Kommentar von Christoph Berdi
Pro Logo, BA!

Harsche Kritik muss derzeit die Bundesagentur für Arbeit (BA) einstecken, weil sie ihr Logo neu gestalten lässt. Eine Meldung in der aktuellen absatzwirtschaft (5/2005) zu diesem Plan nahmen diverse Kommentatoren zum Anlass, den Nürnbergern mal wieder richtig eins auszuwischen. Christoph Berdi, Chefredakteur absatzwirtschaft - Zeitschrift für Marketing, kommentiert die Kritik an den Plänen der Bundesagentur für Arbeit für ein neues Logo.

FDP-Generalsekretär und Arbeitsmarktexperte Dirk Niebel sprach gar von einem "skandalösen Vorgang". Auch die Grünen, sonst selbst Meister des Politmarketings (absatzwirtschaft 11/2004), ließen es sich nicht nehmen, ihr Mütchen an der "BA" zu kühlen. Die "Kölnische Rundschau" spricht gar von einer "sinnlosen Investition". Dabei ist das einzige, was man der Bundesagentur ankreiden kann, das schlechte Timing.

Dass es die eine oder andere Stimme geben würde, die 100 000 Euro Kosten seien besser in den direkten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu investieren, stand zu erwarten. Dass die Aktion aber gerade in der heißen Phase des richtungsweisenden NRW-Wahlkampfs platziert wurde, stellt einen Faux Pas dar. Das ruft die Profi-Profilierer auf den Plan.

Die Kritik an dem Re-Design bleibt aber ebenso durch- wie kurzsichtig. Es ist längst überfällig, dass sich die unbestreitbaren strukturellen Veränderungen und die neue Kundenorientierung im Auftreten niederschlagen. Das alte Logo, so zeigt es offenbar die Marktforschung, machte den Menschen zuletzt wenig Mut; und motivationsfördernd auf die eigenen Mitarbeiter wird es auch nicht gewirkt haben. Es steht für eine überwundene Ära.

Aus der freien Wirtschaft ist bekannt, dass solche Image-Korrekturen nicht unbedingt Wunder wirken, aber positive Ansätze wirksam unterstützen können. Insofern ist die BA auf dem richtigen Weg. Das neue Logo - vorgestellt wird es Anfang Mai in Berlin - ist ein wichtiger Mosaikstein der Neuausrichtung. In einem Punkt muss die BA den Vergleich zu den Unternehmen schon jetzt nicht scheuen- die 100 000 Euro liegen sicher am unteren Ende des Kostenkorridors für ein Projekt dieser Größenordung.

Das Geld ist gut investiert - gerade im Sinne der Arbeitssuchenden. Die Kritik aus dem politischen Raum klingt vor dem Hintergrund der aus Steuermitteln finanzierten Wahlkampfkostenerstattung verlogen.

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