Körber geht
Führungswechsel bei der Metro

Bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro steht nach der Machtübernahme der beiden Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenkeck ein Führungswechsel bevor. Vorstandschef Hans-Joachim Körber soll Ende Oktober aus dem Unternehmen ausscheiden, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Ein Nachfolger wird bereits gehandelt.

HB DÜSSELDORF. Aufsichtsratschef Eckhard Cordes soll Körber ablösen, hieß es in den Kreisen. Die Metro selber wollte sich am Mittwoch aber nicht dazu äußern. Cordes führt derzeit den Duisburger Handelskonzern Haniel. Durch einen milliardenschweren Aktienzukauf war Haniel im August zum weitaus größten Einzelaktionär der Metro AG geworden.

Körber steht seit 1999 an der Spitze von Metro. Der promovierte Kaufmann richtete den Konzern konsequent auf profitables Wachstum aus und forcierte die Internationalisierung der Gruppe. In der letzten Zeit baute der 61-Jährige vor allem die Präsenz des Handelskonzerns in Osteuropa und Asien aus, was sich auch mit einem deutlichen Umsatzsprung von mehr als 20 Prozent in den Regionen in der Halbjahresbilanz niederschlug.

Zugpferde des Düsseldorfer Metro-Konzerns sind mittlerweile die gleichnamigen Großhandelsmärkte sowie die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn. Als Bremser des Wachstumstempos gelten aber die Mönchengladbacher Lebensmitteltochter Real und die Kölner Warenhauskette Kaufhof. Körber, dessen Vertrag noch bis 2009 läuft, wird in Aktionärskreisen vorgeworfen, die Probleme dort nicht in den Griff bekommen zu haben, hieß es. Cordes, der früher im Topmanagement von Daimler-Chrysler war, gilt dagegen als Sanierer.

Der Mischkonzern Haniel hatte Ende August seine Beteiligung an der Metro auf durchgerechnet knapp 35 Prozent der Stimmrechte aufgestockt. Zusammen mit der Gründungsgesellschaft Schmidt-Ruthenbeck, mit der Haniel seine Interessen gebündelt hat, kommt der Mischkonzern auf 50,01 Prozent der Anteile. Der betagte Metro-Gründer Otto Beisheim verliert im Gegenzug an Gewicht. Die Metro-Aktie legte auf dem Parkett nach Ende des Computerhandels weiter zu und lag 2,9 Prozent im Plus.

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