Konzern dementiert
Spekulationen über Rücktritt des Airbus-Chefs

Nachdem Medien berichtet hatten, Airbus-Vorstandschef Christian Streiff wäre zurückgetreten, hat sich nun auch der Flugzeughersteller zu Wort gemeldet. Die Spekulationen seien falsch, hieß es. Streiff, der erst seit Sommer an der Spitze von Airbus steht, sei weder zurückgetreten noch habe er einen solchen Schritt angeboten, sagte eine Airbus-Sprecherin am Freitag.

HB PARIS. Der zum EADS-Konzern gehörende Flugzeughersteller trat damit Darstellungen verschiedener Medien entgegen. Der US-Fernsehsender CNBC hatte berichtet, EADS habe Streiffs Rücktritt angenommen. Das französische Magazin „Challenges“ wollte erfahren haben, Streiff plane einen Wechsel zum Autobauer PSA Peugeot Citroen. Die „Wirtschaftswoche“ zitierte in einem Vorabbericht Konzernkreise, dass Streiff dem EADS-Vizechef Louis Gallois schriftlich mitgeteilt habe, er wolle abtreten. EADS selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Hintergrund der Spekulationen ist nach Medienberichten offenbar ein Streit um die Sanierung bei dem Flugzeugbauer, die nach den erneuten Lieferverzögerungen beim doppelstöckigen Airbus A380 und wegen der Belastungen durch den schwachen Dollar-Kurs notwendig geworden ist. Streiff soll einen harten Kurs bevorzugen. Großaktionär Frankreich wolle aber ebenso Entlassungen vermeiden wie Deutschland, wo die Angst umgeht, das Hamburger Werk könnte einen Teil der Airbus-Fertigung verlieren. Zudem soll es Missstimmungen zwischen Streiff und dem bei EADS für Airbus zuständigen Co-Vorstandschef Thomas Enders geben.

EADS hatte als Reaktion auf die Verzögerungen beim A380, die den Konzern bis 2010 fast fünf Mrd. Euro kosten, ein zwei Mrd. Euro umfassendes Sparprogramm angekündigt. Dabei will Airbus-Chef Streiff auch Tabuthemen wie die zwischen verschiedenen Ländern austarierte Endmontage der Jets unter die Lupe nehmen. Beim Prestige-Objekt A380 teilen sich die Airbus-Werke Toulouse und Hamburg die Endmontage.

Bei EADS sind die deutsche Seite mit dem Stuttgarter Daimler-Chrysler-Konzern und die französische Seite mit dem Staat und der Lagardere-Gruppe mit gleichem Gewicht die größten Aktionäre.

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