Konkurrenz für Bsirske Kampf um Vize-Posten bei Deutscher Bank

Zwei überraschende Kandidaten bewerben sich bei der Deutschen Bank um den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat. Verdi will mehr Einfluss, nun kommt es zum Machtkampf auf der Seite der Arbeitnehmer.
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Verdi-Chef Bsirske: brisante Rochade. Quelle: dpa

Verdi-Chef Bsirske: brisante Rochade.

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Berlin/DüsseldorfMitte September bereits hatte Frank Bsirske seinen Hut in den Ring geworfen. Der Verdi-Chef will bei der Aufsichtsratswahl 2013 der Deutschen Bank den stellvertretenden Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen. Seit Mittwoch hat der Bankenkritiker Bsirske jedoch einen Gegenspieler. Mit Stephan Szukalski, Vorsitzender des Deutschen Bankangestellten-Verbands (DBV), kandidiert ein weitere mächtiger Gewerkschaftsfunktionär für den Vize-Posten und Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Damit kommt es nun zum Machtkampf auf der Arbeitnehmerseite der Bank. „Es wird eine Kampfkandidatur geben“, kündigte ein DBV-Sprecher am Mittwoch an. Und Szukalski selbst hat bereits klargemacht: „Bsirske werden wir nie unterstützen. Ein hauptamtlicher Verdi-Funktionär ist den meisten Arbeitnehmervertretern in der Deutschen Bank nicht zumutbar auf dem Posten.“

Tatsächlich hat sich der DBV in den zurückliegenden Jahren gerade bei der Deutschen Bank eine Domäne erobert und dabei zeitweilig die Großgewerkschaft Verdi gehörig in die Defensive gedrängt. Allerdings werden die Karten im Machtpoker unter den Arbeitnehmervertretern zurzeit neu gemischt.

Denn mit der Übernahme der Postbank hat sich die Deutsche Bank eine der großen Verdi-Domänen ins Haus geholt. Dort erreicht die Großgewerkschaft unter den Beschäftigten Organisationsgrade von zwei Drittel und mehr.

Dass sich Bsirske entschlossen hat, sich persönlich der Deutschen Bank zuzuwenden, hat gerade mit diesen Zusammenhängen zu tun. Die Integration der Postbanker in die Deutsche Bank und, zugespitzt gesagt, möglichst vieler Deutschbanker in Verdi hat für die Großgewerkschaft eine grundsätzliche Bedeutung. Bsirske stufte sie als so wichtig ein, dass er nun sogar sein angestammtes Mandat als Aufsichtsratsvize bei der Lufthansa aufgibt.

Nach den Gewerkschaftsrichtlinien darf auch ein Vorsitzender nur drei voneinander unabhängige Unternehmen beaufsichtigen. Bsirske sitzt in den Aufsichtsräten von RWE und IBM. Einen unglücklichen Ausgang nähme die Rochade für ihn, sollte er bei der Deutschen Bank von Szukalski tatsächlich übertrumpft werden.

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13 Kommentare zu "Konkurrenz für Bsirske: Machtkampf um Aufsichtsratsposten bei Deutscher Bank"

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  • knieselstein
    die Aussage, daß Gewerkschaftsfunktionäre nur drei Aufsichtsratposten haben dürfen, ist falsch. Sie dürfen mehr haben, aber nach dem dritten Mandat sind ALLE Bezüge abzuführen. Nach den Zahlen von 2011 würden Herrn Bsirske 25000€ Bezüge und 17 000€ Sitzungsgelder als persönliche Entschädigung für die Opferung seiner Freizeit verbleiben.

  • @Paul7744
    Was soll der Vorstand der Bank da groß kommentieren?
    Der Vorstand hat bei der Wahl der Arbeitnehmervertreter kein Mitspracherecht und auch nicht bei der Besetzung der Aufsichtsratsposten der Arbeitnehmerseite.
    Wenn die Vorstandsmitglieder ihre sicherlich existierende und ggf. sogar erahnbare Meinung öffentlich äußern würden, würde man ihnen zu Recht den Versuch der Einflussnahme vorwerfen können. Und wer weiß, zu welchen "Trotzreaktionen" es dann bei den Wahlen der Arbeitnehmervertreter gibt ...
    Außerdem: Angenommen der Vorstand würde sich öffentlich gegen Bsirske aussprechen und er wird dann tatsächlich gewählt. Da ist dann gleich ein gutes Arbeitsverhältnis gegeben ...

