Kommentar Konzerne kämpfen zurecht für die Euro-Rettung

Ein Riss geht durch die Wirtschaft: Die kleinen Unternehmen wollen einen schnellen Schuldenschnitt für Griechenland. Doch die Konzerne sind mit ihrer Forderung nach Euro-Rettung im Recht.
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Tränengaswolke vor dem griechischen Parlament. Quelle: Reuters

Tränengaswolke vor dem griechischen Parlament.

(Foto: Reuters)

Deutschlands Unternehmer machen eine neue Erfahrung: Sie sind tief zerstritten. Die großen börsennotierten Unternehmen setzen sich vehement dafür ein, die bisherige Politik der Euro-Rettung weiterzuführen. Mit einer Anzeigenkampagne haben sie dafür geworben.

Die Mehrheit der Familienunternehmer aber ist gegen weitere Kreditpakete für Griechenland, will einen schnellen Schuldenschnitt und kann sich zur Not auch eine verkleinerte oder geteilte Währungsunion vorstellen: der Euro ohne Eule.

Der Riss, der durch die Wirtschaft geht, ist nicht zu übersehen. Warum läuft das nach dem Muster Groß gegen Klein? Die eigentümergeführten Gesellschaften machen geltend, es gehe nicht um Größe, sondern um Verständnis für den Zusammenhang zwischen Risiko und Haftung. Mitgedacht, aber nicht mitgesagt ist dabei: Die Vorstände der großen Aktiengesellschaften sind doch eh daran gewöhnt, mit anderer Leute Geld zu wirtschaften.

Wenn’s schiefgeht, müssen sie nicht mit ihrem eigenen Vermögen geradestehen. Da sehen die Familienunternehmer die Parallele zur Euro-Schuldenkrise: Athen wie auch die Griechenland finanzierenden Banken wollten jetzt nicht für das eingegangene Risiko haften, sondern sich vom Steuerzahler auslösen lassen.

Gefahren für Staaten wie Irland und Portugal
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12 Kommentare zu "Kommentar: Konzerne kämpfen zurecht für die Euro-Rettung"

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  • Dieser Kommentar ist nichts Anderes als Verdrehen der Tatsachen. Wie funktionierte denn die EWG vor dem Euro? Viel besser als heute jedenfalls.
    Die großen Konzerne sind am Euro interessiert - aus eigennützigen Motiven. Ihnen ist egal, wenn der Steuerzahler für diese Kunstwährung zahlt. Das war auch 1923 so: die Exportwirtschaft fand die schwache Reichmark sexy - bis es zu spät war.
    Der Euro gehört abgeschafft! Die deutsche Wirtschaft wird sich dann mehr anstrengen müssen, konkurrenzfähig zu bleiben. Und der Wohlstand bleibt dann wieder bei den hier Beschäftigten!

  • Was die Konzerne selber dazu beitragen wollen, dazu kein Wort, obwohl auch Vertreter der Finanzindustrie z.B. der Deutschen Bank und der Allianz unterzeichnet haben.

    siehe hier: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/euro-krise-deutsche-wirtschaft-ganz-schoen-dreist-diese-manager-1.1111125

    "Wenn sie dagegen selbst helfen könnten, halten sich die Herren vornehm zurück. Der Steuerzahler soll es richten, und zwar allein.
    ...
    Gewinne privatisieren, Risiken sozialisieren.
    ...
    Ganz so, als heiße es im Grundgesetz: Eigentum erdreistet."

    Sehenswert ist zu diesem Thema auch das Video "Dirk Müller vs. Otto Fricke FDP, bei Anne Will"

    http://www.youtube.com/watch?v=2wbHGGziUkw

  • noch zur Ergänzung: wenn die Konzerne nur sagen wir ein Viertel des deutschen Anteils an den Transfers zur "Rettung" von Euro, GR und der ganzen Welt mittragen müssten (inkl. Anteil an EZB-Bilazschrott ca. 60 Mrd. Euro), würde sich das wohlfeile "Rettungs"-Gesäusel in eine ohrenbetäubendes Geheul wandeln. Das ist doch die Lüge die sich heute jeder und zur Erhöhung der Komik mit staatsmännisch-solidarischem Getue erzählt, um sein eigenes kleines illusionäres Wolkenkuckuksheim nicht verlassen zu müssen. Man will viel und großes tun mit Geld, das man nicht hat und entweder anderen z.B. dem Steuerzahler) oder von der nächsten Generation stielt.

