Kommunikation
Krise ist kein Grund zu schweigen

Experten warnen die Unternehmen davor, die Konjunkturkrise als Ausrede zu benutzen und sich kommunikativ wegzuducken. Finanzvorstände und Berater fordern die Unternehmen gerade in der aktuellen Krise zu mehr Transparenz sowie einer konsequenten Linie auf.

MÜNCHEN. „Nach den vielen Enttäuschungen, die Anleger erlebt haben, muss man sehr offen und geradlinig kommunizieren", sagte Allianz-Vorstand Joachim Faber, Chef des Anlage-Riesen Allianz Global Investors, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

In der Konjunkturkrise ist die Finanzkommunikation für die Unternehmen besonders heikel. Nach Bilanzskandalen und herben Enttäuschungen fordern die Märkte nun offene Kommunkation. Viele Unternehmen scheuen aber Prognosen für die kommenden Quartale, nicht zuletzt wegen der unsicheren konjunkturellen Lage in vielen Branchen.

Die Unternehmen sind sich der Schwierigkeiten bewusst. „Man darf sich nicht einigeln“, sagte Matthias Zachert, Finanzvorstand beim Chemiekonzern Lanxess. Derzeit könnten zwar viele Unternehmen – insbesondere die in zyklischen Branchen – keine konkrete Vorhersage liefern. „Das bedeutet aber nicht, dass man keine Transparenz geben kann", mahnte Zachert. So könne man die Investoren zumindest über das laufende Quartal informieren und sie detailliert aufklären, welche Maßnahmen man ergreife.

Darauf verweist auch Kommunikationsberater Klaus Rainer Kirchhoff. Natürlich könne derzeit in vielen Bereichen niemand einschätzen, wie sich der Markt in den nächsten sechs bis zwölf Monaten entwickle. Da sollten die Unternehmen dann auch keine konkrete Prognose abgeben. „Man kann aber Szenarien entwickeln“, schlägt Kirchhoff vor. Der Finanzvorstand eines Unternehmens könne verschiedene Marktszenarien skizzieren und aufzeigen, welche Effekte das für das Unternehmen haben könne.

Diese Transparenz lohnt sich in den Augen von Zachert. Er führt das gute Abschneiden der Lanxess-Aktie im ersten Quartal auch auf die intensive Investor-Relation-Arbeit (IR) zurück. Obwohl der Konzern wegen der schwachen Chemiekonjunktur in die Verlustzone rutschte, zählt die Aktie im Dax und im M-Dax zu den Werten mit der besten Entwicklung. „IR ist in guten Zeiten immer einfach“, sagte Zachert. Die Nagelprobe komme aber in schlechten Zeiten.

Seite 1:

Krise ist kein Grund zu schweigen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%