen Monate, ohne Entscheidung der Eigentümer. Das zehrte an seinem Nervenkostüm“, sagte ein Weggefährte. Hilgert geht übrigens mit Haltung: Er werde „sämtliche zukünftigen Gehaltszahlungen und Pensionsansprüche nicht geltend machen“, teilte er mit.

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