Kommentar
Konzerne kämpfen zurecht für die Euro-Rettung

Ein Riss geht durch die Wirtschaft: Die kleinen Unternehmen wollen einen schnellen Schuldenschnitt für Griechenland. Doch die Konzerne sind mit ihrer Forderung nach Euro-Rettung im Recht.
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Deutschlands Unternehmer machen eine neue Erfahrung: Sie sind tief zerstritten. Die großen börsennotierten Unternehmen setzen sich vehement dafür ein, die bisherige Politik der Euro-Rettung weiterzuführen. Mit einer Anzeigenkampagne haben sie dafür geworben.

Die Mehrheit der Familienunternehmer aber ist gegen weitere Kreditpakete für Griechenland, will einen schnellen Schuldenschnitt und kann sich zur Not auch eine verkleinerte oder geteilte Währungsunion vorstellen: der Euro ohne Eule.

Der Riss, der durch die Wirtschaft geht, ist nicht zu übersehen. Warum läuft das nach dem Muster Groß gegen Klein? Die eigentümergeführten Gesellschaften machen geltend, es gehe nicht um Größe, sondern um Verständnis für den Zusammenhang zwischen Risiko und Haftung. Mitgedacht, aber nicht mitgesagt ist dabei: Die Vorstände der großen Aktiengesellschaften sind doch eh daran gewöhnt, mit anderer Leute Geld zu wirtschaften.

Wenn’s schiefgeht, müssen sie nicht mit ihrem eigenen Vermögen geradestehen. Da sehen die Familienunternehmer die Parallele zur Euro-Schuldenkrise: Athen wie auch die Griechenland finanzierenden Banken wollten jetzt nicht für das eingegangene Risiko haften, sondern sich vom Steuerzahler auslösen lassen.

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  • Dieser Kommentar ist nichts Anderes als Verdrehen der Tatsachen. Wie funktionierte denn die EWG vor dem Euro? Viel besser als heute jedenfalls.
    Die großen Konzerne sind am Euro interessiert - aus eigennützigen Motiven. Ihnen ist egal, wenn der Steuerzahler für diese Kunstwährung zahlt. Das war auch 1923 so: die Exportwirtschaft fand die schwache Reichmark sexy - bis es zu spät war.
    Der Euro gehört abgeschafft! Die deutsche Wirtschaft wird sich dann mehr anstrengen müssen, konkurrenzfähig zu bleiben. Und der Wohlstand bleibt dann wieder bei den hier Beschäftigten!

  • Was die Konzerne selber dazu beitragen wollen, dazu kein Wort, obwohl auch Vertreter der Finanzindustrie z.B. der Deutschen Bank und der Allianz unterzeichnet haben.

    siehe hier: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/euro-krise-deutsche-wirtschaft-ganz-schoen-dreist-diese-manager-1.1111125

    "Wenn sie dagegen selbst helfen könnten, halten sich die Herren vornehm zurück. Der Steuerzahler soll es richten, und zwar allein.
    ...
    Gewinne privatisieren, Risiken sozialisieren.
    ...
    Ganz so, als heiße es im Grundgesetz: Eigentum erdreistet."

    Sehenswert ist zu diesem Thema auch das Video "Dirk Müller vs. Otto Fricke FDP, bei Anne Will"

    http://www.youtube.com/watch?v=2wbHGGziUkw

  • noch zur Ergänzung: wenn die Konzerne nur sagen wir ein Viertel des deutschen Anteils an den Transfers zur "Rettung" von Euro, GR und der ganzen Welt mittragen müssten (inkl. Anteil an EZB-Bilazschrott ca. 60 Mrd. Euro), würde sich das wohlfeile "Rettungs"-Gesäusel in eine ohrenbetäubendes Geheul wandeln. Das ist doch die Lüge die sich heute jeder und zur Erhöhung der Komik mit staatsmännisch-solidarischem Getue erzählt, um sein eigenes kleines illusionäres Wolkenkuckuksheim nicht verlassen zu müssen. Man will viel und großes tun mit Geld, das man nicht hat und entweder anderen z.B. dem Steuerzahler) oder von der nächsten Generation stielt.

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