Kostenschub für kleinere Firmen
Was Unternehmen für Geschäftsreisen ausgeben

Allen Sparanstrengungen zum Trotz steigen die Ausgaben für Geschäftsreisen in Deutschland weiter. Großunternehmen waren von dem Kostenschub allerdings deutlich weniger betroffen als kleine und mittelständische Firmen.

HB DÜSSELDORF. Nach den Ergebnissen der vom Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) und der Unternehmensberatung Bearing- Point herausgegebenen "Geschäftsreiseanalyse 2006" haben deutsche Unternehmen 2005 gut 46 Milliarden Euro für die Dienstreisen ihrer Mitarbeiter ausgegeben, zwei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Bezieht man die Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten in die Betrachtung ein, ergibt sich sogar ein Geschäftsreisevolumen von insgesamt 58,8 Milliarden Euro.

78 Prozent der insgesamt rund 150 Millionen Geschäftsreisen sind innerdeutsche Ziele, wichtigstes Auslandsziel bleiben die USA, gefolgt von Frankreich und China, dessen Bedeutung aber zunimmt. Von den neuen Mitgliedstaaten der EU ist Polen eines der zehn wichtigsten Ziele. Im Schnitt ist jeder dritte der insgesamt rund 21 Millionen Beschäftigten in der deutschen Wirtschaft gut 21-mal pro Jahr beruflich unterwegs, jeder Reisetag kostet die Unternehmen im Schnitt 146 Euro.

Auch wenn die Ausgaben für Geschäftsreisen insgesamt höher sind - im Detail, verlief die Kostenentwicklung höchst unterschiedlich. Während die Ausgaben für Flüge und Hotelübernachtungen fast konstant blieben, wurden für Bahnfahrten fast 40 Prozent mehr ausgegeben, vor allem, "weil Travel Manager Reisen auf Kurz- und Mittelstrecken auf die Schiene verlagert haben", heißt es in einer Studie des Kreditkartenunternehmens AirPlus. Großunternehmen waren von dem Kostenschub allerdings deutlich weniger betroffen als kleine und mittelständische Firmen - zum einen, weil dort weniger gereist wurde als früher, vor allem aber, weil die Konzerne ihr Reisemanagement besser im Griff haben.

Gespart wurde vor allem auf Kosten der Reisenden, die häufig Qualitätseinbußen akzeptieren mussten: Innerhalb Europas wird inzwischen zu mehr als 85 Prozent ausschließlich Economy geflogen, auch die Nutzung von Billig-Airlines hat im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent zugenommen. Fast 40 Prozent der Firmen hat die Kostenkontrolle verschärft, knapp ein Drittel auch die Reiserichtlinien. Eine weitere Folge der Sparbemühungen: Für Geschäftsreisende wurden die Tage häufig länger, weil so oft wie möglich auf Übernachtungen verzichtet wird. Der Anteil der Reisen mit sechs und mehr Tagen hat sich in den vergangenen beiden Berichtsjahren halbiert, fast die Hälfte aller Geschäftsreisen dauert nur noch einen Tag.

Quelle: www.wirtschaftswoche.de

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