Kommentar zum Facebook-Gründer
Deutsche Milliardäre, schaut auf Zuckerberg!

Mark Zuckerberg hat mit seiner angekündigten Milliardenspende eine riesige Diskussion ausgelöst. Viele hinterfragen die Motive des Facebook-Gründers kritisch. Dabei gebührt ihm erstmal Respekt. Ein Kommentar.
  • 6

MünchenZu der vielbeachteten Spendenaktion von Mark Zuckerberg lässt sich leicht Kritisches anmerken. Der US-Unternehmer hat anlässlich der Geburt seiner Tochter Max versprochen, 99 Prozent seiner Facebook-Aktien in eine Stiftung zu geben, fast sein gesamtes Vermögen. Nach aktuellem Kurs wären das rund 45 Milliarden Dollar. Diese soll Kindern zu Bildung verhelfen und den Kampf gegen Krankheiten fördern. Seit er dies, natürlich auf Facebook, ankündigte, tobt im Internet die Diskussion.

Klar, es ist erst einmal nur eine Ankündigung, die Übertragung der Anteile wird nur schrittweise erfolgen. Zudem versuchen US-Konzerne wie Facebook einiges, um Steuerzahlungen zu vermeiden – und drücken sich damit um ihren Beitrag zum Gemeinwohl. Stattdessen will Zuckerberg mit der Form der Spende in eine Stiftung selbst entscheiden, wie sein Beitrag eingesetzt wird. Und natürlich ist selbst ein Prozent des Vermögens von Zuckerberg, das der Familie verbleiben soll, immer noch für Generationen mehr als auskömmlich.

Und doch hat manch reflexartige Reaktion auch etwas typisch deutsches. Das Vermögen – und es steckt wie bei vielen deutschen Familienunternehmern auch weitgehend in der eigenen, selbst aufgebauten Firma – wird selbst dann noch geneidet, wenn es nahezu komplett gespendet werden soll. Dann werden eben niedere Motive vermutet, die 45-Milliarden-Spende als PR-Gag kritisiert.

Vielleicht aber, auch das soll es geben, wollte Zuckerberg Gutes tun. Das erste Kind ist ein großer emotionaler Einschnitt, man sieht die Welt mit anderen Augen. Und vielleicht haben auch die Schicksalsschläge davor dazu geführt, dass sich die Wertvorstellungen und Prioritäten im Leben von Mark Zuckerberg verschoben haben.

Eigentum verpflichtet – auch, wenn man zuvor ordentlich seine Steuern bezahlt hat. Und so könnten sich die deutschen Milliardäre bei der Spendenbereitschaft ihrer US-Kollegen so manches abschauen.

Man darf gern darüber diskutieren, ob das Geld richtig eingesetzt wird, wie die Ursachen von Krankheiten und Elend in der Welt am besten beseitigt werden können und was davon staatliche und was private Aufgabe sein sollte. Und auch das Geschäftsmodell von Facebook darf weiter kritisch durchleuchtet werden. Doch wenn jemand 45 Milliarden Dollar für Bildung und den Kampf gegen Krankheiten spenden will, ist das zu allererst ein lobenswerter Schritt.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

Kommentare zu " Kommentar zum Facebook-Gründer: Deutsche Milliardäre, schaut auf Zuckerberg!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Erst einmal herzlichen Glückwunsch, und ich nehme ihm das ab, das erste Kind, ein wahnsinns Ereigniss, das mit den Steuern muss jeder mit seinem Gewisssen vereinbaren, aber die Verwendung des Vermögens find ich persönlich wunderbar

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%