Krise um A380
Airbus-Chef Streiff tritt zurück

Der Flugzeughersteller Airbus ist erneut in eine Führungskrise gestürzt. Nur drei Monate nach seinem Amtsantritt wird Vorstandschef Christian Streiff das Unternehmen wieder verlassen. Dies erfuhr das Handelsblatt am Sonntag aus Unternehmenskreisen. Dort werden auch Gründe für sein Ausscheiden genannt.

fas/HB MÜNCHEN. Streiff habe sein Rücktrittsschreiben bereits eingereicht. Kommissarisch werde zunächst der Co-Chef des Mutterkonzerns EADS, Tom Enders, den Posten übernehmen, hieß es.

Airbus hat am Montag die Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt von Unternehmenschef Christian Streiff zurückgewiesen. Streiff sei nach wie vor bei Airbus, sagte eine Sprecherin. Ein Sprecher des Airbus-Mutterkonzerns EADS lehnte jede Stellungnahme ab.

Ausschlaggebend für Streiffs Demission sind offenbar „unüberbrückbare Differenzen“ mit der Führung des Mutterkonzerns EADS. Nachdem Streiff als externer Kandidat gescheitert ist, werde sein Nachfolger wohl aus dem EADS-Umfeld kommen, hieß es weiter. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern lehnte einen Kommentar zu den Vorgängen ab.

Airbus musste in diesem Jahr schon zweimal die Lieferpläne für den Riesenairbus A380 korrigieren. Streiff wollte den Flugzeughersteller mit einem milliardenschweren Sparprogramm wieder auf Kurs bringen. Die von ihm geplanten Stellenstreichungen und Standortschließungen sorgten bei Politikern und Arbeitnehmervertretern in Deutschland und Frankreich für viel Wirbel.

Aus Sicht der EADS-Führung hat Streiff bei seinem Sparprogramm „die nötige Sensibilität vermissen lassen“, heißt es in Unternehmenskreisen. Außerdem widersetzte sich der 51-jährige Manager den Plänen der EADS-Führung, die künftig direkten Durchgriff auf ihre wichtigste Konzerntochter haben will. Airbus bestreitet zwei Drittel der EADS-Umsätze, die zuletzt rund 34 Mrd. Euro betrugen. Inzwischen bringen die Turbulenzen des Airbus-Konzerns auch viele Zulieferbetriebe in Bedrängnis.

Streiff hat gute Chancen, Chef des französischen Autokonzerns PSA Peugeot-Citroën zu werden. „Mit Blick auf das Branchenprofil wäre Herr Streiff sehr geeignet für die Aufgabe“, sagte ein PSA-Sprecher.

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