Konzern nennt keine Gründe
Von Pierer legt Thyssen-Aufsichtsratsmandat nieder

Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer legt sein Aufsichtsratsmandat beim Stahlkonzern Thyssen-Krupp zum 15. November nieder. Das hat das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitgeteilt. Zu den Gründen für den Schritt äußert sich der Dax-Konzern nicht.

HB DÜSSELDORF. Der 67-Jährige, der im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre bei Siemens unter Druck geraten war, hatte bereits die Aufsichtsgremien von Volkswagen und Deutsche Bank verlassen. Thyssen-Krupp dankte ihm für seine Verdienste und sein Engagement im Aufsichtsrat in dessen Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss. Der Manager hatte dem Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp seit Januar 2005 angehört. Sein Mandat reichte eigentlich bis 2010.

Der Siemens-Aufsichtsrat unter Führung von Gerhard Cromme, der auch den Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat leitet, hatte im Sommer Schadenersatz-Forderungen gegen den einstigen Vorstandsvorsitzenden und weitere neun ehemalige Top-Manager wegen des milliardenschweren Korruptionsskandals beschlossen. Im August hatte von Pierer nach einem Bericht des "manager magazins" bereits an einen Rücktritt bei Thyssen-Krupp gedacht. Unter dem Druck des Skandals war von Pierer bereits im Frühjahr 2007 als Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens zurückgetreten.

Bis heute bestreitet er, etwas von den schwarzen Kassen im Konzern gewusst zu haben. Im größten Schmiergeld-Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte geht es insgesamt um 1,3 Mrd. Euro an dubiosen Zahlungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als 300 Beschuldigte. Heinrich von Pierer ist noch Aufsichtsrat beim Rückversicherer Münchener Rück und beim Baukonzern Hochtief.

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