Konfliktherde
Der schnelle Weg zum Kompromiss

Einerlei welche Nachfolgelösung zum Tragen kommen soll, eine familieninterne oder familienexterne, Konfliktherde gibt es überall. Der erste und zugleich wichtigste Schritt hin zu einer Lösung ist das Gespräch. Und Mediatoren verhelfen schneller und schonender zum Kompromiss als das Gericht.

DÜSSELDORF. Marianne Krause, Geschäftsführerin bei bona fide Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung in Kassel, meint: "Bei der Übergabe eines Unternehmens an einen Nachfolger spielen nicht nur harte Fakten eine Rolle, sondern auch persönliche Befindlichkeiten und Ängste, also psychologische Faktoren, die für Abweichungen vom Übergabeplan ebenfalls ursächlich sein können." Besonders betroffen sind Familienbetriebe. Krause: "Vor allem bei der familieninternen Übertragung überwiegen oft emotionale Entscheidungskriterien, die sich nicht an den eigentlichen Bedürfnissen des Unternehmens orientieren." Damit ist unter anderem gemeint, dass sich durch die Nachfolgeentscheidung andere, vermeintlich kompetentere Familienmitglieder zurückgesetzt fühlen.

Akzeptanzprobleme gibt es auch, wenn die Eltern mit unternehmerischen Entscheidungen oder mit dem im Betrieb mitarbeitenden Partner des Sohnes oder der Tochter nicht einverstanden sind. Motivationsprobleme sind unvermeidbar, wenn der Betrieb nicht aus freien Stücken übernommen wurde, sondern aufgrund der elterlichen Autorität, damit er weiterhin in Familienhand verbleibt. Rollenprobleme entstehen meist durch die Doppelfunktionen: Die Eltern sind gleichzeitig Unternehmensübergeber, der Nachwuchs zugleich Firmennehmer. Mit Persönlichkeitsproblemen kämpft nicht selten der frühere Familienunternehmer, er hat das Gefühl, abgeschoben zu werden. Die Folgen sind Blockadehaltungen bis gerichtliche Auseinandersetzungen.

Die Wünsche und Befürchtungen der Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Vertriebspartner und Banken können die gleichen Folgen zum Ergebnis haben. Die Liste reicht von der Angst um den Arbeitsplatz bis zur vermuteten Nichterfüllung von Verbindlichkeiten und Nichtanerkennung von Sicherheiten.

Substanzminimierende Konfliktfallen rund um den externen Nachfolger können sein, dass seine Eignung aus emotionalen Gründen heraus angezweifelt wird - trifft oftmals auf Familienunternehmen mit fremder Geschäftsführung als Nachfolgelösung zu. Streitigkeiten um den Kaufpreis, um Kompetenzabgrenzungen zwischen Übergeber und Übernehmer, um die Unternehmenspolitik. Lothar Siemers von PricewaterhouseCoopers in Düsseldorf: "Eine Lösung der Konflikte ist nur dann zu erreichen, wenn die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den menschlichseelischen und finanziell-ökonomischen Aspekten berücksichtigt werden." Der erste und zugleich wichtigste Schritt hin zu einer Lösung ist für ihn das Gespräch.

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