Kolle Rebbe machen in Hamburg klassische Werbung
Die Inhaber aus der Speicherstadt

Kolle und Rebbe machen Reklame. Damit haben sie im Gegensatz zu manchem Werber, der das Wort für antiquiert hält, kein Problem: „Ich finde den Begriff sogar charmant, denn er zeigt, woher wir kommen“, sagt Stephan Rebbe. Er ist 43 und Geschäftsführer Beratung bei der Hamburger Agentur, die seinen und den Namen des Geschäftsführers Kreation, Stefan Kolle, trägt.

HAMBURG. Kolle ist 42 und findet, dass man das Thema Werbung nicht zu ernst nehmen sollte: „Der Grundauftrag an uns ist, dabei zu helfen, dass sich Produkte verkaufen.“

Das klingt sehr bodenständig und passt so gar nicht zum Klischee einer Agentur, die beim letzten Werbefestival in Cannes vier Löwen nach Deutschland holte und es als Neueinsteiger auf den 12. Platz des weltweiten Kreativrankings Gunn-Report schaffte. Das hatte zuvor nur Ortskonkurrent Springer & Jacoby erreicht, lange Zeit eine der renommiertesten Adressen. Abgehoben sind die beiden Ste(f)phans deswegen aber nicht, das wird jedem schnell klar, der sie in der Dienerreihe 2 der Hamburger Speicherstadt besucht – dort, wo früher einmal Kautschuk gelagert wurde. Stephan Rebbe, groß, schlank und dunkelhaarig, sitzt in Hemd und Hose in seinem kleinen Glasbüro. Stefan Kolle, etwas kleiner, dunkelblonde, gelockte Haare, taucht im braunen Nadelstreifenanzug – aber natürlich ohne Krawatte – aus den Tiefen des Speichers auf.

Dass sie 1994 nach der Gründung der Agentur mit Freunden zu Wettbewerbspräsentationen gegangen sind, um mehr „Masse“ zu haben, geben sie auch heute noch offen zu. Das ist aber Schnee von gestern, mittlerweile gehören so namhafte Unternehmen wie Deka, der Otto-Versand und T-Online zum Kundenstamm. 112 Mitarbeiter betreuen Werbegelder von 66 Millionen Euro. Und mit einem Honorarumsatz, der 2004 um 8,2 Prozent auf 9,9 Millionen Euro gesteigert wurde, gehören sie auch im heute veröffentlichten Ranking der inhabergeführten Agenturen zu den Wachstumskandidaten. „Das ist schon eine außergewöhnliche Leistung in unserer Branche, mit klassischer Werbung eine Agentur in dieser Größe aufzubauen“, findet Ulrich Pallas, Finanzchef beim Ortskonkurrenten Jung von Matt.

In der Branche gelten Kolle Rebbe als eine der wenigen von Inhabern geführten Agenturen mit Profil. Das brachte ihnen auch 2003 den Titel „Agenturmänner des Jahres“ ein. „Kolle Rebbe ist ein starker kreativer Partner, konzeptionell und organisatorisch überzeugend“, findet Thomas Voigt, Kommunikationschef beim Kunden Otto.

Und was denken die beiden übereinander? „Er ist immer unzufrieden. Nichts ist perfekt genug“, sagt Rebbe über Kolle. „Er ist der perfekte Netzwerker“, sagt Kolle über Rebbe. Sie kennen sich schon aus Studienzeiten und vier Jahren gemeinsamer WG. Als sie ihre Agentur gründeten, war Kolle Texter bei Baader, Lang, Behnken in Hamburg und Rebbe Produktmanager bei Rothmans Cigaretten. Mittlerweile sind beide verheiratet und haben drei (Rebbe) und zwei (Kolle) Kinder.

Seit vielen Jahren erreicht die Agentur einen Platz unter den Top Ten in den Kreativrankings, dennoch war das letzte Jahr herausragend. Kritische Stimmen, dass das vor allem auf einen Kunden – den Büroausstatter Bisley – zurückzuführen ist, kontert Kolle gleich: „Sicher hat Bisley viele Punkte geholt, aber die Frankfurter Rundschau, Gauloises und Musikload von T-Online auch.“ Und das seien echte Marken, betont Kolle und denkt wohl an die vielen Hut-, Nagel- und Fitnessstudiokampagnen, mit denen Werber zuweilen Preise holen.

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