Konzern kommt nicht zur Ruhe
Spekulationen um Ablösung von Mitsubishi-Chef Eckrodt

Nicht nur im Vorstand von Daimler-Chrysler werden Stühle gerückt, auch beim Partner Mitsubishi steht möglicherweise ein Chefwechsel an. Einem Zeitungsbericht zufolge will Daimler-Chrysler sein ehemaliges Vorstandsmitglied Rolf Eckrodt als Konzernchef des angeschlagenen japanischen Partners Mitsubishi Motors ablösen. Mitsubishi dementierte den Bericht.

HB TOKIO. Japans größte Wirtschaftstageszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ berichtete am Dienstag, der deutsch-amerikanische Autobauer werde frühestens im April einen neuen Mitsubishi-Chef entsenden. Daimler-Chrysler ist mit 37 % größter Anteilseigner von Japans viertgrößtem Autohersteller.

Der Bericht basiere „rein auf Spekulation“, erklärte dagegen der Automobilkonzern in Tokio in einer Stellungnahme. „Es gibt keine Pläne für einen Rücktritt“, hieß es. Richtig sei nur, dass Mitsubishi Motors bei der Bilanzvorlage für das Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) voraussichtlich Anfang Mai einen neuen weitreichenden Geschäftsplan bekanntgeben werde, hieß es ohne Angaben zu näheren Einzelheiten. „Nihon Keizai Shimbun“ hatte berichtet, dass der neue, auf drei Jahre angesetzte Vorstoß zur Gesundung des Unternehmens zu großen finanziellen Verlusten und umfangreichen Stellenstreichungen führen werde. Es sei zu erwarten, dass Eckrodt möglicherweise schon im April zurücktreten werde, um die Managementverantwortung zu übernehmen.

Die jüngsten Spekulationen um die Lage bei Mitsubishi Motors lassen den Konzern nicht zur Ruhe kommen. Erst kürzlich hatte es Berichte in der japanischen Presse über eine mögliche Kapitalspritze durch Daimler-Chrysler zur Unterstützung der Sanierungsbemühungen gegeben, die Mitsubishi aber nicht bestätigte. Mitsubishi leidet unter Finanzproblemen, die aus laxen Kreditkontrollen bei der Finanzsparte in Nordamerika resultieren. Zudem ist der Absatz auch auf dem heimischen Markt weiter schwach.

Wie die „Nihon Keizai Shimbun“ in ihrer jüngsten Ausgabe weiter berichtete, will Mitsubishi das gesamte Produktionssystem umstrukturieren. Dazu gehöre die Konsolidierung des Inlandsgeschäfts und die Verlagerung der Pajero-Produktion nach China. Zudem sei die Schließung einer der drei Fabrikanlagen in Japan sowie möglicherweise der Verkauf von Gemeinschaftsunternehmen in Thailand, Malaysia und auf den Philippinen geplant.

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