  • Die Groß-Konzerne haben andere Interessen als Normalbürger und Mittelstand und treten für diese ein, das ist alles. Dies als "Rechthaben" zu klassifizieren, ist so sinnvoll wie zu sagen, das Wasser hat recht, nass zu sein, insbesondere wenn dann implizit auch noch "Rettungsillusionen" der Argumentation zu Grunde gelegt werden.

    Weder der Euro noch GR ist gerettet. Allenfalls ist der notwendige (und potentiell heilsame!) Crash einerseits verschoben und andererseits auf die europäisch-globale Ebene verlagert worden. Ohne substantielle Reformen am Finanzbetrugssystem ist dieser unvermeidlich. Diese Reformen wird es aber nur geben, wenn man sich den Schmerzen z.B. eines noch beherrschbaren GR-Crashs aussetzt. Das tut man aber nicht, sondern lullt sich mit "Rettungspalaver" weiter ein.

    Die Wut gegen alle Politik und Ordnung und das Chaos das wir bekommen, wenn der Schwindel auffliegt und die Gläubiger "sehen" wollen, ist derzeit als Vorgeschmack auf den Straßen in GR zu besichtigen. Lehman war die erste Posaune, GR könnte die zweite und die letzte Warnung sein aber man will sie nicht hören und macht weiter wie bisher mit Illusionen, leeren Versprechen, ungedeckten Krediten. Den fruchtbarsten Nähboden für autoritäre Regimes, seien sie mafiös oder ideologisch will man offenbar in ganz Europa haben. Denn sie wissen nicht, was sie tun...

  • "Weil sie an vielen Standorten in europäischen Nachbarländern produzieren, wissen sie, dass der Euro sich nicht rückabwickeln lässt, ohne auch den Binnenmarkt zu zerstören.

    Die zweite Gefahr besteht darin, dass schlagartig Staaten wie Irland, Portugal, vielleicht sogar Spanien, Italien und Belgien vom Kapitalmarkt abgeschnitten würden."

    Nur Behauptungen ohne Begründung und in die Kristallkugelguckerei.
    So ein schlechter Kommentar ist leider überflüssig.

  • Die grossen Konzerne sollten eigentlich für die Umschuldung stimmen, sind sie doch daran gewöhnt, mit Staatsgeldern gerettet zu werden.

    Mindestens in Griechenland wird nicht viel produziert, einen Binnenmarkt gibt es dort nicht (mehr). Was kann kaputtgehen?

    Die Abwertung von Aktienvermögen macht alleine Aktionäre unglücklich und erschwert die eine oder andere Refinanzierung auf Pump. So könnte aber auch die Übermenge an Geld, die für die Börsenaufschwünge der letzten Zeit mitverantwortlich ist, auch reduziert werden.

    Also: lasst uns den Schuldenschnitt wagen! Wir können mit unseren Steuergeldern nicht die Renditen von Banken und Grossunternehmen und auch keine Verschwendung in anderen Ländern durchfinanzieren, nicht langfristig über den Jahreswechsel hinaus.

  • Wem gehören eigentlich die Konzerne?

    Werden in den Medien absichtlich die falschen Fragen gestellt???

    Sind Politiker, Konzern- und Medienbosse nur Marionetten der globalen Hochfinanz?

    Sind die privaten Konzernmedien da um uns zu informieren oder um uns abzulenken und eine bestimmte Meinung einzutrichtern?

    Wem gehören eigentlich weltweit die Medien AGs???

    Wer die Information kontrolliert, kontrolliert alles!!!

    Wer die Grundursache unserer Probleme verstehen will sollte unser Schuldpapiergeldsystem analysieren.

    Wie entsteht Geld?

    Schaffen die Banken Schuldgeld aus dem nichts??

    Hat der Staat den Geschäftsbanken das Monopol der unendlichen Geldschöpfung erteilt?

    Spielt es eine Rolle was die Welt kosten, wenn Banken unendlich viel Geld aus dem nichts schöpfen können?

    Gehört die Welt ( Medienkonzerne, Energiekonzerne, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, etc. ) den Banken?

