Kritik von Staatsanwaltschaft und Verteidigung
Richter im Liechtenstein-Prozess gibt Vorsitz ab

Eine überraschende Personaländerung sorgt für Turbulenzen im Rostocker Prozess um die mutmaßliche Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank LLB. Der Vorsitzende Richter in dem Verfahren kündigte am Freitag an, in der kommenden Woche aus dem Prozess auszuscheiden, da er in Elternzeit gehe.

dpa ROSTOCK. Dagegen legten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung Widerspruch ein. Der Staatsanwalt verwies auf die internationale Bedeutung des Verfahrens, die es nötig mache, es in der bisherigen Besetzung zu Ende zu führen. Für das Vorgehen des Gerichts gebe es bislang keinen Präzedenzfall.

In dem Verfahren müssen sich drei Männer verantworten. Sie sollen mit einem weiteren mutmaßlichen Komplizen, dessen Prozess abgetrennt wurde, die LLB und Bankkunden erpresst haben. Die Angeklagten waren in Besitz von rund 2300 gestohlenen Kontodaten über mögliche Schwarzgelder gekommen. Die Bank soll für die Rückgabe neun Mill. Euro gezahlt haben, vor der Übergabe weiterer vier Mill. wurden die Männer verhaftet. Der 48-jährige Hauptangeklagte räumte zwar den Handel mit den Daten ein, bestreitet aber eine Erpressung. Er sei auf ein legales Geschäft aus gewesen.

Die Staatsanwaltschaft befürchtet nun vor allem, dass durch das Ausscheiden des Vorsitzenden Richters die Chancen der Verteidigung auf eine erfolgreiche Revision steigen könnten. "Eine fehlerhafte Gerichtsbesetzung wäre ein absoluter Revisionsgrund, das heißt, ein mögliches Urteil könnte alleine schon deswegen aufgehoben werden", warnte Staatsanwalt Martin Fiedler.

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