Kooperationen stärken die Wettbewerbssituation
Internationalisierung forciert das Wachstum

Der Globalisierung sei dank: Die Perspektiven für die Logistik-Branche sind günstiger denn je - und für Deutschland mit seiner rasanten Entwicklung des Außenhandels gilt das besonders. Vor allem die EU-Osterweiterung hat den Verlauf der Güterströme nachhaltig verändert. Deutschland ist mit einem Mal zum logistischen Zentrum geworden.

HB DÜSSELDORF. Der Markt für Logistikdienstleistungen werde in den nächsten Jahren durchschnittlich um nominal vier Prozent jährlich wachsen, sagt Claus Korschinsky, Analyst der Düsseldorfer IKB Bank. Mehr als beachtlich in einer allgemein mehr oder weniger stagnierenden Gesamtwirtschaft. Vor allem die EU-Osterweiterung hat den Verlauf der Güterströme nachhaltig verändert. Deutschland ist mit einem Mal zum logistischen Zentrum geworden.

Doch vor Verallgemeinerungen muss gewarnt werden. Denn nicht alle Bereiche profitieren gleichermaßen von der Globalisierung. Zu den Wachstums-Gewinnern zählen nach Angaben von Peter Klaus, Logistik-Professor an der Universität Nürnberg-Erlangen und Herausgeber der Studie "Top 100 der Logistik 2006", etwa die weltweiten Container-Seeverkehre, die internationalen Land- und Lufttransport-Logistiksysteme sowie die Kontraktlogistik. Auf der Verliererseite stehen dagegen die nationalen Transport- und Lagerleistungen, vor allem die von der Bauwirtschaft und Grundstoffindustrie abhängigen Massengutverkehre.

Korschinsky hält in der Kontraktlogistik Zuwachsraten von zehn bis 15 Prozent für möglich. Der Trend bei großen Industrie- und Handelsunternehmen, eigene Distributions- und Beschaffungsstrukturen aufzubauen, setze sich inzwischen auch in der mittelständischen Wirtschaft fort. Wachstumstreiber dabei bleibe das Outsourcing von Leistungen aus der Wertschöpfungskette. Das größte Potenzial liege bei höherwertigen Logistikdiensten, wie zum Beispiel Prozess- und Supply-Chain-Management. Dagegen hätten viele Unternehmen bereits einen größeren Teil ihrer logistischen Standardleistungen wie Transport, Umschlag und Lagerung an Dritte vergeben.

Trotz der guten Wachstumsaussichten sind vor allem mittelständische Transportunternehmen laut Korschinsky großen Belastungen durch LKW-Maut, steigende Kraftstoffpreise und das Vordringen ausländischer Billig-Konkurrenten insbesondere aus Osteuropa ausgesetzt. Die Folge seien ein niedriges Ertragsniveau, geringe Innenfinanzierungskraft und hohe Insolvenzanfälligkeit. Wesentlich vorteilhafter sieht der IKB-Analyst die Situation der Firmen, die sich verstärkt auf höherwertige Logistikdienste konzentrieren. Sie seien einem geringeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt und verfügten tendenziell über größere Ertragspotenziale.

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