    Welches Problem entsteht, wenn die Geldmenge verzinst wird und es keine neuen Schuldner gibt die die Zinsen zahlen?

    Ist die weltweite Verschuldung Systembedingt?

    Ist unser Zinsgeldsystem die Ursache für die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich?

    Werden die Bürger vom Staat und den Banken ausgebeutet?

    Wer wissen will in was für einer manipulierten Scheinwelt wir leben, sollte folgende Filme sehen:

    1.) http://video.google.com/videoplay?docid=6433985877267580603#

    2.) http://www.youtube.com/watch?v=fXIE_lUPyrU&playnext=1&list=PL334B536FF28194DC


    Dieser Kommentar wurde von FAZ.net, welt.de, focus.de und Zeit.de nicht veröffentlicht, Zensur!!!

  • Die Vertreter der großen Konzerne sind hauptsächlich deshalb an einer Euro-Rettung interessiert, weil sich Investitionen, Absatz und Gewinnmargen und damit auch die eigenen Millionengehälter in einem gemeinsamen Währungsraum besser planen lassen, als wenn man ständig mit einer Abwertung der Währung zu rechnen hätte. Wenn man allerdings Griechenland unterstützt, kann man beim 2. Rettungspaket für Portugal, dessen Anforderung nur eine Frage der Zeit ist, nicht nein sagen. Weitere potenzielle Pleitekandidaten sind bereits ausgemacht. Man macht sich also erpressbar. Das Argument, dass bei einem Schuldenschnitt einzelne Finanzinstitute in Not geraten werden, ist zutreffend, aber es kann nicht angehen, dass der Steuerzahler wiederholt zur Rettung von "informierten Gläubigern" herangezogen wird.
    Zur "Stunde der Not": Die Notsituation hat Griechenland selbst herbeigeführt, es wäre vermessen, unter diesen Umständen Solidarität einzufordern. Und die Euro-Bonds werden spätestens mit der nächsten grün-roten Bundesregierung 2013 sowieso kommen, da sollte man sich keiner Illusion hingeben.

  • Die Vertreter der großen Konzerne sind hauptsächlich deshalb an einer Euro-Rettung interessiert, weil sich Investitionen, Absatz und Gewinnmargen und damit auch die eigenen Millionengehälter in einem gemeinsamen Währungsraum besser planen lassen, als wenn man ständig mit einer Abwertung der Währung zu rechnen hätte. Wenn man allerdings Griechenland unterstützt, kann man beim 2. Rettungspaket für Portugal, dessen Anforderung nur eine Frage der Zeit ist, nicht nein sagen. Weitere potenzielle Pleitekandidaten sind bereits ausgemacht. Man macht sich also erpressbar. Das Argument, dass bei einem Schuldenschnitt einzelne Finanzinstitute in Not geraten werden, ist zutreffend, aber es kann nicht angehen, dass der Steuerzahler wiederholt zur Rettung von "informierten Gläubigern" herangezogen wird.
    Zur "Stunde der Not": Die Notsituation hat Griechenland selbst herbeigeführt, es wäre vermessen, unter diesen Umständen Solidarität regelrecht einzufordern. Und die Euro-Bonds werden spätestens mit der nächsten grün-roten Bundesregierung 2013 sowieso kommen, da sollte man sich keiner Illusion hingeben.

  • lieber herr hanke, die famielienunternehmer werden auf jeden fall recht behalten. sie hingegen unterliegen einem gewaltigen irrtum. wahrscheinlich, weil sie die gesamtwirtschaftlichen zusammenhänge nicht verstehen..
    denn die pleite griechenlands läßt sich nicht mehr abwenden. auch nicht, wenn noch mehr steuergelder dort reingepumpt werden. diese form der insolvenzverschleppung wird auf jeden fall in den nächsten wochen oder monaten ein natürliches ende finden und auch finden müssen.griechenland muss aus dem euro austreten und ihnen würde in demselben atemzug ca. 80% der schulden erlassen werden....das ist die einzig gangbare lösung. der kapitalmarkt wird das ökonomisch unbedeutende griechenland auf jeden fall überleben....und für die griechen wäre es die einzige lösung um wieder wettbewerbsfähig zu werden...

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