Kranhersteller
Demag-Cranes-Chef schmeißt hin

Der Kranhersteller Demag Cranes bekommt überraschend einen neuen Chef. Aloysius Rauen werde zum 1. Mai das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernehmen. Der bisherige Konzernlenker, Harald Joos, tritt zum 31. März zurück.

HB DÜSSELDORF. "Wenn die Erkenntnis ist, dass der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsrat unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des Unternehmens haben, dann muss sofort eine Entscheidung her", begründete Joos sein unerwartetes Ausscheiden so kurz vor der Hauptversammlung in der kommenden Woche. Konkreter wurde er nicht.

Der Aufsichtsrat dankte Joos trotz der Differenzen ausdrücklich für die "hervorragende Arbeit". Auch Joos zeigte sich versöhnlich: "Ich verlasse das Unternehmen keineswegs im Groll." Joos ist seit 2003 im Unternehmen und steht seit dem Börsengang 2006 an der Spitze der Aktiengesellschaft. Zuvor hatte die Firma dem Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) gehört. KKR-Partner Reinhard Gorenflos stand auch bis Mitte vergangenen Jahres dem Aufsichtsrat vor, wurde dann aber vom ehemaligen Vossloh-Chef Burkhard Schuchmann abgelöst.

Der neue Mann an der Demag-Spitze, Aloysius Rauen, leitete zuletzt die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH, die die Entwicklung und Produktion des gleichnamigen Militärjets verantwortet. Mehrere europäische Staaten hatten das Flugzeug gemeinsam in die Luft gebracht.180 Maschinen hat alleine die Bundeswehr geordert.

Rauen wird künftig auch für Personalfragen zuständig sein. Diese Funktion lag bisher bei Finanzchef Rainer Beaujean. Zudem wird die Sparte Services dem Vorstandsvorsitzenden zugeschlagen, dafür werden die beiden produzierenden Bereiche Industriekrane und Hafentechnologie beim dritten Vorstand Thomas Hagen gebündelt.

Demag Cranes hat die Wirtschaftsflaute bislang gut verkraftet. Lediglich das Hafengeschäft musste im letzten Quartal Einbußen hinnehmen. Joos hatte bei der Vorlage der Zahlen vor zwei Wochen die Wichtigkeit einer gesunden Bilanz und einer stabilen Finanzierungsstruktur betont. Beim Thema Zukäufe hatte er sich zurückhaltend gezeigt.

Eigentlich wäre Joos' Vertrag noch bis April 2011 gelaufen. "Wir haben eine einvernehmliche Lösung gefunden", sagte Joos, ohne auf die Konditionen einzugehen. Eine seiner letzten Amtshandlungen wird sein, den Aktionären auf der Hauptversammlung am 3. März Rede und Antwort zu stehen - wohl auch zu den genauen Gründen seines Weggangs.

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