  • Festzuhalten ist, dass eine Frau den AR auf Seiten der Arbeitnehmer verlässt und durch einen Mann des Syndikats, das sich sonst als Gender-Gral gefällt, ersetzt werden soll. Wie ist das überhaupt mit der Frauenquote in den Führungsriegen der Gewerkschaften und und bei der Verteilung ihrer AR-Pfründe? Sind sie da überhaupt schon so weit wie die Großunternehmen oder hängen sie da auch 100 Jahre zurück, wie in vielen anderen Bereichen?

  • Birske mit Kommunistenvergangenheit (die Gesinnung noch heute öffentlich zu zeigen, wäre sicher inopportun) als Aufseher bei der Deutschen Bank! Ich gehe davon aus, daß er sich - genau so wie sein Komplize J. Trittin - bis heute geweigert hat, von der "klammheinlichen Freude über die Ermordung von Generalbundesanwalt Buback" aus ihren K-Gruppen zu distanzieren.
    Ein Dementi habe ich vom Vorstand der Dt Bank nicht gehört.
    Die Verkommenheit in diesem Lande kennt keine Grenzen mehr.

  • Bsirske hat sich für die Arbeiterbewegung als eben das erwiesen, wofür sich Detlef Hentsche ebenso empfohlen hatte: Funktionärsvereimerung des Proleten: beide eint eine abgrundtiefe Verachtung für ihr Klientel.

  • Bsirske der Reichsverweser der deutschen Arbeiterbewegung im Aufsichtsrat der Deutschen Bank - okay, lediglich als am Katzentisch gedacht, deswegen ja nicht minder ausgebildet beim Weg nach Oben.
    A Man in Full, delle miei scarpe.

  • Die Aussage des DBV-Sprechers ist an einer Stelle falsch.
    Es sind nicht nur die meisten ArbeitnehmerVERTRETER, für die Bsirske nicht zumutbar ist.
    Diese scheinheilige rote Funktionärssocke wäre für fast jeden Arbeitnehmer der Deutschen Bank eine inakzeptable Zumutung.
    Lassen wir uns vom Ausgang der Wahl überraschen, aber wie schon im Artikel geschrieben hat Bsirske wenn überhaupt nur über die Postbank eine Chance. In der "alten" Deutschen Bank käme er wahrscheinlich nicht mal über die "5%-Hürde". Über die Postbank schafft er es dann auch nur, wenn sich die Mitarbeiter der Deutschen Bank bei den nächsten Wahlen nicht ausreichend beteiligen.

  • die Gewerkschaftsbosse sollten sich schämen - aber dazu fehlt ihnen etwas das man nicht kaufen kann.Und solange es genug Zahlvieh gibt werden sie sich auch nicht ändern.

  • Alle Achtung vor soviel Opfermut!! Wie steht es eigentlich mit der Einkommenstransparenz bei Gewerkschaftsbossen???

    Im Gegensatz zur Politik steht es mit den Nebeneinkünften der DGB Funktionäre sehr gut. Sie müssen angegeben und auch abgegeben werden!
    Sollte dies mal jemand 'vergessen' haben, wird er namentlich öffentlich in der Gewerkschaftszeitung gebrandmarkt.

    Schönen Tag noch.

  • Wenn die Gewerkschaftsmitglieder wüssten, was die Gewerkschafts Bosse in Deutschland incl. Ihrer Mandate die sie besetzten so verdienen, würden massenweise die Arbeiter aus diesen Deppenhaufen austreten.

    Die sind genauso wie fast alle Politiker, werden lebenslang fürs quatschen bezahlt, haben so gut wie nie wirklich gearbeitet und leben in einem Paralelluniversum.

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