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Zum Tod des Julius-Bär-Chefs: Alex Widmer: Der Banker, der auffiel

Trauer in Zürich: Der CEO von Bank Julius Bär, Alex Widmer, ist in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 52 Jahren überraschend gestorben. Er war in vielerlei Hinsicht ein untypischer Banker. Ein Portrait.

Ales Widmer galt als untypischer Banker. Foto: PR
Ales Widmer galt als untypischer Banker. Foto: PR

Alex Widmer war ein ein Banker, der auffiel. Das lag zum einen an seinem Äußeren, das so gar nicht zum uniformen Bankerlook passte: Mit dem stets fast auf Zopflänge getragenem, grauen, zurückgekämmten Haar glich er eher einem spanischem Edelmann.

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Außerdem sparte der Schweizer sich die gängigen Managerfloskeln: Er redete hochdeutsch, deutlich und schnörkellos. Und er beschäftigte sich lieber mit Kunden als mit Strategieseminaren.

Widmer war zunächst Mitglied der Konzernleitung und CEO Private Banking. Im November 2007 wurde er CEO der Bank Julius Bär und war für den Aufbau des heutigen Geschäftsmodells verantwortlich.

Die Leitung der Bank Julius Bär wird Hans de Gier übernehmen, der im September 2008 als CEO der Julius Bär Gruppe zurücktrat, um sich auf seine Funktion als Chairman von GAM zu konzentrieren.

Vor dem Wechsel zur Bank Bär hatte Alex Widmer eine blendende, fast 20-jährige Karriere bei der Credit Suisse hinter sich. Diese führte ihn über New York, Tokio und Singapur bis in die Konzernleitung, aus der er 2004 aber abrupt ausschied. Ersetzt wurde er – auch als Kopf des Private Banking – durch Walter Berchtold.

Widmer fand sich bei der Credit Suisse damals neu als Senior Advisor auf dem Abstellgleis. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Widmer galt nicht nur als hoch gebildeter Gesprächspartner, sondern auch als begnadeter Private Banker, der die Klaviatur der betuchten Kundschaft hervorragend zu spielen wusste. Von da stammte auch das Bild des gel-geschleckten Bankers, der Asien vor allem aus drei Perspektiven kennt: aus der Luft, vom Jet aus und aus dem Innern der allerbesten Hotels. Seine hervorragenden Beziehungen zu den reichen Kunden mochte die Credit Suisse nicht missen, weshalb sie ihn als Senior Advisor zu halten versuchte.

Zum Karriereknick Widmers bei der Credit Suisse führte dem Vernehmen nach sein Führungsstil, der ihm intern viel Kritik eingetragen hatte. Von daher erstaunte, dass ihn die Bank Julius Bär ausgerechnet mit der wichtigsten Führungsposition betraute. Bär-Sprecher Stähelin meinte dazu im Jahr 2005 gegenüber dem Tages-Anzeiger: "Wir haben uns nach intensiver Prüfung aller Kandidaten für den Besten entschieden."

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