Kohlenstoff-Spezialisten
Klatten steigt bei SGL Carbon ein

Susanne Klatten ist allem Anschein nach dabei, ihr Vermögen neu zu ordnen. Nachdem die Quandt-Erbin bereits beim Chemieunternehmen Altana massiv aufgestockt hatte, kauft sie nun Anteile von SGL Carbon.

DÜSSELDORF. Der Wiesbadener Grafitspezialist SGL Carbon hat den lang ersehnten Großaktionär bekommen. Die Milliardärin Susanne Klatten ist bei dem MDax-Konzern mit knapp acht Prozent eingestiegen und will den Anteil weiter auf knapp unter 25 Prozent aufstocken. Wie ein Sprecher von Klattens Beteiligungsgesellschaft Skion dem Handelsblatt sagte, sollen bald Gespräche über die Vertretung des neuen Großaktionärs im Aufsichtsrat beginnen. Finanzkreise gehen davon aus, dass die Quandt-Erbin langfristig den Vorsitz in dem Gremium anstrebt.

Den Zugriff auf weitere SGL-Aktien hat sich Skion den Zugriff durch sogenannte cash-gesettelte Swaps gesichert. Diese derivativen Kapitalmarktinstrumente seien zwar rechtlich nicht bindend, man gehe aber davon aus, dass die an der Transaktion beteiligten Partner sie „in absehbarer Zeit ausüben“ werden, sagte der Sprecher. Skion fließt dann Bargeld in Höhe des aktuellen Aktienkurses zu, wodurch sich Skion gegen Kurssteigerungen abgesichert hat. Die Beteiligung werde „definitiv unterhalb einer Sperrminorität“ bleiben, betonte der Sprecher. Offenbar geht Klatten davon aus, dass sie auch bei einer Beteiligungshöhe unter 25,01 Prozent de facto über eine Sperrminorität auf der Hauptversammlung verfügt. Tatsächlich sind auf deutschen Aktionärstreffen so gut wie nie 100 Prozent des gesamten Kapitals vertreten. Mit einer Sperrminorität kann ein Aktionär beispielsweise eine feindliche Übernahme verhindern.

An der Börse entfachte die Nachricht über Klattens Engagement bei dem international führenden Zulieferer der Stahl- und Aluminiumindustrie ein Kursfeuerwerk. In einem freundlichen Umfeld sprang der SGL-Kurs kurzzeitig um mehr als 22 Prozent in die Höhe.

Skion waren aus dem Verkauf der Pharmasparte des Spezialchemiekonzerns Altana gut zwei Mrd. Euro zugeflossen. Diese Geld wird nun reinvestiert: Für rund 700 Mio. Euro hat Skion die Beteiligung an Altana auf 88,9 Prozent ausgebaut. Im August 2008 erwarb Skion außerdem für 300 Mio. Euro ein Anteil von 20 Prozent an dem Hamburger Windradbauer Nordex. Dessen Aktienkurs kam seitdem allerdings kräftig unter die Räder.

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