Korruptionsvorwürfe in Griechenland
Ex-Siemens-Manager müssen vor Gericht

Wegen Korruption und Geldwäsche rund um ein Geschäft von Siemens müssen sich 64 Angeklagte vor einem griechischen Gericht verantworten. Unter ihnen sind offenbar zwölf damalige Angestellte und Manager.
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AthenNeun Jahre nach dem Beginn von Ermittlungen sollen Korruptionsvorwürfe rund um ein Geschäft von Siemens in Griechenland vor Gericht aufgearbeitet werden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montagabend aus griechischen Justizkreisen erfuhr, müssen sich 64 Menschen wegen Korruption und Geldwäsche verantworten. Unter ihnen seien zwölf damalige Angestellte und Manager von Siemens.

Der deutsche Industriekonzern soll 1997 etwa 70 Millionen Euro Schmiergelder an die griechische Telekommunikationsgesellschaft OTE gezahlt haben, um einen Großauftrag zu erhalten.

Zur Rechenschaft gezogen werden soll auch der frühere Griechenland-Chef von Siemens, Michalis Christoforakos. Er lebt inzwischen in Deutschland. Das Bundesverfassungsgericht hatte seine Auslieferung an Griechenland in der Vergangenheit mehrfach gestoppt.

Die Affäre um das OTE-Geschäft ist einer der brisantesten Korruptionsfälle, in die der Siemens-Konzern in Griechenland verstrickt sein soll. Ein Untersuchungsausschuss des Parlaments in Athen kam 2011 zu dem Schluss, dass Siemens dem Land durch jahrelange Bestechung griechischer Entscheidungsträger einen Schaden in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro zugefügt hat.

Die Korruptionsvorwürfe gegen den deutschen Konzern sind ein brisantes Thema in den durch die Schuldenkrise ohnehin strapazierten deutsch-griechischen Beziehungen. In Anspielung auf Ex-Siemens-Manager Christoforakos hatte Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias Deutschland am Wochenende vorgeworfen, seiner Regierung "pseudo-moralische" Ratschläge gegen Korruption zu erteilen, „während sich Menschen, die Skandale ausgelöst haben, in Deutschland aufhalten“.

Er forderte die deutsche Justiz auf, Griechenland Zugang zu den Konten von Christoforakos zu gewähren.



Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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